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Trainer Pascal Morgant und Rückraumspielerin Louisa Wolf verlassen den Verein. Ein Nachfolger für den Trainer steht noch nicht fest

Ostfildern - Die Entscheidung ist gefallen: Trainer Pascal Morgant wird den Frauenhandball-Bundesligisten TV Nellingen zum Saisonende verlassen. Ihren Abschied hat außerdem Rückraumspielerin Louisa Wolf verkündet. Nach dem bereits feststehenden Abgang von Rückraumspielerin Annika Blanke und Torfrau Anne Bocka steht der TVN vor einem großen Umbruch.

Nellingens Geschäftsführer Bernd Aichele sieht den laufenden und anstehenden Personalplanungen gelassen entgegen. „Natürlich ist das ein Umbruch. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir das ordentlich hinbekommen und die Qualität nicht darunter leidet.“ Ein Neuzugang steht bereits fest: Die 19-jährige Torfrau Celina Meißner aus dem Bundesligakader der SG BBM Bietigheim, die beim Zweitligisten TG Nürtingen ein Zweitspielrecht besitzt, kommt im Sommer zum TVN.

Dass Morgant nach fünfjähriger Tätigkeit in Nellingen mit einer neuen Herausforderungen liebäugelt, war seit längerem bekannt. Deshalb hat Aichele schon „seit Wochen“ mit potenziellen Morgant-Nachfolgern gesprochen. „Momentan stehen zwei Trainer in der engeren Auswahl. Ich denke, es wird schnell zu einer Entscheidung kommen“, sagte der Geschäftsführer.

Angebot auch aus dem Ausland

Morgant selbst nannte „persönliche Gründe“ für seinen Entschluss, Nellingen zu verlassen. „Ich habe gute Angebote erhalten“, sagte der 42-Jährige, wollte aber nicht verraten, wo es ihn hinzieht. Nach wie vor halten sich Gerüchte, wonach Ligakonkurrent Neckarsulmer Sport-Union an Morgant interessiert sei. Der Trainer bestätigte Kontakte zu einem Frauen-Bundesligisten, ohne den Namen zu verraten. „Es gibt auch Anfragen aus dem Ausland“, sagte Morgant. Die Entscheidung werde in den kommenden Tagen fallen, erklärte der Trainer. „Es hängt im Grunde nur noch an ein paar Kleinigkeiten.“

Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, erklärte der ehemalige Bundesligaspieler. „Ich bin dem TV Nellingen unendlich dankbar. Ich habe alle Freiheiten erhalten und viel gelernt. Wir werden auch nach meinem Wechsel weiter ein freundschaftliches Verhältnis miteinander haben.“

Nach zwei Spielzeiten in Nellingen zieht es Louisa Wolf nach eigener Aussage wieder zurück zur Neckarsulmer SU. „Gerne hätten wir mit Louisa noch eine weitere Saison gespielt. Wir können jedoch auch ihre Gründe nachvollziehen, warum sie sich anders entschieden hat“, sagte Aichele.

In Wolf und Blanke verlassen zwei wichtige Rückraumspielerinnen den TVN, die auch in der Torschützinnenliste ganz vorne liegen. „Klar bringt das einige Unruhe mit“, sagte Aichele, „aber das ist das Bundesligageschäft.“

Der Geschäftsführer erklärte, dass er mit „zwei erfahrenen Spielerinnen“ im Gespräch sei. Probleme könnte es bereiten, eine Linkshänderin im Rückraum zu finden. „Ich bin aber davon überzeugt, dass wir adäquaten Ersatz für unsere Abgänge finden werden“, sagte Aichele, der den auslaufenden Vertrag von Rückraumspielerin Isabel Tissekker verlängern möchte. „Wir werden an dem Konzept eines Ausbildungsvereins festhalten und auch künftig eine Mischung aus jungen und gestandenen Spielerinnen im Kader haben“, sagte Aichele,

Die neu verpflichtete Torfrau Meißner gehörte dem DHB-Juniorinnenkader an und wechselte vor der Saison 2016/2017 vom Drittligisten SV Henstedt-Ulzburg nach Bietigheim. Die 19-Jährige möchte auf der Kotta-Schule in Stuttgart im April nächsten Jahres ihr Abitur machen.

„Das Konzept des TV Nellingen hat mich von Anfang an überzeugt, und deshalb habe ich mich für einen Wechsel entschieden. Es ist nicht selbstverständlich, dass man als junge Spielerin auch Spielanteile in der Bundesliga bekommt, und das ist bei den Hornets der Fall“, erklärte Meißner in einer Pressemitteilung des TV Nellingen.

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