Die Esslinger Stadtverwaltung Foto: Bulgrin - Bulgrin

AM Montag entscheidet der Esslinger Gemeinderat über den künftigen Standort der Stadtbücherei. Damit soll eine jahrelange Hängepartie zu Ende gehen.

EsslingenKommenden Montag schlägt für die Esslinger Stadtbücherei die Stunde der Wahrheit: Nachdem Gemeinderat und Verwaltung bislang meist hinter verschlossenen Türen über den künftigen Standort diskutiert hatten, soll nun öffentlich entschieden werden. Die Gemeinderatssitzung beginnt um 16 Uhr, die Bücherei eröffnet die Tagesordnung. Und obwohl noch immer wesentliche Fragen unbeantwortet sind und die Zahl der Kritiker weiter zugenommen hat, deutet vieles darauf hin, dass die Stadtverwaltung eine Mehrheit für einen Neubau zwischen Küferstraße und Kupfergasse bekommt.

Wie sehr das Herz vieler Bürger für den bisherigen Bücherei-Standort und damit eine Erweiterung und Modernisierung des Bebenhäuser Pfleghofs schlägt, hat sich nicht nur in den öffentlichen Anhörungen von Stadtverwaltung und Ratsfraktionen gezeigt. Auch in der Bibliothek selbst, wo der Förderverein der Bücherei die Pläne für beide Standorte ausgehängt hat, waren die Meinungen klar verteilt. Viele Bücherei-Nutzer konnten nicht verstehen, weshalb ihr Votum in der Debatte offenbar gar nicht gefragt zu sein scheint.

Verwaltungsausschuss, Kulturausschuss und der Ausschuss für Technik und Umwelt haben am vergangenen Montag nochmals nichtöffentlich beraten, wobei sich eine knappe Mehrheit für den Neubaustandort abgezeichnet haben soll: Während sich SPD und Linke bereits zum Pfleghof bekannt haben, dürften CDU und Grüne für den Neubau votieren. Die Grünen hatten nie einen Zweifel daran gelassen, dass sie die Initiatoren eines interfraktionellen Antrags waren, der die Küferstraße ins Gespräch gebracht hatte. Die Freien Wähler dürften nicht geschlossen abstimmen, wobei viele gespannt darauf warten, wer für welchen Standort votiert. Die CDU hatte dem Vernehmen nach am Montag von der Verwaltung eine Garantie verlangt, dass in der Küferstraße trotz vieler Risiken, die vor der Standortentscheidung nicht näher untersucht wurden, mindestens 3600 Quadratmeter Nutzungsfläche erzielbar sind. Ob die Verwaltung diese Garantie geben wird, muss sich am Montag zeigen. Dann wird auch über den Antrag der SPD entschieden, bis zur endgültigen Klärung aller Risiken am „unterlegenen“ Ort keine Tatsachen zu schaffen, die eine spätere Korrektur der Standort-Entscheidung unmöglich machen.

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