Foto: Panitz - Panitz

Das Dorniermuseum und das Zeppelinmuseum präsentieren spannende Luft- und Raumfahrtgeschichte auf 6.000 und 4.000 Quadratmetern.

FriedrichshafenIm Herbst und Winter, wenn es draußen eher ungemütlich ist, geht´s rein – in die Museen. Wer sich dabei für Flugzeuge und Luftschiffe sowie deren Geschichte interessiert, ist in Friedrichshafen am Bodensee richtig. Hier gibt es gleich zwei weltbekannte Sammlungen – im Dornier- und im Zeppelinmuseum.

Das erst 2009 eröffnete Dornier-Museum würdigt die Pionierleistung des Flugzeugkonstrukteurs Claude Dornier (1884 bis 1969) und der Dornier-Werke. 100 Jahre spannende Luft- und Raumfahrtgeschichte ist hier, am Flughafen, erlebbar. Im modernen, einem Hangar nachempfundenen Museumsgebäude mit rund 6.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, werden fast 400 Exponate ausgestellt, darunter zwölf Originalflugzeuge, sieben 1:1 Ausstellungsstücke aus der Raumfahrt sowie zwei Nachbauten im Originalmaßstab der Flugzeuge Dornier Merkur und Dornier Wal. Im Raumfahrtbereich wird Dorniers Weg in den Weltraum nachgezeichnet. Über ein Dutzend Raumfahrt- und Satellitenmodelle, darunter auch solche, die bereits im All waren, sind hier zu sehen, ebenso das Originalsegment eines Spacelab (Raumlabor) mit verschiedenen Materialforschungsanlagen.

Erstes Lufthansa-Flugzeug

Zahlreiche Flugzeuge, darunter der moderne Jagdbomber Alpha Jet sowie der Militär-Hubschrauber Bell UH-1D können bestaunt werden. Aber auch Nachbauten wie der Dornier Merkur, das erste Flugzeug, das unter der Flagge der Lufthansa im Jahr 1925 zu einem planmäßigen Flug startete, oder das legendäre Flugboot Dornier Wal, eine der bekanntesten Konstruktionen von Claude Dornier, sind ausgestellt. An einem Do 27-Flugsimulator kann man sich als Pilot versuchen (15 Minuten 6 Euro). Ein Highlight des Museums ist die Dornier Do 31, ein deutsches Senkrechtstarter-Frachtflugzeug, aus den 60er-Jahren, das aber nie in Serie ging, da sich die militärischen Vorgaben der Nato während der Entwicklung geändert hatten.

Noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist hingegen die 1977 von Terroristen entführte Boeing 737 „Landshut“. Die auf Initiative des damaligen Außenministers Siegmar Gabriel vor zwei Jahren aus Brasilien in einem Antonow-Frachtflugzeug zurück geholte Maschine, kann vermutlich erst 2022 im Dornier-Museum präsentiert werden. Es muss noch restauriert werden, und wer für die Kosten aufkommen soll, ist strittig. Der Rumpf lagert bislang in einem Hangar.

Luftschiff-Reisen in den 30ern

Direkt am Hafen gelegen (Seestraße 22) ist das bereits 1996 eröffnete Zeppelinmuseum. Es präsentiert auf rund 4.000 Quadratmetern im denkmalgeschützten, ehemaligen Hafen-Bahnhof die weltgrößte Sammlung zu Geschichte und Technik der Luftschifffahrt. Das Highlight ist eine begehbare, originalgetreue Rekonstruktion eines Teils der LZ 129 „Hindenburg“, die 1937 in Lakehurst (USA) beim Landemanöver in Brand geriet und abstürzte. Die berühmte Radio-Livereportage von Herbert Mossison, die das Unglück dokumentiert, kann hier angehört werden. Anschaulich dargestellt ist, wie Passagiere Luftschiffreisen nach Nord- und Südamerika in den 1930er-Jahren erlebten. In der Dauerausstellung wird auch das Fliegen nach dem Prinzip „Leichter als Luft“ erklärt (auch Experimentierstationen). Zu sehen sind über 350 Exponate wie historische Postbelege und Briefmarken, Souvenirs, Medaillen und Porzellan.

Eintritt, Öffnungszeiten

Beide Museen, jeweils mit Shop und Restaurant, haben von November bis April dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. – Je 11 Euro, 6 bis 16 Jahre 5 Euro bzw. 6 Euro. Familienticket 25 Euro. – Auch ein Zeppelin-Flug über den Bodensee ist möglich. – Internet: www.dorniermuseum.de und www.zeppelin-museum.de und www.zeppelin-nt.de

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