Quelle: Unbekannt

Vier Abenteuerlustige haben sich Ende August zu einer Rallye mit einem klapprigen Auto quer durch den Balkanraum aufgemacht – ohne Navi und GPS.

WernauStaubige Straßen, raue Gebirgszüge und einsame Wildnis, aber auch pulsierende Metropolen in Süd-Ost-Europa lagen vor Thomas (31) und Laura Denzinger (35) aus Wernau, als sie am 22. August zusammen mit Lauras Schwester Rabea Kruszinski-Decker (33) und Christian Decker (41) aus Karlsruhe zur „Balkan Express Adventure-Rally“ starteten. Mit einem 25 Jahre alten Volvo 850 nahm das abenteuerlustige Quartett an diesem 13-tägigen Road-Trip teil. Mindestens 4000 Kilometer ohne GPS und Navigationsgerät. Für das Team, das unter der Nummer 16 und dem Namen „Drama­Lamas“ antrat, ging es nicht nur um Fahrspaß. Die Vier starteten für einen guten Zweck und baten um Spenden für einen neuen Spielmobil-Anhänger für das Wernauer Jugendhaus Kiwi.

Autobahnen sind bei der Rallye, die der Superlative Adventure Club (SAC) ausrichtet, tabu. Stattdessen führt die Route über Landstraßen, Schotterwege im Hochgebirge oder Schlaglochpisten. Abenteuerlich war die Tour auch, weil die Teilnehmer vorher kaum Informationen bekamen, außer dass sie am 22. August in Dresden starten und bis 4. September zum Zieleinlauf in Salzburg sein mussten. „Das Roadbook mit genauen Informationen und Aufgaben bekamen wir erst am Start“, berichtete Thomas Denzinger. „Das wird spannend“, sagte er vor der Abfahrt. Er habe „die guten alten Land- und Straßenkarten“ schon parat gelegt. Den grünen Volvo 850, Baujahr 1994, habe man ausgewählt, weil bei der Rallye nur Young- und Oldtimer an den Start gehen dürfen, die mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben. „Bei der Gestaltung unseres Autos haben uns die Kinder vom Jugendhaus Kiwi sowie Freunde und Verwandte geholfen“, sodass eine ganze Lama-Herde den Youngtimer ziert.

„Unser Volvo schafft das“, hoffte Thomas Denzinger. Sorgen wegen möglicher Pannen machte man sich nicht, erklärt er. „Ein bisschen handwerkliches Geschick brachten wir schon mit, ansonsten setzten wir auf die richtig guten Mechaniker in anderen Teams, die uns im Notfall vielleicht unterstützen können“. Mehr als liegen bleiben, könne das Auto nicht. „Wir waren ganz offen, schließlich war es ein großes Abenteuer“, betonte Denzinger. Nicht nur auf neue Länder freute sich das Team, sondern auch auf das Fahrerlebnis und die Kontakte zu den Menschen an der Strecke und den übrigen 150 Fahrerteams aus ganz Europa.

Am 21. August ging es dann los nach Dresden – ohne Klimaanlage, wie die Roadtripper auf ihrem Instagram-Bilderblog „dramalamas.tours2019“ schreiben. Am Folgetag gab es vor dem Start endlich das Roadbook mit der Route: Über Tschechien und die Slowakei ging es nach Ungarn und Rumänien. Dann über die Grenze nach Bulgarien und die Region Sofia zum Ohridsee (Nordmazedonien), Tirana (Albanien), die Region Sarajevo (Bosnien und Herzegowina), nach Montenegro und schließlich über Kroatien nach Salzburg. Unterwegs waren die „DramaLamas“ oft im Konvoi mit anderen Teilnehmern, sie mussten Aufgaben lösen wie etwas eintauschen, Lieder singen oder Co-Piloten mit anderen Teams wechseln. Es gab kleinere (defekte Lampe) und große Schäden (Werkstattbesuch wegen Motorproblem in Albanien), aber der Volvo hielt durch. Unterwegs gab es „grandiose“ Ausblicke und Bären zu sehen sowie eine Airbase im Berg. Es wurde gecampt oder in Pensionen geschlafen. Manchmal fehlte das Internet, manchmal dauerte ein Streckenabschnitt länger. Aber am 4. September trafen die Vier in Salzburg ein und machten Faxen vor der Kamera. „Es war uns ein Vergnügen und eine Ehre, mit euch zu fahren“, lautet der letzte Kommentar im Blog.

Die Teams, die bei der Rallye mitfahren wollen, sollen Spenden für einen guten Zweck zu sammeln. „Uns ist wichtig, ein Projekt zu unterstützen, zu dem wir einen persönlichen Bezug haben“, sagt Thomas Denzinger. Stand Mittwoch sind auf der Spendenplattform betterplace.org 1380 Euro für das Kiwi-Spielmobil zusammengekommen. red/gg

Spenden sind weiter willkommen unter https://betterplace.org/f32710.

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