Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Die Plochinger hoffen auf einen guten Start ins Handballjahr 2020.

PlochingenJungs, geht heim, reflektiert euch. Sucht nicht den Fehlern bei anderen. Jeder weiß, dass viel gefehlt hat, bei jedem. Mental, was die Einsatzbereitschaft angeht – es hat uns tatsächlich an allem gefehlt. Im nächsten Training muss jeder wissen, was die Stunde geschlagen hat.“ Diese Ansage machte Dominik Werbitzky den Handballern des TV Plochingen nach dem desolaten Auftritt des Drittligisten beim diesjährigen EZ-Pokal. Beide Gruppenspiele hatte das zuvor als Turnierfavorit gehandelte Team schlimm verloren. Klare Ansagen wie diese macht Werbitzky zur Zeit oft.

„Meine herausfordernde Aufgabe als Kapitän ist es, das Team zusammenzuhalten, auch wenn es gerade nicht läuft“, sagt der Linksaußen. In der Tat: Nach dem ordentlichen Saisonstart läuft es zur Zeit für den TVP in der 3. Liga nicht. Mit 10:24 Punkten ist die Mannschaft Drittletzter und in akuter Abstiegsgefahr. Werbitzkys Stärke, das Team immer wieder mitzureißen, ist gefragt. „Ich muss mich trotz des Missmutes vor die Mannschaft, vor die Fans, vor die Presse stellen.“ Auch, wenn das Team sieben Spiele hintereinander verliert. Auch, wenn der TVP beim EZ-Pokal „einen der schlechtesten Auftritte, die ich je mit Plochingen erlebt habe“ hinlegt. „Das Gute ist, dass wir beim EZ-Pokal keine Punkte verloren haben“, sagt der Motivator. „Unser Fokus liegt auf den nächsten 13 Spielen in der Liga. Wir haben das Ziel, die Liga zu halten. Wir müssen zu der Form zurückfinden, die wir zu Saisonbeginn hatten.“

Umschwung gefordert

Da war der TVP frisch aufgestiegen, Werbitzky hatte sich zum Leistungsträger gemausert, immer mehr Verantwortung und das Kapitänsamt von Dominik Eisele übernommen, der es beruflich nicht mehr so oft ins Training schafft. „In die Rolle muss ich sicher noch mehr reinwachsen, ich bin ja noch relativ jung“, sagt der 23-jährige Werbitzky über seine neue Aufgabe als Führungsspieler. „Ich habe aber vollstes Vertrauen, dass ich das schaffe.“

2015 kam Werbitzky als A-Jugendspieler von Frisch Auf Göppingen zum TVP, fiel da schon durch seine aggressive Abwehrarbeit auf. „Da war ich noch grün hinter den Ohren“, sagt er und lacht. „Persönlich bin ich jetzt viel weiter.“ Die Führungsrolle hat er nicht beim Handball, sondern auch im Beruf. Bei EWS in Uhingen ist er seit Anfang vergangenen Jahres Abteilungsleiter, dort absolvierte er seine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker.

Entwicklung erwartet Werbitzky auch von seinen Teamkollegen. Im Heimspiel am Samstag (20 Uhr) gegen die HBW Balingen-Weilstetten II erwartet Werbitzky eine Leistungssteigerung. „Wenn ich sagen würde, wir verlieren die nächsten 13 Spiele, dann wäre ich im Kapitänsamt falsch aufgehoben.“ Und wenn es doch die nächste Niederlage setzt? „Dann haben wir wieder irgendwas falsch gemacht, das wir aufarbeiten müssen.“ Und Werbitzky wird wieder eine klare Ansage machen.

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