In Dresden warten die Angeklagten auf ihr Urteil. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Ist das Recht in Deutschland für alle gleich? Auf der einen Seite schon. Auf der anderen darf man zweifeln, kommentiert Christian Gottschalk.

Die jungen Männer, die in den letzten Monaten vor dem Dresdner Landgericht saßen, um sich für einen der größten Kunstdiebstähle der deutschen Geschichte zu verantworten, gehören sicher nicht zu den Sympathieträgern der Nation. Wer als Mitglied eines Familienclans tituliert wird, wer Vorstrafen sammelt wie andere Leute Briefmarken, wer mit Statussymbolen protzt, bei denen der Verdacht nahe liegt, dass sie nicht durch ehrliche Arbeit erworben wurden, über den ist der Stab schnell gebrochen. Dass ausgerechnet so jemand mit einer vergleichsweise geringen Strafe bedacht wird, kann das allgemeine Gerechtigkeitsempfinden schon in Turbulenzen versetzen. Der Deal im Strafprozess, das ist und bleibt eine umstrittene Angelegenheit.

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