Nellingens Linda Leukert (mit Ball) wird von zwei Gegenspielerinnen attackiert. Foto: Jörn Kehle - Jörn Kehle

Die Drittliga-Handballerinnen des TV Nellingen haben nach einer schwachen ersten Hälfte mit 19:23 gegen die SG Schozach/Bottwartal verloren. TVN-Trainerin Veronika Goldammer war mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen nicht einverstanden.

Nellingen Bereits in der ersten Hälfte mit neun Toren zurückgelegen, stark wieder herangearbeitet – und am Ende doch verloren. Die Drittliga-Handballerinnen des TV Nellingen mussten sich nach großem Kampf der auswärts weiter ungeschlagenen SG Schozach/Bottwartal mit 19:23 (7:14) geschlagen geben. TVN-Trainerin Veronika Goldammer machte ihrem Team jedoch keine großen Vorwürfe, stattdessen war sie unzufrieden mit den Schiedsrichterinnen, die an diesem Tag in der einen oder anderen Situation eine unglückliche Figur machten: „Im ersten Spielabschnitt bekommen wir vorne einige Pfiffe nicht, die wir eigentlich bekommen müssen und hinten kassieren wir Zwei-Minuten-Strafen, die keine sind.“

Doch es lag längst nicht nur an den Unparteiischen, dass die Nellingerinnen zur Pause einem Sieben-Tore-Rückstand hinterher liefen. Der TVN erwischte einen denkbar schlechten Start: Nach einem Ballverlust machte Schozach/Bottwartal das Spiel schnell und traf zum 0:1. Darüber hinaus hatte Nellingens Linda Leukert ihre Gegnerin beim Torabschluss gefoult und wurde zwei Minuten des Feldes verwiesen. Und auch danach spielten die Gastgeberinnen nervös, nach drei Minuten standen bereits drei Ballverluste zu Buche – welche die SG eiskalt ausnutzte. Und so war Goldammer schon nach neun Minuten dazu gezwungen, beim Stand von 1:6 die erste Auszeit zu nehmen. „Gerade zu Beginn haben wir uns natürlich zu viele Ballverluste geleistet“, analysierte die Trainerin, „außerdem haben wir die gegnerische Kreisläuferin nicht gut verteidigt.“ Doch auch die Auszeit brachte keine Wende. Zwar verkürzte Chiara Baur für Nellingen auf 2:6, doch der TVN fand offensiv weiter kaum statt. Die SG legte einen 5:0-Lauf hin – in der 17. Spielminute erzielte Schozach/Bottwartals Luisa Riek das 2:11 aus Sicht der Nellingerinnen. Erst in den letzten drei Minuten des ersten Spielabschnitts wachten die Gastgeberinnen ein wenig auf. Durch drei Treffer, zwei davon von Leukert, kam der TVN, der höchstens durch Gegenstöße hin und wieder gefährlich war, auf sechs Tore heran. Nach einem Siebenmetertreffer der SG nach dem Ablauf der Spielzeit ging es mit 7:14 in die Pause.

In dieser hatte Goldammer offensichtlich die richtigen Worte gefunden. Nellingen kam mit viel Dampf aus der Kabine, ein von Leukert angeführter 6:1-Lauf brachte die Gastgeberinnen auf 13:15 dran – alles war wieder drin. In dieser Phase tat sich auch Spielgestalterin Baur positiv hervor, die das Spiel clever leitete und die SG-Abwehr mit einigen schönen Zuspielen an den Kreis in Bedrängnis brachte. Nun waren der TVN am Drücker, doch der Ausgleich wollte nicht gelingen. Goldammer haderte auch in dieser Phase mit den Unparteiischen: „Wir sind dran, doch dann lassen uns die Schiedsrichterinnen nicht weiterspielen. Diese unglücklichen Entscheidungen haben sich in den Köpfen der Spielerinnen festgesetzt.“ Am Ende reichte es nicht ganz – trotz einer starken zweiten Hälfte, wie Goldammer betonte: „Ich muss dem Team Respekt dafür zollen, wie es sich zurückgekämpft hat.“ Die Trainerin gab auch sofort die Marschroute für das kommende Spiel bei der TuS Metzingen II vor: „Wie heißt es so schön: Mund abputzen und weiter machen.“

TV Nellingen: Geiß, Lukau; Strack, Kiedaisch, Dobler (1), Leukert (5/2), Baur (4), Kriessler, Hojczyk (6), Dreizler (1/1), Maier (1), Weiß.

SG Schozach/Bottwartal: Keller, Brausch; Riek (3), Berger, Hanak (1), Müller (7/5), Kaufmann (5), Brunn (3), Günsoy, Benz, Klenk, Wehe (2), Lang, Mangold (2).

Schiedsrichter: Kranich/Künstner.

Zuschauer:120.

Zeitstrafen: Drei Mal zwei Minuten für Kaufmann (Schozach/Bottwartal), zwei Mal zwei Minuten für Leukert (Nellingen), ein Mal zwei Minuten für Dreizler (Nellingen), Mangold (Schozach/Bottwartal).

Rote Karte: Kaufmann (drei Zeitstrafen).

Beste Spielerinnen: Baur, Hojczyk/Müller, Kaufmann.

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