Man könnte denken, über Fußball ist eigentlich alles gesagt, erforscht und geschrieben. Weit gefehlt. Das Phänomen Fußball beschäftigt nach wie vor Experten aus ganz unterschiedlichen Disziplinen. Sportwissenschaftler und Trainer, Pädagogen, Soziologen, Psychologen und Wirtschaftswissenschaftler. Heute geht es um österreichische Trainer in der Bundesliga.
Hoffenheim-Coach Christian Ilzer ist der 17. österreichische Trainer in der deutschen Beletage. Diese Kombi war in der Vergangenheit durchaus eine Erfolgsgeschichte. Es wurden Meistertitel und Aufstiege gefeiert, zwei Österreicher gewannen mit ihren Klubs sogar den Europacup.

Die beiden erfolgreichsten Vertreter waren Max Merkel (1918 bis 2006) und Ernst Happel (1925 bis 1992). Gemocht haben sich die beiden nicht, auch nicht in ihrer gemeinsamen Zeit als Spieler bei Rapid Wien. Happel war fußballerisch ein künstlerischer Abwehrstratege, Merkel eher ein Knochenschrubber. Happel prägte den Fußball als Trainer wie kaum ein anderer, aus den Niederlanden brachte er Pressing und Raumdeckung mit nach Deutschland. 1982 und 1983 gewann er mit dem HSV den Meistertitel, 1983 führte er die Hamburger zum Triumph im Landesmeisterpokal. Dazu kommt noch ein Erfolg im DFB-Pokal (1987). Happel vereinte die Attribute unberechenbar, genial, eiskalt, herzlich, stur, flexibel, liebenswert und grantig in einer Person. Legendär waren seine Sprüche: „Wenn ich konsequente Manndeckung spielen lasse, habe ich nicht elf Spieler auf dem Platz, sondern elf Esel.“
Wie Happel war auch Max Merkel ein Wiener Original. Als Trainer wurde er mit 1860 München deutscher Meister (1966), in der Saison 1967/1968 führte Merkel den 1. FC Nürnberg zum Meistertitel. Nur neun Monate später trat er jedoch zurück - vorgeblich aus gesundheitlichen Gründen: Die Nürnberger waren da gerade Tabellenletzter und stiegen später als einziger amtierender Meister der Bundesligageschichte ab. Der Mann mit der getönten Brille stand ebenfalls für lockere Sprüche: „Basler ist die teuerste Parkuhr der Welt. Er steht rum - und die Bayern stopfen das Geld rein.“ Von den Spielern war er wegen seines rauen Umgangstons und harten Trainings gefürchtet. Er verpflichtete den seinerzeitigen deutschen Meister im Kugelstoßen, Dieter Urbach, als Konditionstrainer, führte als erster die obligatorische Fußpflege für die Spieler ein und befahl zum Schutz gegen die Winterkälte das Tragen von Strumpfhosen. 1978 wollte ihn Bayern-Präsident Wilhelm Neudecker nach München holen, scheiterte mit diesem Plan jedoch an seinen rebellierenden Spielern. Sepp Maier und Paul Breitner drohten mit Streik - der autoritäre Merkel polarisierte einfach zu stark.
Der Wiener Peter Stöger war von 2013 bis 2017 Coach auf dem Schleuderstuhl beim 1. FC Köln. Das kritische wie leidenschaftliche Kölner Publikum huldigte Stöger nicht nur wegen der Erfolge, sondern weil er sich mit Haut und Haaren auf die Stadt und ihre Gepflogenheiten einließ. Stöger führte den FC 2014 zurück in die Bundesliga, um sich 2017 sogar für die Europa League zu qualifizieren. Bei seiner zweiten Station in der Bundesliga, dem Interimsjob in Dortmund, gelang ihm die Quali für die Champions League.
Der Vorarlberger Adi Hütter wurde von der deutschen Fußballer-Vereinigung in der Saison 2018/2019 zum Trainer des Jahres gewählt. Da hatte er gerade mit Eintracht Frankfurt das Halbfinale der Europa League erreicht. Bei seiner zweiten Station in Mönchengladbach lief es dann weniger gut. Oliver Glasner schrieb mit Eintracht Frankfurt dann Fußball-Geschichte, er führte den Verein 2022 sensationell zum Sieg in der Europa League. Auch in Wolfsburg hinterließ der heutige Crystal-Palace-Coach Spuren und brachte den VfL in die Champions League. Aus der Steiermark kommt Ralph Hasenhüttl - seit der vergangenen Saison in Wolfsburg tätig. Er führte den FC Ingolstadt 2015 erstmals in die Bundesliga, später wurde Hasenhüttl mit RB Leipzig Vizemeister.
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