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Familie & Leben

Plattenhardt - ein liebenswerter Stadtteil

Der Ort auf den Fildern hat Dichter und Erfinder hervorgebracht und beherbergt.

Plattenhardt - ein liebenswerter Stadtteil

Rathausplatz mit Ev. Antholianuskirche Foto: arc/

Von Eva Herschmann

Der Name geht wohl auf „platte“, also eben, und "Hart“, ein altes Wort für Weidewald zurück: Plattenhardt wurde 1269 erstmals in einer Urkunde erwähnt, die der adelige Diepold von Plattenhardt („Diepoldi de Blatinhart“) über eine Schenkung des Wolfelin von Bonlanden an das Kloster Bebenhausen ausstellte.

Verwandtschaft mit den Herren von Bernhausen

Das Siegel mit einem fünffach geteilten Schild weist auf eine Verwandtschaft mit den Herren von Bernhausen hin. Anfang des 14. Jahrhunderts erscheinen die Grafen von Hohenberg als Lehensherren derer von Bernhausen und Plattenhardt.

Diese Rechte gingen nach 1340 an die Herzöge von Urslingen über. Und die wiederum verkauften 1363 Plattenhardt zusammen mit dem Verwaltungsmittelpunkt Waldenbuch und weiteren Dörfern an die Grafen von Württemberg. Nach dem Kauf begannen die Grafen von Württemberg Plattenhardt in ihre Landesherrschaft einzugliedern.

Das Schönbuchurbar von 1383 nennt 33 Namen von Plattenhardter Bürgern. Schon vor dem Erwerb der Ortsherrschaft hatte Württemberg Leibeigene in Plattenhardt. Haupterwerbsquelle war, wie überall auf den Fildern, der Ackerbau. Der nahgelegene Schönbuch wurde von Plattenhardt aus intensiv für Holzgewinnung, Weide und Schweinemast genutzt.

Der Schönbuch wurde zur Schweinemast genutzt

Plattenhardt gehörte zu den wenigen Orten, denen das Eintreiben von Schafen in Teile des Schönbuchs erlaubt war. Daneben gab es auch Gemeinde- und Privatwälder. Im Bechtenrein wurde, 1383 erstmals erwähnt und bis ins 18. Jahrhundert nachweisbar, Wein angebaut. Andere Sonderkulturen gewinnen erst gegen Ende der Frühen Neuzeit Bedeutung.

Die Handwerker zahlten 1733 gemeinsam nur geringfügig mehr Steuern als die beiden Mühlen zusammen. Daneben gab es noch zwei Gassen-wirtschaften, zwei Kleinhändler sowie die Obere und Untere Kleinmichelesmühle im Reichenbachtal.

Für Ausflügler lohnt sich auch ein Abstecher zum 25 Meter hohen Uhlbergturm, der einen großartigen Blick auf die Schwäbische Alb bietet. Foto: arc
Für Ausflügler lohnt sich auch ein Abstecher zum 25 Meter hohen Uhlbergturm, der einen großartigen Blick auf die Schwäbische Alb bietet. Foto: arc

1975 wurde Plattenhardt, in dem heute rund 9000 Menschen leben, mit den Gemeinden Bernhausen, Bonlanden, Sielmingen und Harthausen zur neuen Stadt Filderstadt. Noch immer bestehen 37 Prozent der Gemarkungsfläche aus Wald, die zum erholsamen Spaziergang einladen. Für Ausflügler lohnt sich auch ein Abstecher zum 25 Meter hohen Uhlbergturm, der einen großartigen Blick auf die Schwäbische Alb bietet.

Brodbeck und Mörike: Berühmte Söhne

Plattenhardt hat berühmte Söhne hervorgebracht und beherbergt. Wie den Auswanderer Jacob Brodbeck, der 1865 in Fredericksburg/Texas die ersten Flugversuche mit einen „Airship“ machte und in den USA als „Father of US-Aviation“ gilt. Und 1829 lebte und arbeitete Eduard Mörike, der schwäbische Dichterfürst, eine Zeitlang als Pfarrverweser in Plattenhardt. Auch sportlich hat Plattenhardt von sich Reden gemacht. Zwischen 1976 und 2005 fand dort der weltberühmte Porsche-Tennis Grand Prix der Damen statt.