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Komfortabel, aber gefährlich? So geht Mobile Banking sicher

Unterwegs Bankgeschäfte erledigen: Das geht mit vielen Banking-Apps total bequem. Aber ist das Mobile Banking auch sicher? Auf was Sie achten sollten.

Komfortabel, aber gefährlich? So geht Mobile Banking sicher

Schützt vor unberechtigtem Zugriff auf die Banking-App: ein starkes Passwort oder biometrische Daten. Foto: dpa/Laura Ludwig

Ob Kontostand checken oder Überweisung tätigen: Bankgeschäfte kann man mit dem Smartphone schnell und einfach erledigen. Im Prinzip spricht auch nichts dagegen – wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

Es fängt schon damit an, wo Nutzerinnen und Nutzer eine Banking-App herunterladen. „Nutzen Sie dafür ausschließlich autorisierte App-Stores“, rät Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken mit Sitz in Berlin. Also etwa Googles Play Store oder Apples App Store. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann unter dem Titel der App zusätzlich auf den Herausgeber achten, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

„Mobile Banking ist bei vielen Grundfunktionen schneller und komfortabler“
Tanja Beller, Banken-Bundesverband

Wer Onlinebanking ausschließlich über das Smartphone tätigt, hat sowohl die Banking-App als auch das Verifizierungsverfahren via SMS-Tan oder Push-Tan auf seinem Handy. Umso wichtiger ist es Scherfling zufolge, die Banking-App durch ein starkes Passwort zu sichern. Auch biometrische Merkmale wie der Fingerabdruck oder Gesichtserkennung reichen laut Beller inzwischen aus, um die Banking-App sicher und zuverlässig öffnen zu können.

Ebenfalls fundamental: Die Zugangsdaten niemals auf dem Mobilgerät abspeichern – „auch nicht als Foto oder in einem Adressbucheintrag“, so Beller.

Zudem sollten Nutzerinnen und Nutzer ihre Banking-App immer auf dem aktuellen Stand halten und regelmäßig neue Updates installieren – „ebenfalls nur aus dem offiziellen App-Store“, empfiehlt Beller. Durch Installation eines Virenscanners kann man das Gerät außerdem vor Schadsoftware schützen.

Wer unterwegs Bankgeschäfte erledigt, sollte keine öffentlichen WLAN-Verbindungen nutzen. Sicherer sei die eigene Datenverbindung. „Ratsam ist es auch, die Bluetooth-Verbindung des Geräts während der Nutzung der Banking-App ausgeschaltet zu lassen“, so Beller.

Generell spricht viel für eine Banking-App. „Im Vergleich zum klassischen Onlinebanking am PC ist Mobile Banking mit den passenden Banking-Apps bei vielen Grundfunktionen besonders schnell und komfortabel“, sagt Beller. So sind viele Apps in der Lage, etwa die Überweisungsdaten von Rechnungen, Überweisungsträgern oder Belegen über die Kamera des Smartphones automatisch auszulesen und sie innerhalb weniger Sekunden in eine elektronische Überweisung umzuwandeln.

In der Banking-App lassen sich auch Limits festlegen. „Damit können Sie festlegen, wie viel Geld maximal von Ihrem Konto einmalig oder in einem bestimmten Zeitraum überwiesen werden kann“, so Beller. Einstellen lässt sich das in der Regel in den Sicherheitseinstellungen der App.

Geht die Bankkarte verloren oder wird entwendet, lässt sie sich über die App zeitweise oder dauerhaft sperren. Falls das Smartphone gestohlen wird, sollte man es schnellstmöglich beim Netzbetreiber sperren lassen, sagt Verbraucherschützer Scherfling. Zusätzlich ist es nötig, die eigene Bank oder Sparkasse zügig über den Diebstahl zu informieren – das Geldinstitut kann die Banking-App deaktivieren. Wer zum Zahlen mit dem Smartphone eine digitale Karte auf das Gerät geladen hat, muss auch diese sperren lassen. Wie das geht, erfragt man am besten bei der Hausbank. Im Notfall helfen zentrale Sperrnotrufe, die rund um die Uhr erreichbar sind, etwa die 116 116 oder, für Anrufe aus dem Ausland, die +49 30 4050 4050. „Ideal ist es, wenn man dabei seine IBAN oder die Kartennummer zur Hand hat“, sagt Beller. Sabine Meuter

Kontoauszüge abspeichern

Gedruckte Kontoauszüge gehören fast der Vergangenheit an. Man sollte sich aber die Mühe machen, die Auszüge zu sichern.

Eine Überweisung tätigen, den Kontostand prüfen oder den Freistellungsauftrag anpassen: Für solche Handgriffe suchen viele Menschen längst keine Filiale ihres Kreditinstituts mehr auf. Denn zügiger geht das am Computer oder Smartphone. Ein Nachteil hat der Verzicht auf den Filialgang aber: In der Regel gibt es dann auch keine gedruckten Kontoauszüge mehr. 

Häufig landen diese in den elektronischen Postfächern der Kundinnen und Kunden. Das kann problematisch werden, wenn es an die Steuererklärung geht, findet die Lohnsteuerhilfe Bayern.

Denn soll das Finanzamt bestimmte Steuerabzüge berücksichtigen, müssen im Zweifel Belege nachgereicht werden können. Als Nachweis für eine Spende reicht zum Beispiel ein Kontoauszug, für Handwerkerkosten braucht es diesen zusätzlich zur Rechnung. Die Lohnsteuerhilfe Bayern empfiehlt daher, die online oder mobil zur Verfügung gestellten Auszüge unbedingt auf das Smartphone oder den PC herunterzuladen und sie mindestens vier, besser aber zehn Jahre abzuspeichern.

Nach Erfahrung des Lohnsteuerhilfevereins stehen die Auszüge in den elektronischen Postfächern je nach Bank oder Sparkasse nur zwischen drei und zwölf Monaten zum Download bereit. Die Kreditinstitute selbst müssen die Unterlagen zwar zehn Jahre archivieren. Doch alte Kontoauszüge oder einzelne Umsätze nachträglich anzufordern, kostet Zeit und Geld. Laut Lohnsteuerhilfe Bayern können dafür bis zu 15 Euro pro Auszug anfallen.

Wer komplett auf Nummer sicher gehen möchte, dass die heruntergeladenen Kontoauszüge nicht verloren gehen, kann eine Kopie der Dateien zusätzlich auf weiteren Geräten oder einem externen Datenträger – etwa einer zusätzlichen Festplatte – sichern. Vor einem möglichen Totalausfall der Technik bewahrt am Ende allerdings nur der Ausdruck der Unterlagen. tmn

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