Der Impfrückstand soll schnell aufgeholt werden. Foto: imago images/Martin Wagner

Hunderte Impfungen sind in den wenigen Tagen alleine im Kreis Esslingen ausgefallen, in denen der Astrazeneca-Impfstoff nicht verabreicht werden durfte. Der Rückstand soll schnell aufgeholt werden.

Kreis Esslingen - Nachdem erst zu Wochenbeginn der Impfstopp für das Vakzin von Astrazeneca verhängt und am Donnerstag wieder aufgehoben worden war, haben die Kreisimpfzentren (KIZ) in Oberesslingen und an der Messe auf den Fildern schon am Freitag um 7 Uhr wieder begonnen, den Rückstand aufzuholen. Der Neustart laufe sehr gut, sagt Marc Lippe, der Bezirksgeschäftsführer der Malteser Neckar-Alb. „Die Astrazeneca-Impfter­minangebote werden gut angenommen, viele Leute kommen.“ Nachdem vorsorglich alle Termine für eine Impfung mit dem schwedisch-britischen Vakzin bis Ende der Woche abgesagt worden waren, hieß es ab Freitag: Rolle rückwärts. Die Impfzentren riefen alle mit einem abgesagten Astrazeneca-Impftermin von Freitag bis Sonntag über die Medien auf, ihn dennoch wahrzunehmen. „Wir versuchen auch, Leute anzurufen“, sagt Lippe. Allerdings sei es nicht möglich, alle Betroffenen zu erreichen.

Während des Stopps von Montag bis Donnerstag waren täglich etwa 220 Impftermine in den zwei KIZ ausgefallen. Die versuche man nun, auf kommende Woche zu verlegen, so Lippe. Hinzu kommen weitere nicht wahrgenommene Impftermine bis zum Sonntag. In dieser Woche waren im Kreisimpfzentrum in Esslingen insgesamt etwa 600 Impfungen täglich vorgenommen worden, an der Messe etwa 400 pro Tag. In Esslingen wurde zuletzt mehr gespritzt, weil das KIZ aufgrund seiner langen Warteliste ein Impfstoff-Sonderkontingent erhalten hatte. Derzeit sind Lippe zufolge noch etwa 2500 Wartende für das KIZ Esslingen und 1400 für das KIZ Messe notiert. Problem sei, dass viele auf der Liste schon andernorts geimpft worden seien, wenn die KIZ ihnen Termine anböten. Kommende Woche erwartet Lippe trotz des Astrazeneca-Nachholeffekts ähnliche Impfzahlen aufgrund von Lieferengpässen des schwedisch-britischen Herstellers.

Mobile Teams nicht betroffen

Das Sozialministerium weist darauf hin, dass keine neuen Impftermine vergeben würden, bis der Rückstand aufgeholt sei. Menschen aus der zweiten Prioritätsgruppe sind hierzulande bereits impfberechtigt. Wer einen Termine habe, könne sich impfen lassen. „Alle Personen ab 18 Jahren, die impfberechtigt sind, bekommen wieder grundsätzlich Termine mit allen verfügbaren Impfstoffen – je nachdem, was gerade frei ist bei der Terminbuchung“, so ein Ministeriumssprecher. Das gelte, sobald wieder neue Termine ausgemacht werden können. Wann das genau sein wird, ist noch nicht bekannt.

Von dem Astrezeneca-Hin-und-Her nicht betroffen sind die vier mobilen Impfteams im Kreis. Diese verwenden ohnehin nur das Vakzin von Biontech. Hier werden etwa 600 Impfungen pro Woche erreicht. Aktuell liegt der Schwerpunkt noch auf den Zweitimpfungen in Altenheimen, Tagespflegestätten und Einrichtungen für betreutes Wohnen. Nachdem diese weitgehend abgeschlossen sind, soll es nach Angaben von Dennis Tabler von den mobilen Impfteams ab Ende März vor allem um Vor-Ort-Aktionen für Über-80-Jährige in den Kreiskommunen gehen. Seit Freitag werden über 80-Jährige aus Altbach, Deizisau und Plochingen in Altbach geimpft. In der kommenden Woche geht das Impfen vor Ort in Notzingen los. Mit weiteren Kommunen im Kreis würden Termine vereinbart. 39 der 44 Kommunen im Kreis hätten Interesse bekundet.

„Wir hoffen, dass wir trotz aller Widrigkeiten beim Impfen in den vergangenen Tagen nun ein gutes Stück vorankommen werden“, sagt Landrat Heinz Eininger. Eine weitere Säule des Impfens, heißt es aus dem Landratsamt, fuße darauf, in Arztpraxen zu impfen. In Kirchheim laufe dazu bereits ein Pilotprojekt des Landes in einer Praxis. Ab Mitte April sollen auch in weiteren Hausarztpraxen Impfungen angeboten werden.

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