Große Raumnot herrscht in der Gemeinschaftsschule in Nellingen. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Eine Lösung für die Raumnot an der Gemeinschaftsschule in Nellingen fordert die CDU-Fraktion des Ostfilderner Gemeinderats. Linderung brächte ein zusätzliches Stockwerk.

OstfildernDass sich die Gemeinschaftsschule etliche Jahre mit Containern begnügen muss und auch dafür noch kein verlässlicher Zeitplan vorliegt, will die CDU-Fraktion im Ostfilderner Gemeinderat nicht hinnehmen. Sie fordert deshalb die Stadtverwaltung zu mehr Engagement für eine schnelle und nachhaltige Lösung der Raumnot an der Erich-Kästner-Schule in Nellingen auf. Bereits vor einem Jahr habe man die Prüfung einer Holzbau- oder Leichtbauweise beantragt, berichtet CDU-Fraktionschef Norbert Simianer. Das Ziel sei, mit einem zusätzlichen Stockwerk schnell zu weiteren Räumen zu kommen. „Damit wäre man unabhängig vom Abriss und dem Neubau der Sporthalle 1.“ Dass die Verwaltung diesen Vorschlag als nicht realisierbar beurteilt, will die CDU-Fraktion nicht akzeptieren.

Man könne daher den Frust von Eltern, Lehrern und Schülern „absolut verstehen“, sagt Simianer. Seine Fraktion habe damals zwar gegen die Errichtung einer Gemeinschaftsschule gestimmt. „Aber jetzt sind wir den Schülerinnen und Schülern sowie den engagierten Lehrkräften vernünftige und funktionierende Rahmenbedingungen schuldig. Deshalb muss sich hier absolut schneller was bewegen, als dies bisher der Fall war.“

Der Vorwurf der CDU: Die Verwaltung habe nicht nur die Gemeinschaftsschule beschließen lassen, ohne den langfristigen tatsächlichen Raumbedarf zu kalkulieren, sondern verzögere bis jetzt, eine tragfähige Perspektive zu untersuchen. „Wir erfahren immer zuerst, was nicht geht, aber nicht, was stattdessen möglich wäre“, kritisiert Simianer. Mit der vorgeschlagenen Holz- oder Leichtbauweise liege eine Alternative auf dem Tisch, die mehr biete als nur ein Provisorium. „Über einen solchen Holzbau kann zügig ein weiteres Stockwerk mit etwa sechs bis sieben Klassenzimmern entstehen, das zudem noch wirtschaftlich und nachhaltig ist“, erklärt Simianer. „Denn einerseits sind Material- und Energieverbrauch bei der Bauteilherstellung gering, andererseits können die leichten, vorgefertigten Holzbauwände schnell und problemlos auf nahezu jeden Altbau montiert werden.“ Die Stadt habe mit einer solchen Bauweise bereits gute Erfahrungen im Kindergartenbereich gemacht. Solche Holzbauten böten viel Stabilität mit wenig Gewicht und erfüllten dabei praktisch alle Anforderungen der Bauphysik und des Wohnkomforts. Ein Blick auf die Erich-Kästner-Schule in Darmstadt zeige zudem, „dass eine Holzbaulösung keine so abwegige Idee ist“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: