Nobler Geländewagen: Der neue Range Rover Evoque ist vor kurzem an den Start gegangen. Foto: Copyright 2019/Nick Dimbleby - Copyright 2019/Nick Dimbleby

Ganz nobel im Gelände unterwegs: Jeder vierte verkaufte Land Rover ist ein Evoque. Das Modell legte sozusagen den Grundstein für die Klasse der kompakten Premium-SUV.

EsslingenAls Land Rover vor sieben Jahren den Range Rover Evoque einführte, haben die Briten gleichzeitig die Messlatte für noble Geländewagen ein Stückchen höher gelegt. Jeder vierte verkaufte Land Rover ist seitdem ein Evoque. Das Modell legte sozusagen den Grundstein für die Klasse der kompakten Premium-SUV und bestimmt seitdem fraglos auch das Design dieser Klasse. Jetzt haben die Briten wieder Hand angelegt: Vor kurzem ist die zweite Generation des Evoque an den Start gegangen, die mit einem Einstiegspreis von 37 350 Euro auf dem Niveau des Vorgängers liegt.

Zwar hat sich an den Abmessungen nichts geändert – die Länge ist mit 4,37 Metern gleich geblieben – und das Design ist nur geglättet und noch weiter reduziert worden, sagt Designchef Gerry McGovern. Doch innen bietet der Evoque deutlich weniger Schalter, ein eleganteres Cockpit und mehr Platz: Es gibt spürbar mehr Beinfreiheit im Fond, mehr Ablagen und einen Kofferraum, der um zehn Prozent auf 591 bis 1383 Liter wächst.

Angetrieben wird der neue Evoque – wie auch der Jaguar E-Pace – von Vierzylinder-Benzinern und -Dieseln, die ein Leistungsspektrum von 110 kW/150 PS bis 221 kW/300 PS abdecken und in Kombination mit der Automatik immer als Mild-Hybrid ausgeliefert werden. Ein mit 48 Volt betriebener Startergenerator hilft beim Anfahren, verlängert die Start-Stopp-Phasen und erhöht den Rekuperationsanteil.

So senkt er den Verbrauch im Alltag laut Land Rover um bis zu sechs Prozent und drückt den CO2-Ausstoß im Normverfahren für den schwächsten Diesel auf bestenfalls 143 g/km. Dieser wird mit Front- statt Allradantrieb angeboten. Später im Jahr soll erstmals noch ein Plug-in-Hybrid auf Basis eines Dreizylinder-Benziners kommen, so der Hersteller. Zwar betont Land Rover die Offroad-Fähigkeiten des Evoque und bietet dafür zwei Allradsysteme an, hat aber auch ein paar Neuerungen aus der digitalen Welt eingebaut. So wird die Motorhaube durch den „ClearSight Ground View“ quasi durchsichtig, weil Kameras während der Fahrt ums Auto herum filmen und die Elektronik daraus einen entsprechenden Röntgenblick komponiert. Das erleichtert unter anderem das Rangieren in enge Parklücken und an hohen Bordsteinen.

Ebenso innovativ präsentiert sich eine weitere Neuheit im Range Rover Evoque. Der „ClearSight Smart View“-Innenspiegel verwandelt sich auf Knopfdruck in einen HD-Videobildschirm. Sollte der Blick nach hinten durch Passagiere oder Ladung eingeschränkt oder versperrt sein, lässt eine rückwärts gerichtete Kamera den Fahrer zurückschauen. Die Kamera über dem Heckfenster eröffnet nicht nur ein breites Sichtfeld von 50 Grad, sie erleichtert zudem die rückwärtige Orientierung bei schlechten Lichtverhältnissen.

Im Euro NCAP-Test sammelte der Evoque die besten Noten aller jemals bewerteten Modelle von Jaguar Land Rover. Während er für den Schutz erwachsener Passagiere einen Wert von 94 Prozent erhält, wird der Schutz von Kindern mit 87 Prozent eingestuft. Damit übertrumpft der neue Evoque selbst seine Markengeschwister Range Rover Velar und Land Rover Discovery, die zuletzt gleichfalls mit fünf Sternen und guten Bewertungen ausgezeichnet wurden. Serienmäßig ist der Evoque zur Unfallverhütung beispielsweise mit Notfall-Bremsassistent, Spurhalteassistent, Einparkhilfen vorn und hinten sowie einer Rückfahrkamera bestückt. Darüber hinaus lässt sich das Sicherheitsangebot weiter aufwerten: etwa mit dem optionalen Parkhilfe-Paket, zu dem die Elemente Parkassistent, Einparkhilfe 360°, Kollisionswarnsystem bei Rückwärtsfahrten und Toter-Winkel-Warnsystem bei Türöffnung gehören. Auf Wunsch ist ferner für den Evoque ein Fahrassistenz-Paket lieferbar – inklusive adaptiver Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go, Toter-Winkel-Spurassistenten für hohe Geschwindigkeiten und autonomem Notfall-Bremsassistenten für hohe Geschwindigkeiten.

Ob vom Evoque auch wieder ein Dreitürer und ein Cabrio angeboten werden, ist noch unklar. Ab kommendem Jahr werden jedenfalls laut Jaguar Land Rover alle neuen Modelle über eine elektrische Option verfügen, entweder vollelektrisch oder als Plug-in- und als Mild-Hybrid-Version. Weiterhin werde das Portfolio aber auch die neuesten Diesel- und Benzinmotoren umfassen.dpa/jp

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