Der Denkendorfer Gemeinderat billigt den Entwurf des Bebauungsplans für das Wohngebiet Wasserreute. Zugleich entscheidet das Gremium über den Vertrag mit dem Erschließungsträger.
Wohnungen, vor allem für Familien und Menschen mit geringerem Einkommen, sind in Denkendorf wie überall Mangelware, der Wohnungsmarkt ist angespannt. Das neue Gebiet Wasserreute am nördlichen Ortsrand zwischen der Straße „Lange Äcker“ und Uhlandstraße soll Abhilfe schaffen. Bis zu 88 Wohneinheiten sollen unter anderem in Form von Reihen-, Ketten- und Mehrfamilienhäusern entstehen.
Im Sommer 2026 könnte die Bebauung beginnen
Im kommenden Jahr soll die Erschließung des Gebiets beginnen. Dazu hat die Gemeinde jetzt mit der Kirchheimer Firma Geoteck einen Erschließungs- und städtebaulichen Vertrag geschlossen, die Firma ihrerseits wird Erschließungsverträge mit den privaten Grundstückseigentümern schließen. Sie regeln unter anderem, welche Kosten die Privateigentümer tragen müssen. Auch die Kommune, die ebenfalls Grundeigentümerin ist, muss ihren Anteil bezahlen. Zudem entfallen auf sie Kosten, die nicht direkt dem Baugebiet zugeordnet werden können. Dazu gehören anteilige Kosten für den Hochwasserschutz sowie für die Vergrößerung von zwei bestehenden Kanalhaltungen. Die Erschließung wird etwa ein Jahr dauern, im Sommer 2026 könne die Bebauung beginnen, sagte der Geoteck-Geschäftsführer Günter Baumann im Gemeinderat.
Der Bebauungsplan sieht vor, dass in dem Gebiet Wohnraum für gut 200 Menschen geschaffen wird. Das bedeutet eine hohe Bewohnerdichte in dem knapp 1,6 Hektar großen Areal. Im südlichen und östlichen Teil sind Einfamilienhäuser geplant. Hinzu kommen fünf Mehrfamilienhäuser im nördlichen und mittleren Baufeld. Die Gebäude gruppieren sich um einen gemeinschaftlichen grünen Innenhof. Auch ein Spielplatz ist vorgesehen. Die Mehrfamilienhäuser sollen eine zentrale Tiefgarage erhalten.
Ursprünglich war das Gebiet zwischen der Straße „Lange Äcker“ und der Uhlandstraße wesentlich größer geplant. Doch Anwohner machten mobil und sammelten gut 700 Unterschriften gegen den Verlust wertvollen Ackerlands und der befürchteten Verkehrsbelastung der umliegenden Quartiere. Statt eines Bürgerentscheids schlossen Verwaltung und Bürgerinitiative einen Kompromiss. Dieser sah unter anderem vor, dass die Fläche für die Bebauung von 2,5 auf knapp 1,6 Hektar verkleinert wurde. Damit verzichtet die Kommune auf die Bebauung eines Grundstücks, das sich komplett in ihrem Besitz befindet. Doch auch im verbleibenden Areal gehört ihr noch gut ein Viertel der Fläche. Dort ist überwiegend geförderter oder sozialer Wohnungsbau geplant.
Um das Gebiet vor Schäden durch Überflutungen zu schützen, sind aufwendige Sicherungsmaßnahmen geplant. Am nördlichen Rand sollen unter anderem Dämme aufgeschüttet werden.
Lange galt in Denkendorf das Prinzip „Innen- vor Außenentwicklung“. Man setzte auf verdichtete Bauweise im Innenbereich. Mit dem Gebiet Wasserreute weicht man nun davon ab. Vor allem der Verlust von Ackerland wird von etlichen Bürgerinnen und Bürgern kritisch gesehen. Umso mehr lege man Wert darauf, dass bezahlbarer Wohnraum entstehe, sagte unter anderen Frank Obergöker, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Kritisch sieht den Flächenverbrauch auch die Bio-Landwirtin Christa Brockhaus-Henzler (SPD). „Wichtig ist es, dass wir dort Wohnraum für Familien mit kleinem Einkommen schaffen, denn teure Wohnungen gibt es viele im Ort.“ Die Rätin stört auch, „dass zahlreiche Wohnungen leer stehen“.
Wohngebiet Wasserreute
Verdichtetes Bauen
In dem Gebiet Wasserreute sollen 88 Wohneinheiten für bis zu 218 Menschen entstehen. Damit ist die Bewohnerdichte laut dem Planungsbüro Schreiberplan sehr hoch. Geplant ist ein Mix aus Mehrfamilien-, Reihen-, Doppel- und Einzelhäusern in verschiedenen Gebäudeformen.
Namen
Das Wohngebiet ist benannt nach der Gemarkung Wasserreute. Die beiden Straßen, die künftig durch das Areal führen, heißen in Anlehnung an Flurnamen „Hubäcker“ und „Eicherweg“.