Michael Resch (2.v.l), Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart, erklärt Theresia Bauer (l) (Bündnis 90/Die Grünen), Wissenschaftsministerin von Baden-Württemberg, Kai Gniffke (2.v.r.), Intendant des SWR und Jan Büttner (r), Verwaltungsdirektor des SWR den Supercomputer. Foto: Tom Weller/dpa - Tom Weller/dpa

Der Musikbestand des SWR umfasst knapp zwei Millionen Titel. Um diese zu analysieren, soll der Supercomputer der Uni Stuttgart aushelfen.

Stuttgart (dpa/lsw)Aus zwei Millionen Audiodateien besteht der Musikbestand des Südwestrundfunks (SWR) - ein Computer des Höchstleistungsrechenzentrums der Universität Stuttgart (HLRS) soll nun helfen, diese Datenmengen zu analysieren. Er soll ähnlich klingende Musiktitel automatisch erkennen und so die Suche nach passender Hintergrundmusik für Fernseh- und Internet-Beiträge erleichtern. «Der Supercomputer der Uni Stuttgart eröffnet dem SWR enorme Möglichkeiten», sagte SWR-Intendant Kai Gniffke bei der Vorstellung der Kooperation am Donnerstag in Stuttgart.

Auf 700 Charakteristika hin sollen die Musiktitel untersucht werden, etwa danach, welche Instrumente, welcher Rhythmus und welche Stimmung überwiegen, ob die Musik in Dur oder Moll ist oder von einer weiblichen oder männlichen Stimme gesungen wird. Journalisten können in dem Programm per Schlagwort - etwa «Wald Herbststimmung» - suchen und bekommen ein passendes Musikstück vorgeschlagen. Entspricht das nicht den Wünschen, können weitere ähnliche Stücke geladen werden.

Zur Veranschaulichung des Programms wurde am Donnerstag im HLRS ein virtueller dreidimensionaler Raum eingerichtet. Ähnlich klingende Musikstücke wurden darin - als Punkt visualisiert - räumlich nah beieinander dargestellt. Mittels 3D-Brille konnten die Besucher so die Funktionsweise nachvollziehen. Unter ihnen war auch Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).

Der SWR hatte rund 230 000 Audiodateien schon auf eigene Faust analysiert. Den kompletten Bestand auf die 700 Charakteristika hin zu untersuchen, hätte die eigene IT aber nicht leisten können, wie der SWR mitteilte. Dafür muss nun der Supercomputer des HLRS ran. Der schafft dem SWR zufolge in Sekunden, wofür normale Computer Tage oder Wochen brauchen.

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