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Bauen & Wohnen08.09.2017

Tipps zur Küchenplanung

Küche Symbol
Foto: dpa
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Eine Küche zu planen ist kein leichtes Unterfangen. Neben der Größe des Raums und den eigenen Vorlieben spielen noch viele verschiedene Faktoren eine Rolle, wenn es darum geht, die eigene Traumküche zu verwirklichen. Besondere Beachtung sollten dabei die Form der Küche und die Ausstattung finden, doch auch die Ergonomie sollte nicht außer Acht gelassen werden.

Inspirationen sammeln

Vor dem Einrichten einer Küche sollte der Bauherr zunächst eingehende Inspirationen sammeln. So kann er herausfinden, welche Küche zu ihm passt. Durch Gespräche mit Experten kann er außerdem planen, welche Ideen er in seiner Wohnung verwirklichen kann. Inspirationen halten unter anderem das Küchenstudio von Küchen-Quelle oder die Internationale Küchenmesse, die vom 18.-26. November in Stuttgart stattfindet, bereit.

Eine Küche soll einige Jahre oder sogar Jahrzehnte bestehen bleiben. Deshalb ist es wichtig, sich vorher genau zu überlegen, wie die Küche gestaltet werden soll. Strom- und Wasseranschlüsse müssen exakt geplant und verlegt werden. Darüber hinaus sollte sich der Bauherr unter anderem folgende Fragen stellen:

  • Möchte ich eine funktionale Arbeits- oder eine gemütliche Wohnküche?
  • Wie viel Stauraum wird benötigt?
  • Welche Elektrogeräte möchte ich installieren?
  • Welche Materialien möchte ich verwenden?

Eine offene Küche verbindet die Küche mit dem Wohnraum

Sehr modern und beliebt sind offene Küchen. Dabei wird die Küche direkt in den Wohnraum integriert und stellt nicht länger einen abgeschlossenen Raum dar. Die offene Küche eignet sich für alle, die gerne Kochen und Wohnen miteinander verbinden möchten. Sie ist vor allem für Partys gut geeignet, da der Gastgeber sich während des Kochens mit seinen Gästen unterhalten kann. Gleichzeitig kann auch die Familie miteinander kommunizieren, während in der Küche gekocht wird.

Auf der anderen Seite hat die offene Küche den Nachteil, dass Unordnung in der Küche immer sichtbar ist. Auch Geräusche und Gerüche aus der Küche können ungehindert in den Wohnraum eindringen. Daher empfehlen Experten für die offene Küche eine leistungsstarke Dunstabzugshaube, die jedoch sehr leise arbeitet. Wer die Küche lieber klassisch als eigenen Raum halten möchte, sollte sich für eine geschlossene Küche entscheiden.

L- oder U-Form? Oder doch lieber eine Kücheninsel?

Auch was die Form der Küchenzeile betrifft, sind fast keine Grenzen gesetzt. Die einfache Zeile ist überwiegend für kleine Küchen in einem Singlehaushalt geeignet. Für ein gemeinsames Kochen ist hier nur wenig Platz. Wer gerne zusammen mit Freunden kocht, sollte lieber auf eine L-förmige Küchenzeile setzen. Deutlich mehr Platz bieten U-förmige Küchenzeilen. Sie sind für Familien gut geeignet, hier ist auch genug Platz für Küchen- und Kaffeemaschine sowie die Mikrowelle.

Die Kücheninsel ist die Königin der Küchen. Sie wird üblicherweise mit einer einfachen Arbeitszeile oder einer L-Küche kombiniert und bietet so mehreren Köchen gleichzeitig Platz, um zu braten, kochen und Gemüse zu schneiden. Bei der Planung sollte allerdings genug Raum eingerechnet werden, damit die Küche von überall etwa 80 Zentimeter Freiraum hat. Nur so können alle Arbeitsflächen genutzt und Schränke und Schubladen komplett geöffnet werden. Die Kücheninsel benötigt viel Platz (mindestens 15 Quadratmeter) und eignet sich ausschließlich in einer offenen Küche.

Wie viel Stauraum wird benötigt?

Ein in vielen Fällen vernachlässigtes Detail in der Küche ist der Stauraum. Oft fällt Küchenplanern erst nach dem Bau der Küche auf, dass dieser zu knapp bemessen wurde. Deshalb sollte man sich unbedingt schon vor der Planung überlegen, wie viel grob benötigt wird. Grundsätzlich sollte dabei immer großzügig gerechnet werden, denn auch künftige Neuanschaffungen sollen dort Platz finden. Darüber hinaus spielen aber immer auch die weiteren Voraussetzungen in der Wohnung eine Rolle. Wenn zum Beispiel eine zusätzliche Speisekammer oder ein Kellerabteil zur Lagerung von Nahrungsmittel bereitstehen, kann in der Küche etwas Stauraum gespart werden.

Farben und Stile in der Küche

Wie auch der Rest der Wohnung, strahlt die Küche durch ein einheitliches Design Geborgenheit und Ruhe aus. Der Stil sollte dabei nach den eigenen Wünschen, aber auch nach dem Rest der Wohnung gewählt werden. Sehr zeitlos wirkt der Landhausstil. Er zeichnet sich durch Natürlichkeit und warme Farben aus. Die bevorzugten Materialien sind dabei Stein und Holz, die mit Metallelementen ergänzt werden. Kleine Accessoires wie Teekessel aus Kupfer, Porzellangeschirr oder alte Apothekerfläschen, die gerne auch im Vintage-Design gewählt werden dürfen, prägen den Charakter des Landhausstils.

Moderne Küchen werden heute sehr vielfältig gestaltet. Viele Designer setzen auf schlichte Farben. Dunkle Grautöne sind dabei ebenso im Trend wie schlichte schwarz-weiß Kombinationen. Diese werden oft mit knalligen Farbakzenten aufgepeppt und erhalten so ein sehr jugendliches Erscheinungsbild. In den letzten Jahren hat sich die Küche mehr und mehr zu einem Statussymbol entwickelt. Dies gilt vor allem für offene Küchen, die auf den ersten Blick Einsicht gewähren. Besonders hier werden hochwertige und funktionale Küchengeräte verbaut.

Viele Designer verwenden auch verschiedene Metalle, um der Küche einen einzigartigen Flair zu verpassen. Wer es lieber dezent mag, lässt sich Schrankgriffe aus Messing oder Kupfer einbauen, Mutige setzen stattdessen sogar auf eine Front aus Metall. Wichtig ist hier aber, sich auf wenige Metallarten zu beschränken und somit eine Regelmäßigkeit herzustellen. Sonst wirkt der Raum schnell zu hektisch.

Ein wahrer Evergreen der Küchendesigns ist die weiße Küche. Der wichtigste Bestandteil der Küche sind ihre weißen Fronten. Damit die Küche nicht langweilig wirkt, kann sie mit verschiedenen Elementen kombiniert werden. Das können verschiedene Holzarten in unterschiedlichen Brauntönen oder knallige Farbnuancen sein. Ebenfalls gut machen sich Arbeitsflächen aus Edelstahl. Man sollte aber darauf achten, dass die weißen Fronten nur mit wenige Farbtönen kombiniert werden sollten, sonst wird aus einem stilvollen Raum eine Küche Kunterbunt.

Ergonomie spielt eine wichtige Rolle

Die Ergonomie ist ursprünglich die Lehre der Arbeit. Sie wird verwendet, um Arbeitsabläufe zu optimieren, aber auch den Menschen bei seiner beruflichen Tätigkeit  gesundheitlich zu schützen. Auch in der Küche spielt Ergonomie eine wichtige Rolle, vor allem für diejenigen, die täglich frisch kochen. Menschen, die einige Regeln beim Küchenaufbau beachten, können sich langfristig vor Rückenschmerzen und anderen Beschwerden schützen.

Die Grundlage der Ergonomie in der Küche ist eine sinnvolle Einteilung. Kurze Laufwege verhindern, dass man während des Kochens zu viel herumlaufen muss. Daher ist es sinnvoll, die Küche nach den einzelnen Arbeitsschritten zu konstruieren:

1.      Kühlschrank --> Aufbewahrung

2.      Arbeitsfläche --> Vorbereitung

3.      Kochfläche --> Zubereitung

4.      Spülbecken --> Abspülen

Vor allem die Höhe der Arbeitsfläche ist ein entscheidender Indikator für eine ergonomische Küche. Denn wer sich beim Kochen immer nach vorne beugen muss, kann Probleme mit den Bandscheiben bekommen. Die Arbeitsfläche sollte daher etwa 15 Zentimeter unterhalb des Ellbogens angebracht werden. Gibt es mehrere Köche in der Familie müssen Kompromisse gefunden werden, alternativ  können die Flächen aber auch in verschiedenen Höhen angebracht werden. Die Kochplatten sollte darüber hinaus zehn Zentimeter tiefer sitzen, da hier noch die Höhe der Pfannen und Töpfen hinzukommt. Das Spülbecken wiederum muss einige Zentimeter höher sitzen, damit man sich beim Abspülen nicht zu weit nach vorne beugen muss.

Bei der Ergonomie spielt aber auch die richtige Ausleuchtung eine Rolle. Ein helles Deckenlicht mit mehreren Spots sorgt für einen gut Beleuchteten Raum, in dem auch abends gearbeitet werden kann. Zusätzlich bieten sich noch Unterbauleuchten an den Unterseiten der Hängeschränke an. Diese leuchten den Arbeitsbereich perfekt aus, was die Augen schont.

Für die Unterschränke wählt der Bauherr am besten Ausziehschränke statt Modelle mit Türen. So erspart er sich mühsames Bücken während der Küchenarbeit. Die Schränke sollten jedoch über einen Vollauszug verfügen. Das sorgt für einen besseren Überblick und Teller, Töpfe und Pfannen können leichter herausgeholt werden. Dinge, die regelmäßig benutzt werden sollten leicht erreichbar sein und stets griffbereit gelagert werden. Große Töpfe und andere Utensilien, die nur hin und wieder verwendet werden, können hinten im Schrank versteckt werden.

Welche Elektrogeräte werden benötigt?

Eine Küche lebt von ihren Elektrogeräten. Sie werden täglich für die Zubereitung und Aufbewahrung von Lebensmitteln benötigt. Folgende Grundausstattung sollte jede Küche besitzen:

  • Kühlschrank: Moderne Geräte sind energiesparend und haben ein integriertes Gemüsefach. Hier lässt sich hervorragend Obst und Gemüse aufbewahren, da es durch die optimale Atmosphäre länger haltbar ist. Einige Modelle besitzen eine zusätzliche Gefriereinheit.
  • Kochfeld: Hier hat der Bauherr die Auswahl zwischen Elektro-, Gas- oder Induktionsherd. Besonders innovativ ist Letzteres. Der Induktionsherd überzeugt durch seine Energieeffizienz und seine geringe Verbrennungsgefahr. Dafür funktioniert er aber nur mit speziellen ferromagnetischen Töpfen.
  • Backofen: Aktuelle Modelle besitzen neben den klassischen Beheizungsarten wie Umluft, Ober-/Unterhitze und Grillfunktion innovative Programme wie zum Beispiel das Dampfgaren. Dabei werden Speisen äußerst schonend mithilfe von Wasserdampf gegart. Das Ergebnis ist ein voller Geschmack mit vielen Vitaminen. Besonders pflegeleicht ist ein Gerät mit automatischer Reinigungsfunktion.
  • Geschirrspüler: Der Geschirrspüler ist aus einer modernen Küche nicht mehr wegzudenken. Neue Geräte sind sowohl energie-, als auch wassersparend.
  • Dunstabzugshaube: Um Gerüchen schnell den Garaus zu machen, ist eine Dunstabzugshaube ein wichtiger Helfer. Besonders in offenen Küchen ist es wichtig, dass sie leise und effektiv arbeitet.

Neben dieser Grundausstattung an Elektrogeräten verfügt jede Küche über ein weiteres Arsenal an kleineren Elektrogeräten. Dazu gehören unter anderem:

  • Toaster
  • Kaffeemaschine
  • Küchenmaschine
  • Mikrowelle

Fazit

Die Küche entwickelt sich mehr und mehr zum Mittelpunkt der Wohnung. Sie ist längst kein reines Arbeitszimmer mehr, sondern fungiert als Wohnraum, in dem gemeinsam gekocht und gelebt wird. Das zeigt sich auch in dem aktuellen Trend, nach dem sich immer mehr Menschen für eine offene Wohnküche entscheiden. Neben einem ansprechenden Design ist aber auch die Funktionalität der Küche wichtig, denn sie ist eben doch mehr als ein reiner Wohnraum. Besonders wer regelmäßig kocht wird hier viel Zeit mit Gemüse schneiden, Fleisch braten und Geschirr spülen verbringen. Daher ist es wichtig, dass die Küche ergonomisch geplant wird. So kann man Rückenschmerzen und langfristigen Beschwerden vorbeugen. Die Elektrogeräte sollten je nach Vorliebe und Nutzung gewählt werden, ohne den Grundstock von Kühlschrank, Kochfeld, Backofen, Geschirrspüler und Dunstabzugsgaube kommt aber keine Küche aus.


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