60 Jahre ist das berühmte Peace-Zeichen alt, das die Friedensaktivisten aus Tagetes-Töpfchen nachstellten. Foto: von Leesen - von Leesen

Etwa 60 Esslinger haben am Antikriegstag am 1. September vor der Nikolauskapelle dem Beginn des Zweiten Weltkriegs gedacht.

EsslingenDas Friedensbündnis Esslingen hat am Samstag mit dem DGB Kreisverband an den Beginn des Zweiten Weltkrieges vor 79 Jahren erinnert. Am 1. September 1939 waren deutsche Truppen in Polen einmarschiert, seit 1957 wird in Westdeutschland der 1. September als Antikriegstag begangen. Zu dem Gedenken versammelten sich etwa 60 Esslinger an der Nikolauskapelle. Paul Russmann, Mitglied im Beirat der Aktion „Ohne Rüstung leben“ in Stuttgart, legte dar, dass die Menschheit auch nach zwei verheerenden Weltkriegen offenbar wenig gelernt hat. Aktuell herrsche Krieg im Jemen, in der Ukraine, in Syrien, in Israel/Palästina und im Süd-Sudan. Mehr als 60 Millionen Menschen seien auf der Flucht. „Im Namen geostrategischer Machtinteressen, religiöser und nationalistischer Fundamentalismen werden Feindbilder aufgebaut, Menschen getötet und Grenzen geschlossen“, sagte Russmann. Der Bundesregierung warf er vor, sich zu wenig für den Frieden einzusetzen. Stattdessen stiegen die Rüstungsausgaben und Rüstungsexporte, was in erster Linie die Rüstungsindustriellen freue. Steigende Rüstungsausgaben und noch mehr militärische Einsätze in anderen Ländern führten aber erfahrungsgemäß nicht zu Frieden, sondern zu noch mehr Krieg. „Eine Bundesregierung, die den sozialen Frieden will, muss den Rüstungsetat drastisch kürzen und mehr Geld für Bildung, Wohnungsbau und soziale Leistungen ausgeben“, so Russmann: „Mehr Geld fürs Wohnen statt für die Anschaffung militärischer Drohnen.“ Zum Abschluss stellten die Friedensaktivisten aus Tagetes-Blumentöpfen das Peace-Zeichen nach, das in diesem Jahr 60. Geburtstag feiert. Zudem wurde ein Kranz zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkrieges niedergelegt.

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