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Bauen & Wohnen

Zimmer mit Dachschrägen geschickt einrichten

Dachschrägen können Räumen Gemütlichkeit verleihen. Doch mit der falschen Einrichtung wirken sie schnell chaotisch und überladen. Oft fehlt es an Stauraum - zwei Einrichtungsexpertinnen geben Tipps.

Zimmer mit Dachschrägen geschickt einrichten

Sideboards finden Platz unter der Dachschräge, sehen gut aus und bieten Stauraum. Foto: dpa/VDM

Von Friederike Ostermeyer

Der wichtigste Rat zuerst: Wenn Sie eine Wohnung oder Räume mit einer Dachschräge geschickt einrichten wollen, trennen Sie sich von allen wuchtigen Möbeln. Ein massiver Eichenschrank oder ein großes Boxspringbett sind in solchen Räumen meist fehl am Platz. Stattdessen rät die Münchner Einrichtungsberaterin Larissa Lach-Zimmermann: „Setzen Sie auf filigrane, niedrige Möbel mit schlanken Füßen oder Beinen in hellem, zeitlosem Design.“ Dachschrägen sorgen zwar für ein besonderes Flair, doch eine falsche Einrichtung kann Unruhe erzeugen.„Möbel sollten daher eher flach und großflächig sein“, rät Sabine Stiller, Einrichtungsexpertin aus Hamburg. Bodennahe Sofa und Polsterelemente fügen sich stilvoll ins Dachgeschoss ein. Und: „Ein niedriges Sideboard oder eine flache, großzügige Ecksitzgruppe in hellen Farben bringen Harmonie in den Raum.“

Am besten nutzen Sie beim Einrichten die räumlichen Gegebenheiten: „Hängende Möbel wie Schaukelsessel, die an den Dachbalken befestigt werden, wirken nicht nur gestalterisch schön, sondern geben dem Raum zusätzlich Kontur“, sagt Stiller. Sie sind in der Regel bequem und sorgen optisch für eine Auflockerung. Wenn es das Budget erlaubt, sind Maßanfertigungen die beste Wahl für Dachgeschossräume. Spielt Geld keine Rolle, ist da vieles denkbar - vom begehbaren Kleiderschrank bis zu ausgeklügelten Stauraumsystemen, die perfekt unter die Schräge passen. Doch es gibt auch preiswerte Lösungen. „Flache Bänke mit Schubladen und einem Fell darüber schaffen gemütliche Sitzgelegenheiten mit Stauraum“, sagt Lach-Zimmermann. Wer über die Möbelwahl nachdenkt, sollte auch auf die Raumhöhe achten. „Für besonders niedrige Schrägen eignen sich TV-Schubladenpodeste mit Rollen, die man nach Belieben vor- und zurückschieben kann“, sagt Stiller. Oder man schiebt ein herausziehbares Gästebett in den niedrigen Bereich.

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Um für genügend Kopffreiheit zu sorgen, empfiehlt Stiller: „Das Bett nicht direkt unter die niedrige Schräge platzieren.“ Besser ist ein vorgezogener Kopfteil - so kann man auch für Stauraum sorgen. Praktisch sind auch Kleiderstangen, die sich an die Neigung anpassen lassen. Es gibt sie auch mit Gleitwagen zum Verschieben. So lassen sich die Lieblingsoutfits perfekt in Szene setzen und der Platz ist sinnvoll genutzt. Ab einer Kniestockhöhe von 90 Zentimetern empfiehlt Sabine Stiller, mehrere Kommoden in gleicher Höhe nebeneinander unter die Schräge zu stellen. Ebenso raffiniert: Bücherregale so aufstellen, dass sie als luftige Raumteiler wirken - entweder seitlich zur Schräge oder direkt vor die Schräge. Ähnlich kann man mit Vorhängen experimentieren: Dahinter kann zusätzlicher Stauraum entstehen - praktisch, um unansehnlichen Krimskrams verschwinden zu lassen. „An der Beleuchtung zu sparen, ist einer der häufigsten Fehler von Dachgeschossbewohnern“, sagt Larissa Lach-Zimmermann. Unbeleuchtete Bereiche wirken in verwinkelten Dachgeschossen besonders trostlos. Ihre Devise: Lieber eine Lampe zu viel als zu wenig. Sabine Stiller rät dazu, niedrige Ecken zu beleuchten. „Wenn man einen offenen Dachstuhl hat, sollte man ihn unbedingt ausleuchten. Dies lässt sich mit lenkbaren Spots und LED-Stripes gut erreichen.“ Große Pendelleuchten kann man in Dachgeschossräumen zusätzlich als Gestaltungsmittel einsetzen. In kleinen Räumen wie dem Badezimmer eignen sich hingegen eher Einbaustrahler, im Wohnbereich runden dekorative Tisch- und Stehleuchten das stimmige Lichtkonzept ab. Um die Gemütlichkeit noch zu steigern, rät Larissa Lach-Zimmermann:„Wählen Sie Leuchtmittel mit einer Farbtemperatur zwischen 2700 und 3000 Kelvin - das schafft eine warme und behagliche Atmosphäre.“

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Auch mit Farbe lassen sich Räume gestalten. Bei Dachschrägen sollte man bedenken: „Kleine Räume brauchen helle Farben, sonst wirken sie schnell erdrückend.“ Weiß, Sand- oder Pastelltöne sind ideal. Kräftigere Farben können gezielt Akzente setzen - „zum Beispiel an der Giebelwand oder unter dem Kniestock“, sagt Sabine Stiller. Wichtig: Man sollte sie sparsam einsetzen, um Unruhe zu vermeiden. Lach-Zimmermann erinnert: Gleiche Farben verbinden, unterschiedliche Farben trennen. Dies sollte man bedenken, wenn man eine Arbeits- oder Leseecke optisch hervorheben will.


So wirken kleine Räume

Ihr Wohnzimmer ist beengt? Ihre Küche wirkt klein und dunkel? Das lässt sich mit den richtigen Farben und Effekten ändern. So schaffen Sie optisch mehr Platz.

So ollen kleine Räume nicht ganz so klein wirken, kann man sie mit der passenden Wandfarbe zumindest optisch etwas vergrößern. Denn helle Farben lassen die Wände laut der Kölner DIY Academy scheinbar zurücktreten und sorgen so für Raumtiefe. Umgekehrt lassen Farbkontraste und kräftige, grelle Farben Räume kleiner wirken. Das heißt: Lichte, zurückhaltende Beige-, Sand- oder Grautöne und Weiß sollten die erste Wahl für kleine Zimmer sein. Decken, die weiß, hellgrau oder beige gestrichen sind, vermitteln außerdem ein Gefühl von Höhe und Luftigkeit. Bei niedrigen Räumen lässt sich auch mit farblichen Abstufungen ein optischer Vergrößerungseffekt erzielen. Dabei wird die Decke im hellsten Ton gehalten, sodass ein luftiges Flair entsteht, Nischen und Fensterlaibungen setzt man durch hellere Farbtöne ab. 

Sie mögen Muster? In kleinen Räumen sollten Sie damit besser vorsichtig sein und sich beim Wandanstrich oder auf der Tapete auf ein Muster konzentrieren. Am besten gestalten Sie auch nur eine Wand damit. Gut an der Wand kleiner Räume machen sich hingegen Spiegel. Sie reflektieren Licht und zeigen gleichzeitig ein zusätzliches Stück Raum. Nahezu denselben Effekt haben der DIY Academy zufolge auch glänzende Fliesen oder lackierte Möbelfronten. Wie Spiegel sollten sie aber nicht gegenüber einer gemusterten Wand angebracht werden. tmn