Manuel Späth. Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

Manuel Späth zieht nach der EM Bilanz – und ist zuversichtlich, dass die deutschen Handballer bald wieder eine Medaille holen.

EsslingenAm Ende eines spannenden Finales haben sich die spanischen Handballer verdient mit 22:20 gegen Kroatien durchgesetzt und den Europameistertitel verteidigt. Vor dem Turnier waren die Iberer zwar wie jedes Jahr im erweiterten Favoritenkreis, aber so richtig auf dem Schirm hatte sie selbst nach dem deutlichen Sieg gegen Deutschland kaum jemand. Die größten Stärken der Spanier sind ihre Eingespieltheit und Cleverness. Sie haben viele Spieler jenseits der 30 Jahre, die schon seit vielen Jahren zusammenspielen und sich bestens kennen. Gespannt darf man allerdings darauf sein, wie sich das Team in Zukunft präsentieren wird, wenn nach den Olympischen Spielen möglicherweise einige der arrivierten Spieler ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt geben.

Es gibt zwar sehr viele erfolgreiche spanische Trainer, so wurden beispielsweise alle Vereine des letztjährigen Final Fours der Champions League von Spaniern trainiert, aber das Niveau der spanischen Liga ist bei Weitem nicht mehr so hoch, wie es einmal war. Einzig und allein der FC Barcelona gehört noch zur aktuellen europäischen Spitze.

Nicht ganz zur Spitze gehörte bei dieser EM die deutsche Nationalmannschaft. Allerdings erreichte die Mannschaft mit dem Sieg gegen Portugal und dem fünften Platz einen versöhnlichen Abschluss. Letztlich bleibt festzuhalten, dass sich das deutsche Team während des Turniers erheblich gesteigert und eine gute Entwicklung genommen hat. Man merkte dem Team anfangs, auch aufgrund einiger Verletzter, einige Unsicherheiten im Zusammenspiel an, die sich jedoch nach und nach legten. Großen Anteil daran hatte vor allem Philipp Weber, der das Angriffsspiel sichtlich belebte und zu einem der Gewinner im deutschen Team gehörte.

Trotz der Niederlage im Spiel um Platz fünf gehören auch die Portugiesen zu den Gewinnern bei dieser EM. Mit ihrer Unbekümmertheit und erfrischenden Spielweise ärgerten sie einige der etablierten Nationen und dürften auch in Zukunft noch für viel Furore sorgen. Wie bei den Spaniern ist auch bei dem portugiesischen Team die Eingespieltheit eine große Stärke. Gleich neun Spieler tragen das Trikot des Topclubs FC Porto und trainieren demnach tagtäglich zusammen.

Sollte die deutsche Nationalmannschaft nun über einen längeren Zeitraum in dieser Konstellation zusammenbleiben, macht dies nicht nur Hoffnung für das bevorstehende Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele, sondern auch darauf, dass die deutschen Fans sich zeitnah vielleicht auch mal wieder über eine Medaille oder gar einen Titel freuen dürfen.

Manuel Späth stammt aus Ostfildern, wohnt in Esslingen und spielt für den Handball-Bundesligisten TVB Stuttgart. Für diese Zeitung analysiert der 40-fache Nationalspieler das Geschehen bei der Handball-EM.

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