Friedlicher Protest: ein Demonstrant in Leipzig Foto: imago/Christian Grube

Selbst Bundeskanzlerin Merkel hat von Rassismus in Deutschland gesprochen. Aber was tun gegen die Diskriminierung im Alltag? Menschen mit dunkler Hautfarbe berichten von Erfahrungen – und über Erwartungen an Fairness in der Gesellschaft.

Stuttgart - Sidney L. kam mit zehn Jahren aus Afrika nach Deutschland, er hat eine dunkle Hautfarbe, ist heute 25 und arbeitet als Speditionskaufmann für einen US-Konzern in der Nähe von Hamburg. Wenn er an rassistische Vorfälle denkt, die ihn persönlich betrafen, fallen ihm jede Menge ein, aber eine Geschichte toppt alle – wirft sie doch ein Licht auf den Unterschied zwischen Deutschland und den USA. Aber zunächst einmal die „normalen“ Vorkommnisse, die auch hierzulande passieren. Da sind die „vielleicht 40 Polizeikontrollen“, die er als junger Mensch schon erfahren hat. Da ist das bewusste Herauspicken seiner Person und eines arabischen Freundes aus einem voll besetzen Bus am Flughafen Stuttgart durch Polizeibeamte für eine Kontrolle – auch zum Entsetzen der weißen Fahrgäste: ein klarer Fall von Racial Profiling, einer Auslese nach äußerem Erscheinungsbild eines Menschen. Aber da sind auch die Tage nach den Kölner Silvestervorfällen 2015, als ältere Menschen in Leinfelden-Echterdingen, seinem damaligen Wohnort, plötzlich die Straßenseite wechselten, wenn Sidney L. zur Arbeit ging. Zuvor hatten sie das nie getan.

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