Die Wassergymnastik kam gut an beim Jubiläumsfest. Foto: Krytzner - Krytzner

Die Altbacher DLRG-Ortsgruppe feiert ihren 50. Geburtstag im Hallenbad. Dazu gibt es ein vielseitiges Programm und eine Unterschriftenaktion.

AltbachAuslöser für die Gründung der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) war ein Schiffsunglück im Jahr 1912. Beim Anlegemanöver des Kreuzers „SMS Preußen“ stürzte die Anlegestelle in sich zusammen und zog wartende Menschen mit in die Tiefe. Drei mutige Matrosen retteten damals 27 Männer und Frauen vor dem Ertrinken. Rund 100 Personen fielen damals ins Wasser, 17 ertranken, darunter sieben Kinder. Dies war für den Deutschen Schwimmverband Anlass, ein Jahr später eine Gesellschaft zur Rettung von Menschenleben zu gründen.

Vor einem halben Jahrhundert entstand in Altbach beim Bau des Hallenbades die Idee, eine DLRG-Ortsgruppe zu gründen. Damals interessierten sich 44 Gründungsmitglieder für die Wasserrettung. Heute, 50 Jahre später, zählt die Ortsgruppe 360 Mitglieder, darunter 200 Kinder und Jugendliche. Der Aufgabenschwerpunkt liegt dabei vor allem im Schwimmunterricht für Anfänger und Kinder. Die Ausbildung im Rettungsschwimmen ist eine weitere wichtige Grundlage für den Wasserrettungsdienst. Bürgermeister Martin Funk sieht die Schwimmkurse als kulturelle Errungenschaft: „Viele Unglücke führen darauf zurück, dass die Menschen nicht schwimmen können.“ Die Gemeinde könne zwar die Infrastruktur zur Verfügung stellen, „aber nur durch das ehrenamtliche Engagement können Schwimmkurse angeboten werden.“ Die Ortsgruppe Altbach blickt auf bewegende Jahre zurück. Gründungsmitglied Erich Meyer leitete die Geschicke des Vereins rund 20 Jahre und übergab danach das Amt an Siegfried Wenkle. Heute leitet Gabriele Schnaidt die Ortsgruppe in Altbach. Der Leitspruch der DLRG lautet: „Jeder Nichtschwimmer ein Schwimmer – jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer“. Genau so wünscht es sich die Vorsitzende.

Das Programm zum Jubiläumsfest versprach einiges an Attraktionen für Jung und Alt. Als erstes waren die jungen Schwimmer gefordert: Es wurden nämlich die Prüfungen für die verschiedenen Schwimmabzeichen wie das Seepferdchen oder die Abzeichen in Bronze abgenommen. Später konnten sich die Badegäste bei einer fetzigen Wassergymnastik vergnügen und mit der Poolnoodle im Wasser relaxen. Es wurde spannend, als schließlich Wasserball gespielt wurde. Ebenso Anklang fanden die verschiedenen Wasserspiele für die Kinder.

Spannend waren die Rettungsübungen der DRLG-Ortsgruppe. Gleichzeitig demonstrierten diese auch, wie eine Reanimation durchgeführt wird. Wenn in Gewässern im Landkreis Esslingen Personen gesucht werden, kommt oft ein Tauchroboter zum Einsatz. Die Festbesucher hatten beim Fest die Gelegenheit, dem Roboter bei der Arbeit zuzuschauen. Nach all der Spannung war wieder Spielspaß im Wasser angesagt und zum Abschluss konnten die vielen Schwimmer an der Aqua-Fitness teilnehmen, bevor die Poolparty mit „The Partybrother“ startete.

Mit dem Fest machen die ehrenamtlichen Lebensretter auf den Bädernotstand aufmerksam. Rund 25 Prozent der Grundschulen haben nämlich keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad. Viele Schulklassen müssen daher lange Fahrten auf sich nehmen, um den laut Lehrplan sogar obligatorischen Schwimmunterricht erteilt zu bekommen. Laut einer Forsa-Umfrage von 2017 sind knapp 60 Prozent der Zehnjährigen keine sicheren Schwimmer. Genau diese gehören weiterhin zur Risikogruppe bei den Ertrinkunfällen. Die DLRG sammelt mit der Kampagne „Rettet die Bäder“ weiterhin Unterschriften, um die Schließung der Schwimmbäder zu stoppen.

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