Noch befinden sich Teile der Verwaltung der Volksbank Mittlerer Neckar in Esslingen, künftig soll sie in Wendlingen gebündelt werden. Foto: Ines Rudel

Die Volksbank Mittlerer Neckar und die Volks- und Raiffeisenbank Hohenneuffen-Teck arbeiten an ihrem Zusammenschluss. Bis Anfang Mai fällt die finale Entscheidung.

Zwei Genossenschaftsbanken im Kreis Esslingen wollen eins werden. Wie bereits im vergangenen Jahr bekannt gegeben worden war, planen die Volks- und Raiffeisenbank Hohenneuffen-Teck (VR Bank) und die Volksbank Mittlerer Neckar – letztere war erst 2020 aus einem Zusammenschluss der Geldhäuser Esslingen, Kirchheim-Nürtingen und Berkheim hervorgegangen – ihre Fusion. Freilich steht noch das Plazet der Genossen aus. Bei Vertreterversammlungen am 27. April (Hohenneuffen-Teck) und am 2. Mai (Mittlerer Neckar) fällt die finale Entscheidung. Heinz Fohrer, Vorstandssprecher der Volksbank Mittlerer Neckar, zeigte sich bei einer Pressekonferenz am Mittwoch aber zuversichtlich, dass die Pläne auf Zustimmung stoßen.

Der Vorstand der Volksbank Mittlerer Neckar eG (von links): Martin Winkler, Markus Schaaf, Heinz Fohrer (Sprecher) und Eberhard Gras. Foto: Volksbank Mittlerer Neckar

Die Banken wollen mit der Fusion ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ausbauen, wie im vergangenen Jahr erklärt worden war. „Wir sind davon überzeugt, dass wir die künftigen Herausforderungen durch die angestrebte Fusion mit der VR Bank Hohenneuffen-Teck gemeinsam deutlich besser meistern werden“, sagte nun Fohrer. Wenn zugestimmt wird, wird die Fusion im Juli Realität.

Keine Filialschließungen

Filialschließungen im engeren Sinne sollen damit nicht einhergehen, allerdings werden die Standorte in Weilheim und Dettingen, wo bislang beide Banken Dependancen haben, zusammengelegt. Zudem hatten beide Häuser in den vergangenen Jahren schon ihre Filialstruktur angepasst, wie Fohrer erklärte. Die Volksbank Mittlerer Neckar etwa hat ihre Standorte nach unterschiedlichen Kategorien klassifiziert. Derzeit verfügt sie über drei Hauptstellen und 21 Filialen, in denen an zwei bis fünf Werktagen Personal vor Ort ist. In 15 weiteren wird dagegen nur nach Terminvereinbarung beraten. Hinzu kommen noch 15 Automatenstellen. Damit reagiert die Bank auch auf verändertes Kundenverhalten: Laut Fohrer nutzen 70 Prozent Onlinebanking. Auch das Kundendialogcenter in Köngen habe einen hohen Stellenwert, viele Anliegen werden hier per Anruf geklärt. „Trotzdem sind wir weiter präsent in der Nähe der Kunden und werden es auch bleiben.“ Weitere Änderungen in der Filialstruktur seien vorerst nicht geplant.

Allerdings wird die Verwaltung künftig in einem Neubau in Wendlingen zusammengefasst. Laut Fohrer liegt das Projekt im Zeitplan. „Im vierten Quartal 2024 wollen wir einziehen.“ Nach Angaben von Vorstandsmitglied Markus Schaaf beträgt die Baukostenschätzung rund 70 Millionen Euro, man gehe Stand jetzt davon aus, im Budgetrahmen zu bleiben. Auch das Personal soll nicht verringert werden, die Volksbank Mittlerer Neckar hat 547 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die VR-Bank 137. Vielmehr kämpfe man mit Fachkräftemangel. Schließlich stehe man vor großen Herausforderungen, etwa mit Blick auf die Digitalisierung. „Um das zu stemmen, brauchen wir in Zukunft nicht nur Bankkaufleute“, so Schaaf.

Bank schlägt drei Prozent Dividende vor

Derweil fällt der Blick auf die Geschäfte der Volksbank Mittlerer Neckar positiv aus. 2022 gab es Zuwächse bei Krediten, Einlagen, Zins- und Provisionsüberschüssen. In der Vertreterversammlung im Mai will die Bank eine Dividendenausschüttung von drei Prozent vorschlagen. Entgelterhöhungen sind nicht geplant, seit der Fusion 2020 liegen die Kontoführungsgebühren je nach Leistung zwischen 3,20 und 9,90 Euro im Monat, beziehungsweise 0 Euro für junge Leute. Negativzinsen fallen nicht mehr an seit Ende der Nullzinspolitik der EZB.