Interimstrainer Veit Wager versucht in einer Auszeit, auf die Spieler einzuwirken. Foto: Rudel - Rudel

Von Sigor Paesler

Deizisau – Es war eine enttäuschende Vorstellung. Die Handballer des TSV Deizisau haben im ersten – und einzigen – Heimspiel unter Interimstrainer Veit Wager mit 32:35 (14:17) gegen den TSV Blaustein verloren und stehen in der Baden-Württemberg Oberliga auf dem vorletzten Platz. Wie ein souveräner Auftritt geht, zeigte der Gegner.

„Wir kämpfen ja“, sagte Deizisaus Kapitän Dennis Prinz mit leichter Verzweiflung in der Stimme und zuckte mit den Schultern: „Es macht sich Ernüchterung breit.“ Vom Schwung des fulminanten 46:31-Sieges zuvor bei der SG Lauterstein war jedenfalls nichts zu spüren. Den Deizisauern fehlte es an Zugriff in der Abwehr, an Struktur im Angriff und ganz offensichtlich auch am Glauben in die eigenen Fähigkeiten. Gegen eine ausgebuffte Blausteiner Mannschaft war das viel zu wenig. Die Gäste spielten ihr Spiel, rissen durch Variabilität und Laufbereitschaft regelmäßig Lücken in den Deizisauer Abwehrverbund und schlossen wahlweise über den Kreis, die Außenpositionen oder den Rückraum ab. In der Defensive agierten sie mit viel Ruhe.
„Wir schaffen es nicht, Mitte der zweiten Hälfte das Momentum auf unsere Seite zu bringen“, klagte Wager. Die Situation, die er meinte: Nachdem früh klar war, dass die Blausteiner die Herren über das Geschehen in der Hermann-Ertinger-Halle waren und schon in der ersten Hälfte 17 Tore geworfen hatten, kamen die Deizisauer in der 48. Minute durch Simon Kosak auf 24:26 heran. Bei diesem Spielstand geht noch was. Doch es ging nichts. Keine drei Minuten später führten die Blausteiner wieder mit 29:26 und hatten die einzige Phase überstanden, in der sie ein bisschen um den Sieg bangen mussten. Ernüchterung machte sich auch auf den Rängen breit.
Prinz wollte nicht gelten lassen, dass die ungeklärte Trainerfrage die Mannschaft womöglich verunsichern könnte. Wager hatte vor eineinhalb Wochen von Ralf Rascher übernommen und dem Verein in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass er nur bis Weihnachten zur Verfügung steht. Das Problem ist eher: In der Kürze der Zeit lassen sich wenig Dinge einstudieren und der Nachfolger – der noch nicht in Sicht ist – muss dann wieder vorne anfangen.
„Wir haben zusammen zu wenig Automatismen“, formulierte es Wager. Und jetzt? „Wir müssen uns die Sachen erarbeiten, die den Gegner betreffen und uns auf unsere Stärken konzentrieren.“ Immerhin haben Spieler und Interimscoach jetzt zwei Wochen Zeit, sich auf das Kellerduell beim TSV Viernheim vorzubereiten. Anschließend geht es zum Derby nach Plochingen. „Die Liga ist verrückt“, sagte Prinz auch über den Beinahe-Sieg der Viernheimer in Plochingen. Und: „Es ist noch nichts verloren.“ Kämpfen tun sie, die Deizisauer. Und die Saison ist noch lang. Der Auftritt gegen Blaustein aber sollte nicht als Muster gelten. Höchstens der des Gegners.

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