Die Dachkonstruktion eines Gebäudes eines Schweinemastbetriebes liegt nach einem Feuer in Trümmern. In dem Betrieb war es zu einem Großbrand gekommen. Foto: dpa/Stefan Sauer

Rund 50.000 Ferkel und 7000 Sauen sind bei einem Brand in einer Ferkelaufzucht ums Leben gekommen. Anwohner und Umweltschützer hatten immer wieder gegen die Anlage demonstriert – nun hagelt es weiter Kritik an den überdimensionierte Stallanlagen.

Alt Tellin - Bei einem Feuer in einer Ferkelaufzucht in Alt Tellin bei Anklam in Mecklenburg-Vorpommern sind rund 50.000 Ferkel und 7000 Sauen ums Leben gekommen. Etwa 1300 Sauen konnten noch aus den brennenden Ställen im Landkreis Vorpommern-Greifswald getrieben werden, wie ein Sprecher des Unternehmens am Donnerstag sagte. Der Brand hatte am Dienstag nach und nach alle 18 Ställe der Anlage erfasst.

Drehender Wind erschwerte die Löscharbeiten der Feuerwehren. Die Ursache des Brands war bis zuletzt noch nicht bekannt. Die Kriminalpolizei ermittelte. Die Zuchtanlage war eine der größten von elf Standorten der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD). Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sprach von einer „Tragödie“. Anwohner und Umweltschützer hatten immer wieder gegen die Anlage demonstriert.

Kritik an überdimensionierte Stallanlagen

Eine Sprecherin der Umweltschutzorganisation BUND wies darauf hin, dass ihre Organisation bereits vor der Genehmigung der Anlage mit detaillierten Gutachten auf unbeherrschbare Brandgefahren hingewiesen habe. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Weiß (Linke) sagte, der Brand in Alt Tellin zeige, dass solch überdimensionierte Stallanlagen nicht beherrschbar seien. Das Feuer müsse analog zum Atomausstieg „das Fukushima für alle Megaställe“ sein.

„Alt Tellin wurde stets den gesetzlichen Vorgaben entsprechend betrieben“, sagte der Sprecher des Aufzuchtbetriebs. Er berichtete, beim Abtransport der überlebenden Schweine seien Lastwagen in Alt Tellin mit Steinen beworfen worden. Einige Fahrzeuge wurden demnach bis zu Standorten des Unternehmens in Brandenburg verfolgt.

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