Anzeige
Bauen & Wohnen10.03.2015

Wenn Hausbesitzer zu Stromlieferanten werden

Moderne Häuser können annähernd autark von der öffentlichen Versorgung betrieben werden

Anzeige

(Katja Fischer) - Es gibt sie schon, die Häuser, die mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Noch sind es erst 150 bis 200 in ganz Deutschland. „Aber sie sind aus dem Versuchsstadium heraus, der Bedarf wächst“, sagt Christian Stolte, Bereichsleiter Energieeffiziente Gebäude bei der Deutschen Energie-Agentur (dena). „Wer heute ein Null-Energiehaus oder gar Plus-Energiehaus baut, ist für die nächsten 20 bis 30 Jahre bestens gerüstet.“ Null-Energiehäuser verbrauchen nicht mehr Energie, als sie selbst erzeugt haben. Plus-Energiehäuser erwirtschaften sogar zusätzliche Energie. Völlig unabhängig vom öffentlichen Stromnetz sind die Häuser aber nicht. „In der kalten Jahreszeit können die Hausbesitzer in der Regel nicht genügend eigenen Strom und Wärme produzieren“, sagt Stolte. „Dann greifen sie auf das öffentliche Netz zu. Dafür geben sie im Sommer die überschüssige Energie ab und lassen sie sich vergüten.“ Stolte empfiehlt, so ein Projekt genau durchzurechnen: „Es ist wichtig, einen Energieberater hinzuzuziehen, der ein individuelles Konzept erarbeitet.“ Null- und Plus- Energiehäuser sind kein Hexenwerk. Sie sind immer eine Kombination von Komponenten wie der gut gedämmten Gebäudehülle, der modernen Anlagentechnik und der Erzeugung erneuerbarer Energien.

Es empfiehlt sich, schon bei der Planung neuer Häuser einen hohen Energieeffizienz-Standard anzupeilen. „Ob der komplett umgesetzt wird, ist zweitrangig“, meint Stolte. Wenn klar ist, dass irgendwann eine Solarthermieanlage auf dem Dach installiert werden soll, kann man das berücksichtigen. „Bis Ende 2020 sollen alle Neubauten Nahe-Null- Energiehäuser sein“, erklärt Christoph Windscheif, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau. „Das sieht die EU-Gebäuderichtlinie vor.“ Schon heute seien die meisten Fertighäuser Energieeffizienzhäuser, immer mehr erfüllen die anspruchsvollen Standards der KfW-55- und KfW-40 Häuser. Auch das Interesse an Plus-Energie-Fertighäusern, die es seit gut einem Jahr gibt, wächst. Noch ist diese Variante teuer. Vor allem die Speicher für die Solarenergie seien dafür verantwortlich. Auch aus Bestandsimmobilien lassen sich Null- oder Plus-Energiehäuser machen, sagt Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbausanierung. „Theoretisch und technisch ist das auf jeden Fall machbar.“ Ob es wirtschaftlich umgesetzt werden kann, zeigt sich 2017, wenn erste Projekte eines Wettbewerbs verwirklicht sind. Die Vorgabe ist sportlich: Mehr als 1600 Euro pro Quadratmeter darf die Modernisierung nicht kosten.


Anzeige

Sie möchten immer top informiert sein? Ganz einfach:

Mit unserem Newsletter
via E-Mail. Jetzt anmelden!

Mit unserem Nachrichtendienst
via WhatsApp. Jetzt anmelden!

Bleiben Sie immer top informiert mit unseren kostenlosen Infodiensten!

X