Cristian Fiél im Jahr 2000 im Trikot der Kickers, 2004 mit Aachen im UEFA-Pokal Quelle: Unbekannt

Seit Februar ist er Trainer des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden.

EsslingenCristian Fiél erlebt eine spannende Zeit. Seit Februar ist er Trainer des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden. Er hat mit der Mannschaft den Klassenverbleib geschafft. Aber das ist schon wieder Vergangenheit. In seiner ersten Saisonvorbereitung als Chefcoach hatte er es unter anderem mit Thomas Tuchels Paris Saint-Germain zu tun (1:6), seither war er voll fokussiert auf den Saisonstart gegen den 1. FC Nürnberg. Als er darauf angesprochen wird, dass der VfB Oberesslingen/Zell den EZ-Pokal ausrichtet, aber wird er nostalgisch. Und blickt im Innern ganz weit in die eigene Vergangenheit. „Wenn ich an den Platz in Oberesslingen denke, kommen Gefühle in mir auf“, sagt er. In der Breslauer Straße ist „Fielo“, wie er seit jeher genannt wird, aufgewachsen, beim VfBO hat er mit dem Kicken angefangen, ehe er schon in der F-Jugend zum VfB Stuttgart ging und später bei den Stuttgarter Kickers Profi wurde.

„Aber in Erinnerung bleibt mir der Platz. Da, wo heute der Kunstrasen ist, war früher ein roter Hartplatz“, erzählt Fiél. „Ich war dauernd da. Dort hab ich alles gelernt. Mein Vater musste mich abends immer heim holen, weil sich meine Mutter Sorgen gemacht hat, dass ich so lange weg war.“ Zuletzt war Fiél Anfang Juni in Oberesslingen und hat auch kurz auf dem Sportplatz vorbeigeschaut. Aber das sind seltene Momente. Wenn die Familie zusammenkommt, dann meistens in Dresden, seinem neuen Zuhause. Drum sagt er auch: „Es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Bei seinem Verein Trainer der ersten Mannschaft zu werden, ist schon etwas Besonderes.“ Der Start war auch speziell: „Ich habe am Mittwoch meine letzte Prüfung beim Fußballlehrer-Lehrgang in Köln abgelegt und am Donnerstag das erste Training geleitet“, erzählt er. Das war am 28. Februar nach der Beurlaubung von Maik Walpurgis.

Zuvor war der in Esslingen geborene Deutsch-Spanier fünf Jahre Spieler bei Dynamo, er war Publikumsliebling und Kapitän; seit 2015 arbeitete er als Jugendtrainer für den Verein. Ähnlich wie Julian Nagelsmann bei 1899 Hoffenheim sollte er in Dresden als Trainertalent aufgebaut werden. Das hat geklappt. Der 39-jährige Fiél sagt trotzdem: „Die Vergangenheit zählt nicht mehr, ich will an meiner Arbeit als Trainer gemessen werden.“

Die führt ihn am ersten Novemberwochenende in die alte Heimat, denn da gastiert Dynamo beim VfB Stuttgart. „Natürlich habe ich daran schon gedacht“, sagt er. „Ich durfte gegen alle meine früheren Vereine spielen, nur nicht gegen den VfB – und jetzt treffe ich als Trainer auf ihn . . .“ Fiéls Mitleid mit dem VfB hält sich übrigens in Grenzen. „Ich bin ein Blauer“, sagt der frühere Kickers-Kicker und grinst. Und auch noch ein Oberesslinger: „Schön, dass der VfBO den EZ-Pokal ausrichtet, dafür wünsche ich alles Gute!“

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