Nicht nur bei der Einweihung im Juni war die Esslinger Nordschleife 2.0 gut besucht, sondern die gesamte Saison über. Foto: Archivfoto: Dietrich

Es war ein langer und steiniger Weg bis zur Eröffnung der neuen Esslinger Nordschleife, kurz EsNos 2.0. Doch inzwischen hat die Mountainbikestrecke unterhalb des Katzenbühls die erste Saison überstanden – und offenbar für viel Begeisterung gesorgt. Bei der Radsportabteilung des TV Hegensberg, die den Trail betreibt, ist man jedenfalls vollauf zufrieden. Und es gibt schon Ideen, wie die Abfahrt in Zukunft noch interessanter gestaltet werden könnte.

Von Melanie Braun

Für Joe Reiser, Vorsitzender der Radsportabteilung, waren die ersten Monate seit der Eröffnung im Juni ein voller Erfolg: „Wir sind wirklich zufrieden“, sagt er. Es habe viel positives Feedback für die Strecke gegeben und vor allem am Anfang hätten einige Fahrer lange Anfahrten in Kauf genommen, um die EsNos zu testen. Auch einige Youtube-Blogger hätten über den Trail berichtet – entsprechend groß war der Andrang. Zum Glück habe die frische Strecke aus Lehmerde den Ansturm gut überstanden. Bei viel Regen oder langer Trockenheit hätte das auch schief gehen können.

Verschiedene Nutzer auf dem Trail

Auch nach dem ersten Run wurde die Abfahrt gut genutzt. Reiser schätzt, dass an einem gut besuchten Tag am Wochenende 30 bis 50 Biker den Parcours hinunter gesaust sind, vielleicht auch mehr. „Wir haben jede Form von Nutzer gesehen“, sagt er. Von jungen Familien, die sich vorsichtig voran tasteten, bis hin zu ambitionierten Wettkampfsportlern habe es alles gegeben. Das Gros der Fahrer bewege sich bislang aber zwischen fortgeschrittenen Einsteigern und routinierten Bikern zwischen 15 und 45 Jahren. Auch mit E-Bikes sei die Strecke genutzt worden.

Allerdings hatten einige Anwohner im Bereich der Kuhsteige zunächst Sicherheitsbedenken. Denn dort mündet der Weg von der EsNos in Richtung Esslingen in einer Kreuzung mit steiler Zufahrt. Angesichts der Bedenken habe man dort insgesamt sechs Schilder installiert und in den sozialen Medien zur Rücksicht aufgerufen, berichtet Joe Reiser. Er habe den Eindruck, dass sich die Situation verbessert hat – zumal dem Verein weder Unfälle noch Beschädigungen gemeldet worden sind.

Auch ein erstes größeres Event hat es auf der EsNos schon gegeben: Im Oktober standen hier die Vereinsmeisterschaften an. Neben zwei Abfahrtsläufen auf Zeit gab es auch ein Uphillrennen mit Le Mans Massenstart: Auf ein Startsignal hin sprinteten die Biker zu ihren Rädern und pedalierten so schnell sie konnten vom Ziel hoch zum Start. Die Veranstaltung soll in der nächsten Saison auf jeden Fall wiederholt werden. Zudem sind ein Tag der offenen Tür und Bike-Test-Tage in Planung.

Im Winter bleibt es ruhig auf der Strecke

Vorerst aber wird es etwas leerer bleiben auf dem Trail. Im Winter fahren laut Reiser nur die hartgesottenen Mountainbiker: „Da putzt man oft länger, als man fährt.“ Aber schon im März würden viele ihre Räder wieder herausholen, und spätestens im April oder Mai starte die neue Saison richtig. Davor müsse man vermutlich noch zwei, drei Bautage einplanen, um die Strecke zu richten.
Der aufwendige Erdbau habe sich aber gelohnt: Bislang habe man lediglich Kleinigkeiten ausbessern müssen. Nur eine Kurve habe sich als problematisch erwiesen: Nach starkem Regen hat sich hier oft eine Pfütze gebildet. Inzwischen habe man den Bereich umgebaut und das Problem damit gelöst. Auch insgesamt ist die Pflege der Strecke gut organisiert. Es gibt ein zehnköpfiges Pflegeteam, die „EsNos Trailcrew“, das Kleinigkeiten spontan reparieren kann. Bei größeren Einsätzen werden Bautage mit Freiwilligen organisiert. Der Streckenzustand wird laut Reiser jede Woche kontrolliert, und etwa alle zwei Monate stehen einige Stunden Pflege an.

Neue Ideen für eine Erweiterung

Obwohl die Abfahrt so gut angenommen wurde, lehnen sich ihre Erbauer jetzt nicht zurück. „Eine gute Strecke muss sich immer weiter entwickeln“, sagt Joe Reiser. Deshalb habe man sich schon im Voraus einige Streckenabschnitte genehmigen lassen, die man bislang noch gar nicht realisiert hat. „Uns war es beim Bau wichtig, eine solide Grundbasis zu erstellen, die von Anfang an funktioniert“, sagt Reiser. Das habe geklappt. Einige Jugendliche im Verein hätten aber schon gute Ideen für eine Erweiterung. Diese könne eventuell im nächsten Herbst kommen – sicher ist das aber noch nicht: „Wir wollen uns selbst keinen unnötigen Zeitdruck auferlegen“, sagt Reiser.
Noch nicht abgeschlossen ist die Finanzierung des neuen Trails. Etwa die Hälfte der etwa 60 000 Euro Baukosten habe man inzwischen zusammen. Neben einem Zuschuss der Stadt trugen dazu Spenden und Sponsorenbeiträge sowie die Einnahmen aus verschiedenen Aktionen bei. Doch um die restlichen Investitionskosten sowie die etwa 7000 bis 10 000 Euro pro Jahr für die Instandhaltung der Strecke zu stemmen, sei man weiterhin auf Unterstützung angewiesen – unter anderem könne eine rege Teilnahme am Mountainbike-Basar des Vereins am 11. März weiterhelfen.

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