Stefan Kaufmann Foto: Lichtgut/Michael Latz - Lichtgut/Michael Latz

Die Christdemokraten wollen mit einem Bewerber von außerhalb den Chefsessel im Stuttgarter Rathaus erobern. Den eigenen Bewerbern traut die Partei den Sieg bei der OB-Wahl nicht zu.

StuttgartBei der Stuttgarter CDU lichtet sich das Kandidatenfeld für die OB-Wahl: Die Findungskommission der Partei hat sich einmütig darauf festgelegt, einen externen Bewerber mit Erfahrung als Bürgermeister ins Rennen zu schicken. Entsprechende Informationen unserer Zeitung wurden am Donnerstag aus Parteikreisen bestätigt. Damit dürften sich die Ambitionen der drei Lokalmatadore – Ratsfraktionschef Alexander Kotz sowie die beiden Bundestagsabgeordneten Stefan Kaufmann und Karin Maag – auf eine Kandidatur erledigt haben.

Eigentlich wollte die Findungskommission am Mittwoch zur nächsten Sitzung zusammenkommen. Doch dann traf sich das Gremium überraschend bereits am vergangenen Montag, um Nägel mit Köpfen zu machen und offenbar auch, um Kaufmann, Maag und Kotz zu einem Verzicht zu bewegen. Während Kotz sein Interesse an einer Kandidatur eher zurückhaltend bekundet hatte, ließ Kaufmann parteiintern keinen Zweifel daran, dass er willens und in der Lage wäre, den Chefsessel im Rathaus für die CDU zurückzuerobern. Als schließlich auch Maag in einem Facebook-Video erstmals öffentlich hatte durchblicken lassen, sie habe Interesse an einer Kandidatur und halte sich für geeignet, sah sich die Findungskommission unter Leitung des stellvertretenden Kreisvorsitzenden Roland Schmid offenbar zum Handeln gezwungen. Das Risiko, externe und als besser geeignet empfundene Aspiranten noch länger hinzuhalten oder gar zu verprellen, erschien offenbar zu groß.

Arnold und Nopper als Favoriten

Die CDU hat bereits seit Wochen ein Auge auf mehrere Kandidaten geworfen, die als Rathauschefs in Baden-Württemberg entsprechende Erfahrungen gesammelt haben. Gehandelt wurden bisher Richard Arnold (Schwäbisch Gmünd), Frank Nopper (Backnang) sowie Julian Osswald (Freudenstadt) und Stephan Neher (Rottenburg). Neher hat bisher als Einziger auf Nachfrage zumindest Interesse an einer Bewerbung bekundet, alle anderen wollten sich zunächst nicht öffentlich äußern, solange die Frage einer Kandidatur der drei Stuttgarter Platzhirsche im Raum stand.

Zu dem Quartett hat sich nach Recherchen unserer Zeitung nun noch ein fünfter Interessent gesellt: Der Winnender Rathauschef Hartmut Holzwarth soll ebenfalls nicht abgeneigt sein, einem Ruf nach Stuttgart zu folgen. Der 50-Jährige leitet seit 2009 das Rathaus der Großen Kreisstadt und wurde 2018 im Amt bestätigt. In den 90er-Jahren war er im Wissenschaftsministerium in Stuttgart tätig.

Innerhalb der Union gelten nun Arnold und Nopper als Favoriten. Dabei scheint der 61-Jährige Gmünder die Nase vorn zu haben. Christdemokraten erinnern in diesen Tagen gern daran, dass es schon einmal ein Gmünder in die Chefetage des Stuttgarter Rathauses geschafft habe: Wolfgang Schuster. Aber auch Noppers Bilanz in Backnang wird gelobt – auch wenn böse Zungen lästern, ein Nopper im Rathaus sei genug. Gemeint ist Bruder Klaus, der der CDU-Fraktion angehört und für seine stramm konservativen Ansichten bekannt ist.

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