Ob Garagenvermietung in begehrten Stadtlagen oder regelmäßiges Sparen kleiner Beträge - es gibt viele Wege, clever zu investieren.
Während Garagen stabile Mieteinnahmen bieten können, zeigen selbst kleinste Sparbeträge über die Jahre große Wirkung.
Sinnvolles Investment? Die Garage als Vermietobjekt
Gerade in Ballungszentren und dicht besiedelten Wohnlagen sind Parkplätze oft rar. Manch Privatanleger sieht darin eine Chanceund vermietet sichere Garagenplätze. Lohnt sich das?
Sie benötigen weniger Platz, sind günstiger und der Aufwand für die Instandhaltung ist meist niedriger als bei anderen Immobilien: Garagen. Soweit die Vorteile. Doch wer eine oder mehrere Garagen als Kapitalanlage kauft und vermietet, geht auch Risiken ein. „Garagen eignen sich grundsätzlich als Anlage für Privatanleger, da sie einen vergleichsweise niedrigen Einstieg in das Immobilieninvestment und in der Regel eine gleichmäßig laufende Mieteinnahme ermöglichen“, sagt Jan Phillip Kühme, Direktionsleiter beim Finanz- und Vermögensplaner Global-Finanz AG. Doch wie bei jeder anderen Immobilienanlage komme es auch bei Garagen besonders auf eines an:„Lage, Lage, Lage.“„Gibt es keine Nachfrage oder ein Überangebot in der Mikrolage des geplanten Standortes, wird die zu erwartende Miete eher niedrig sein“, sagt der Fachmann.
Timon Heinrich, Vorstand des Vermögensverwalters Hansen & Heinrich AG, rät daher, auf das direkte Umfeld des geplanten Garagenstandortes zu schauen. Gibt es dort genügend kostenlose freie oder zur Wohnanlage gehörende Parkflächen? Wie stark sind die Straßen dort abends zugeparkt? Und welche Mietpreise werden für vergleichbare Objekte in der Gegend aufgerufen?
Stimmen die Voraussetzungen, geht es in die Detailbetrachtung: Bei einer Bestandsgarage ist es Heinrich zufolge vor allem wichtig, dass sie trocken und sauber ist, gut abschließbar und gut befahrbar. Zeigt sich bei einer ersten Besichtigung etwa Feuchtigkeit an Decken, Wänden oder auf dem Boden, sind Risse zu sehen oder quietscht das Garagentor, rät Jan Phillip Kühme zur Vorsicht. Denn selbst wenn eine Garage im Vergleich zu einer Wohnung ein geringeres Investment bedeute, hänge das Renditepotenzial unmittelbar von den zu erwartenden Betriebs- und Instandhaltungskosten ab.
Ist bereits eine Wallbox zum Laden von Elektroautos installiert, kann das ein Pluspunkt beim Erwerb sein. Die Nachfrage danach könnte in Zukunft weiter steigen, nachzurüsten könne schnell bis zu 2000 Euro oder sogar mehr kosten, sagt Kühme. Doch selbst wenn alle Voraussetzungen passen, besteht wie bei jedem anderen Vermietobjekte das Risiko, dass niemand die Garage mieten möchte. Das wäre wohl der Worst Case.
Hinzu kommen Timon Heinrich zufolge Instandhaltungsrisiken und demografische Risiken: „Nach Beobachtung meiner eigenen Kinder stelle ich fest, dass es für die Millennial-Generation uninteressant geworden ist, ein eigenes Auto in der Großstadt zu besitzen.“ Denn besonders dort, wo Parkraum erfahrungsgemäß eng ist, ist der ÖPNV gut ausgebaut, das Angebot an Radwegen sowie Sharing-Autos und -Rollern groß. „Bei sehr langfristiger Betrachtung könnte also der Bedarf an Einzelgaragen möglicherweise zurückgehen“, so der Fachmann.
Amortisation nach 20 Jahren
Wer sich trotzdem für ein Garagen-Investment entscheidet, für den könnte eine grobe Einordnung der möglichen Kosten und Einnahmen hilfreich sein. Beides kann stark variieren. Handelt es sich um einen Neubau, dürfte dieser teurer kommen als der Kauf einer bestehenden Garage. Außerdem ist eine konventionell gemauerte Garage meist teurer als die Garage in Fertigbauweise. Darum kann der Preis allein für die Garage laut Heinrich zwischen 5000 und 25 000 Euro betragen. Hinzu kommen unter Umständen die Kosten für den Grundstückserwerb und die Kaufnebenkosten.
Demgegenüber stehen die monatlichen Mieteinnahmen, die je nach Lage unterschiedlich hoch ausfallen können. Während eine Garage in einer ländlichen Region Kühmes Erfahrung zufolge für eine monatliche Miete von 40 bis 50 Euro zu haben ist, wird es in Ballungszentren deutlich teurer. Dort lägen die Mietpreise schnell bei 70 bis 100 Euro, in Spitzenregionen sogar bei 200 Euro. Einen Mietendeckel gibt es hierbei nicht, die Miethöhe kann frei vereinbart werden.
Spätestens nach 20 Jahren sollte sich das Investment amortisiert haben, empfiehlt Heinrich. Dabei sind neben den einmaligen Kosten und den laufenden Einnahmen auch die laufenden Kosten - etwa für Instandhaltung oder technische Aufrüstung - zu berücksichtigen.
Wichtig: Wie bei jeder anderen Anlageform auch bestimme die Dosis die Wirkung, so Kühme. Wer zu viel seines verfügbaren Kapitals für die Garagen-Investments einsetze, bilde ein sogenanntes Klumpenrisiko in seinem Anlageportfolio aus. Mit einer zu geringen Streuung des Vermögens können Risiken weniger gut abgefedert werden.
Von Christoph Jänsch
RECHENSPIEL: AUCH KLEINE SPARBETRÄGE LOHNEN MIT DER ZEIT
Vermögensaufbau ist nicht nur was für Reiche. Wer Monat für Monat kleine Beträge anlegt, kann sich später über erkleckliche Summen freuen. Die Verbraucherzentrale Sachsen rät Zweiflern, sich zu Beginn des Vermögensaufbaus einmal auszurechnen, was im Ergebnis über die Jahre zusammenkommen kann. Wollen Sie etwa Ihrem Kind später den Führerschein bezahlen, sind dafür schon 25 Euro pro Monat ausreichend. „Schon bei einer moderaten Verzinsung von zwei Prozent ergibt das in 18 Jahren ein Endkapital von mehr als 6000 Euro“, sagt Fabian Herbolzheimer, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Sachsen.
Altersvorsorge Wer frühzeitig damit beginnt, hat gut und gerne 40 Jahre Zeit, Geld für den Ruhestand zurückzulegen. Dann könne man grundsätzlich auch eine stärker schwankende Anlageform wählen, weil mögliche Tiefs über die Jahre wieder ausgeglichen werden können. Etwa über Aktien-ETFs. Mit ihnen sind durchschnittliche Renditen von rund sechs Prozent möglich. Aus den 25 Euro Sparbeitrag jeden Monat können dann durchaus mehr als 40 000 Euro geworden sein.
Achtung Auch beim Sparen mit kleinen Beträgen sollten die Grundregeln der Geldanlage beachtet werden: „Es sollte nur der Teil des Geldes angelegt werden, der längerfristig nicht benötigt wird“, rät Herbolzheimer. Für den Notfall ist zudem eine flexible Rücklage von etwa drei Nettomonatsgehältern ratsam.
tmn