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Das Altbacher Hallenbad wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Gekostet hat es einst 6,6 Millionen Mark. Das Geld ist gut angelegt, allein schon, weil die große Mehrzahl der Altbacher Kinder gut schwimmen kann.

AltbachSchon 1948, drei Jahre nach Kriegsende, hatte der Altbacher Gemeinderat einen Ausschuss zum Bau eines Freibads eingerichtet. Doch es fehlte ein geeigneter Platz. Ebenfalls 1948 wählte die 2500 Einwohner zählende Gemeinde Wilhelm Römer zum Bürgermeister. Als er 1966 in Ruhestand ging und Walter Stetter sein Nachfolger wurde, war ein für Römer sehr wichtiges Vorhaben auf den Weg gebracht, der Bau eines Schul- und Sportzentrums mit Hallenbad. Bis zur Einweihung am 13. Dezember 1968 hatte sich die Bevölkerung Altbachs in etwa verdoppelt.

Der Kostenvoranschlag für die Schulerweiterung, die Sporthalle, das Hallenbad, den Sportplatz und die Ortsbücherei belief sich auf sechs Millionen Mark, tatsächlich investierte die Gemeinde dann 6,6 Millionen Mark in das Großprojekt. Gründe für die Mehrkosten waren unter anderem Verbesserungen beim Hartplatz und an den Umkleideräumen im Hallenbad. Die sorgfältige Planung hatte ganze sieben Jahre gedauert, was Regierungsdirektor Dehlinger vom Regierungspräsidium bei der Eröffnung als „durchaus angemessen“ für dieses große Projekt bezeichnete. Seine Kritik an der „Großzügigkeit des Bauprogramms“ nahm Dehlinger bei der Einweihung wieder zurück, berichtete das Altbacher Heimatbuch.

n. Der ordentliche Haushalt der Gemeinde lag im Einweihungsjahr 1968 bei 3,64 Millionen Mark, der außerordentliche Ha Schwimmkurs 1976 ushalt bei 3,3 Millionen Mark. Der Bau verschlang also in etwa ein Jahresbudget. Da war der Scheck über 55 000 Mark, den Landrat Richard Schall zur Einweihung mitbrachte, recht überschaubar. Für das Gesamtprojekt wurde ein Architektenwettbewerb mit drei Teilnehmern beschlossen, der 1. Preis ging an das Büro Kammerer und Belz in Stuttgart. Auf keinen Fall sollte der Neubau einfach ans bestehende Schulgebäude von 1952 angehängt werden und somit – so der damalige Originalton – eine „Klagemauer“ entstehen. Am 13. Oktober 1967 wurde Richtfest gefeiert. Rund ein Jahr später war der Gesamtbau schon fertig. Rektor Heinrich Janessa zog mit 399 Schülern in zehn Klassen in die neue Schule ein, der Bau von 1952 wurde weiterhin genutzt.

Die Schwimmhalle sollte nicht nur den Schülern, sondern der gesamten Bevölkerung zur Verfügung stehen. Sie wurde sofort gut frequentiert. „Wir sind gut eingestiegen, wir hatten von Anfang an gute Besucherzahlen“, sagt Horst Hackfurt, der ers Hallenbad 1975 te Schwimmmeister. Er war ein Glücksgriff. Zuvor war er in Bittenfeld, das heute zu Waiblingen gehört, im Freibad tätig. Als Elektro- und Wassermeister konnte er viele Dinge selbst erledigen. Sein Kollege Hermann Schwarz war ausgebildeter Schreiner. „Wir haben uns total ergänzt“, sagt Hackfurt. „Wir haben manches an der Inneneinrichtung selbst gebaut.“

Wie lange er genau im Altbacher Hallenbad gearbeitet hat, kann Hackfurt spontan gar nicht sagen: „Das waren so um die 40 Jahre.“ Er schätzte die im Vergleich zum Freibad weit angenehmeren Arbeitszeiten. Seit 17 Jahren ist er im Ruhestand. „Wir haben viel Unterricht für Schüler gemacht“, erinnert er sich. „Schulkinder kamen aus Baltmannsweiler, Deizisau und Plochingen zu uns.“ Auch Erwachsene seien aus umliegenden Ortschaften gekommen. Als das Becken Risse bekam, wurde ein Edelstahlbecken eingebaut. „In der Decke wurde Asbest gefunden und musste entfernt werden.“ Es war nur eines von vielen Projekten: Immer wieder hat die Gemeinde in ihr Hallenbad investiert un 1975 d es in Schuss gehalten.

Mit der Eröffnung des Hallenbads kamen Erich Meyer, Hans Olbrich und Fritz Ebert auf die Idee, eine DLRG-Ortsgruppe zu gründen. Am 20. Juni1 969 waren in der Gaststätte Körschburg 44 Gründungsmitglieder dabei. Erich Meyer übernahm den Vorsitz, Horst Bitzer wurde sein Stellvertreter, Horst Hackfurt Technischer Leiter und Hans Olbrich der Kassier, Rose Leonberger die Frauenwartin. Die Bezirks-Vorstandschaft überreichte der neuen Ortsgruppe eine Vereinsfahne, die Ortsgruppe Ruit spendete 50 Mark. An weiteren Spenden gingen bei der Gründungsversammlung eine Thompson-Matte, ein Thompson-Kissen, ein Tauchring, ein Tauchstein, ein Rettungsgürtel mit Leine und drei Drillich-Anzüge ein. Ende 1969 zählte die Ortsgruppe 58 Mitglieder, fünf Jahre später waren es 200.

„Dank des Engagements der DLRG waren die Altbacher Schulabgänger schon bald fast ausnahmslos des Schwimmens mächtig“, sagt Gabriele Schnaidt, die heutige Vorsitzende der Ortsgruppe, stolz. Die Aktivitäten konzentrierten sich hauptsächlich auf den eigentlichen Auftrag der DLRG, den Schwimmunterricht für Nichtschwimmer und die Ausbildung von Rettungsschwimmern. Zunächst durfte nur Horst Hackfurt die Prüfungen abnehmen. Doch bald erwarben auch Erich Meyer, Hans Olbrich und Fritz Ebert den Lehrschein. „Diesen drei Kameraden zollen wir besonderen Respekt“, sagt Schnaidt. „Erich Meyer leitete ununterbrochen 20 Jahre lang die Geschicke der Ortsgruppe, gemeinsam mit seinem Stellvertreter Helmut Maschler.“

Jubiläumsprogramm

Zum Doppeljubiläum – 50 Jahre Hallenbad und 50 Jahre DLRG Ortsgruppe – gibt es am Samstag, 29. Juni, ein Hallenbadfest, bei freiem Eintritt. Um 12 Uhr erfolgt begrüßen Bürgermeister Martin Funk und die DRLG-Vorsitzende Gabriele Schnaidt die Gäste, um 13 Uhr ist die Abnahme vom „Seepferdchen“ und von „DJSA Bronze“ und „DSA Bronze“ für alle. Um 14 Uhr folgen Wassergymnastik und Aqua-Relax mit Poolnoodle, um 15 Uhr Wasserball und Wasserspiele für Kinder. Um 16 Uhr gibt es Rettungs- und Reanimationsübungen und um 16.30 Uhr wird ein Tauchroboter vorgeführt. Es folgen Spiel und Spaß im Wasser um 17 Uhr, Aqua Fitness um 18 Uhr und von 19 bis 22 Uhr eine Poolparty mit „The Partybrothers“.

Den ganzen Tag über gibt es Kaffee und Kuchen, Gegrilltes, Pommes und Cocktails.

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