In Stetten legten die neuen Lehrer am Montag den Amtseid ab. Foto: Gerlinde Ehehalt - Gerlinde Ehehalt

Nach jahrelanger Ausbildung endlich am Ziel: Am Montag legten 156 junge Lehrer in der Stettener Lindachschule den Amtseid ab. Für sie beginnt jetzt der Ernst des Lebens.

Leinfelden-EchterdingenEs waren vielfältige Gefühle, von denen die Junglehrer nach der Feierstunde in der Lindachschule berichteten. Freude, Glück, Stolz und die Erleichterung, es endlich geschafft zu haben, standen bei allen „Jules“ im Vordergrund. Aber einige sprachen auch von Aufregung, Spannung, einem leichten Ziehen im Bauch. Was wird nach der langen Studien- und Referendariatszeit im neuen Beruf auf sie zukommen?

„Es ist ein großer Schritt für die Junglehrer. Sie haben ein Ziel erreicht, das ist immer mit einem guten Gefühl verbunden“, meinte Ministerialdirigent Vittorio Lazaridis in seiner Begrüßungsansprache und gab zu: „Wir konnten leider nicht alle Stellen besetzen. Die Lehrerversorgung ist nicht optimal.“ Das herzliche Willkommen sei daher keine Floskel, ergänzte Schulamtsdirektorin Corina Schimitzek und gratulierte den Jules zur Berufswahl: „Sie haben Ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und werden gebraucht.“ Als Lehrer sei man Vorbild, Bezugsperson, Kümmerer, Ermutiger und Teamplayer.

Von den 156 Jules treten 33 ihren Schuldienst an Gemeinschaftsschulen und 43 an Realschulen an. 24 junge Pädagogen unterrichten künftig an sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ), 16 an Grund- und Werkrealschulen, 40 an reinen Grundschulen.

Endlich angekommen

„Es ist ein gutes Gefühl, endlich angekommen zu sein, vor allem nach dem stressigen Referendariat. Jetzt kommt der nächste Schritt, ich bin gespannt“, erklärte Martin Goppelsröder. Er unterrichtet künftig im Realschulbereich der Freien Evangelischen Schule in Esslingen die Fächer Englisch, Wirtschaft, Beruf- und Studienorientierung sowie evangelische Religion. „Es geht uns gut, wir freuen uns auf den Schulstart, sind aber aufgeregt. Es ist anders als im Referendariat. Nun kommen mehr Verantwortung und neue Herausforderungen auf uns zu“, sagten Sandra Schäfer und Verena-Mareike Kunert. Die zwei jungen Pädagoginnen unterrichten ab Mittwoch an Nürtinger Grundschulen – Schäfer im Rossdorf und Kunert in der Braike. Dort sei man eine wichtige Bezugsperson und könne den Kindern positive Impulse fürs Leben geben, strahlen die frischgebackenen Beamtinnen. „Es ist ein freudiges Ereignis, aber aufregend. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben“, sagte Verena Nicolescu, die an die Johannes-Kepler-Realschule in Wendlingen geht und dort Englisch, Mathe und evangelische Religion unterrichtet. Auch ihre Kolleginnen Michaela Jauß und Lisa Herbst haben eine Stelle an dieser Schule bekommen. Herbst feierte am gestrigen Montag gleich zweimal: die Vereidigung und ihren 27. Geburtstag! Jauß bringt den Schülern die Fächer Englisch, Mathe, Kultur und Soziales bei, Herbst unterrichtet Deutsch, Englisch und Biologie. „Ich gehe mit gemischten Gefühlen in die neue Zeit. Neue Kollegen und Schüler, eine andere Schule: Das ist spannend“, verriet Michaela Jauß. „Es kommt ein riesiger Berg Arbeit auf uns zu, aber wir freuen uns auf die neuen Klassen“, ergänzte Lisa Herbst.

Acht Jahre Ausbildung

„Es ist erleichternd und schön, jetzt einen Job zu haben“, berichtete Oskar Schmiedel, der an die Gemeinschaftsschule nach Frickenhausen geht und die Fächer Sport, Geschichte und Gemeinschaftskunde lehrt. Er lobte die feierliche Vereidigungsfeier und verriet: Für den Beruf habe er sich entschieden, weil er spannend sei und man den Kindern wertvolle Anstöße fürs Leben mitgeben könne.

Julian Maier, der an der Bonländer Realschule die Fächer Sport, Mathe und Technik unterrichten wird, bewegen gemischte Gefühle: „Vor allem Freude, dass man es geschafft hat und endlich starten kann. Aber auch Nervosität: Man weiß nicht, was kommt. Sobald man ein Ziel erreicht hat, fällt ja alle Anspannung von einem ab.“

Jonas Dreher arbeitete acht Jahre lang auf diesen Tag hin und ist nun glücklich. Er wird als Klassenlehrer ans SBBZ in Nürtingen gehen und dort alle Fächer unterrichten. Katherina Möller ist sehr erleichtert, am Ziel angekommen zu sein. „Ich habe das erst während der Feier realisiert“, berichtete die Lehrerin. Sie ist an der Gemeinschaftsschule in Frickenhausen für die Fächer Englisch, Deutsch, Philosophie und Ethik zuständig. Auch Vera Krauseneck, die evangelische Religion und Mathe an der Karl-Erhard-Scheufelen-Grund- und Werkrealschule in Oberlenningen lehrt, war sehr erleichtert, endlich einmal eine feste Stelle zu bekommen.

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