Die Theo ist am Sonntag autofrei. Foto: Lichtgut/Leif Piechowski - Lichtgut/Leif Piechowski

Die Stadt wirbt für nachhaltige Mobilität und Klimaschutz mit einem Fest auf der Theodor-Heuss-Straße. Zudem findet auf der B 14 zwischen Wilhelmsplatz und Charlottenplatz ein Picknick statt.

StuttgartAutofreie Sonntage kennt man aus den 1970er-Jahren, zu Zeiten der Ölkrise, als man selbst auf Autobahnen Fahrradfahren und Rollschuhlaufen konnte. Auch OB Fritz Kuhn (Grüne) hat das erlebt und daran erinnert, als er am Dienstag vorstellte, wie die Verwaltung am Sonntag das Thema autofreie Stadt im kleinen Rahmen angeht. Unter dem Motto „Theo – autofrei“ findet auf der Theodor-Heuss-Straße von 11 bis 18 Uhr ein Fest statt. Rund 30 Vereine, Verbände und Organisationen beteiligen sich mit Ständen auf der Straße, die wegen Vorarbeiten und Abbau zwischen 5 und 24 Uhr zwischen der Fritz-Elsas-Straße und der Kronenstraße gesperrt wird.

„Wir wollen zeigen, was kulturell in der Stadt alles möglich ist, wenn wir die zusätzlichen Flächen dafür haben“, erklärte Kuhn. Und die Stadt will mit der Veranstaltung ein Zeichen setzen für nachhaltige Mobilität, Lebensqualität und Klimaschutz. Dass dies manchen in der Stadt und im Rat zu wenig ist, ficht den OB nicht an. „Jetzt fangen wir mal an“, sagte er und bemerkte, dass es auch Stimmen gegeben habe, die gegen den Aktionstag waren.

Dass das von der SÖS angeregte Bündnis „Platz da! echt autofrei“ ebenfalls am Sonntag zwischen 14 und 16 Uhr ein „zweistündiges Picknick“ auf der B 14 zwischen Charlottenplatz und Wilhelmplatz angemeldet hat, sieht Kuhn eher als Bestätigung denn als Kritik. Auch wenn das Bündnis die eigene Aktion damit begründet, dass bei einem autofreien Sonntag „wenigstens die Innenstadt weitestgehend frei von Autos“ sein sollte. Zu den erwartbaren Verkehrsbehinderungen sagte Kuhn: „Die kann man einen Tag bewältigen.“ Er kann sich vorstellen, dass das Straßenfest, das im Rahmen der Europäischen Mobilitätswoche stattfindet, kommendes Jahr größer sein könnte, etwa erweitert um die Schillerstraße.

Die Kosten für das Großereignis sind schon jetzt beträchtlich. Die Stadt hat dafür 370 000 Euro veranschlagt, den größten Brocken machen die umfangreichen Absperrmaßnahmen aus. Dazu kommen circa 200 000 Euro an Einnahmeausfällen, welche die Stadt dem Verkehrs- und Tarifverbund VVS erstatten muss. Denn am Sonntag wird der öffentliche Nahverkehr im ganzen Stadtgebiet, also in der VVS-Tarifzone 1, kostenlos sein. Das gilt für S-Bahnen, Stadtbahnen, Busse genauso wie für die Zacke und die Standseilbahn. Wer von außerhalb kommt, kann eine Zone weniger lösen als nötig wäre. Die Stuttgarter Straßenbahnen und die S-Bahnen setzen streckenweise Doppelzüge oder schon früh Vollzüge ein.

Das Angebot beim Straßenfest auf der Theodor-Heuss-Straße kombiniert Information mit Spiel und Spaß bei Mitmachprogrammen. So gibt es etwa Hindernisstrecken für Inline-Skater und Lastenradfahrer, Malaktionen für Kinder, eine solarbetriebene Küche, man kann Testfahrten mit dem Liegebike machen, kicken im Soccer-Court und vieles mehr. Auf zwei Bühnen wird Musik, Tanz und mehr geboten, unter anderem mit der Kompanie Gauthier Dance, den Bands Ben Jakob, Steamy Bahir und Woodsman sowie den Slamern Moritz Konrad, Marina Sigl und Nikita Gorbunov.

Parallel findet von 11 bis 18 Uhr auf dem Markt- und dem Karlsplatz der dritte Aktionstag Elektromobilität statt.

Aktionstag in der Theodor-Heuss-Straße

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: