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Bauen & Wohnen10.03.2015

Natürlich gedämmt

Das Haus in Gras einpacken – Teurer und wärmedurchlässiger als herkömmliches Material

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Die Wärmedämmung von Häusern ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Verbraucher sollten künftig nicht nur möglichst viel Energie selbst produzieren – etwa durch Solaranlagen. Sie sollten auch möglichst wenig verschwenden. Und über eine nicht gut eingepackte Wand entweicht nun mal Wärme. Zum Dämmen eignen sich auch zahlreiche Naturstoffe.

(Eva Neumann) - Nur wenige greifen bislang auf die tierischen und pflanzlichen Stoffe zurück: „Ihr Marktanteil liegt derzeit um die sechs Prozent“, schätzt René Görnhardt von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe in Gülzow bei Rostock. Spitzenreiter darunter sind Holzprodukte, gefolgt von Hanf und mancherorts Schilfrohr. Schafwolle, Wiesen- oder Seegras sind nach wie vor Nischenprodukte. Als größter Vorteil der Materialien gilt ihr Schutz vor Sommerhitze: Ist ein Dach mit einem natürlichen Dämmstoff eingepackt, dauert es laut Görnhardt bis zu acht Stunden länger als mit konventioneller Dämmung, bis die Hitze nach innen vordringt. Das schlagende Argument für Bauherren ist jedoch das ökologisches Bewusstsein: „Sie wollen regionale Produkte einsetzen, haben den Nachhaltigkeitsaspekt im Blick und das gute Gefühl, etwas Gesundes zu verwenden“, sagt Görnhardt. Dafür nehmen die Verbraucher einige Nachteile in Kauf: „Das größte Hindernis sind für viele die höheren Anschaffungskosten“, erklärt Dietlinde Quack vom Öko-Institut in Freiburg. Hinzu kommt, dass die Stoffe schlechter Wärme im Haus halten. Gemessen wird das mit der Wärmeleitfähigkeit. Je niedriger der Wert, umso besser ist die Dämmwirkung.

Bei vielen natürlichen Dämmstoffen beträgt die Wärmeleitfähigkeit 0,04 Watt je Kelvin und Meter. Das ist deutlich höher als bei manchem konventionellen Dämmstoff. „Das heißt, dass man eine dickere Schicht benötigt, um dieselbe Dämmwirkung zu erzielen“, erläutert Reimund Stewen, Vizepräsident des Verbandes Privater Bauherren. Manchmal ist das baulich nicht möglich. Natürliche Dämmstoffe kommen in zwei Formen auf den Markt: Flocken aus Holzfasern, Seegras sowie lose Holzspäne, die mit Lehm ummantelt sind, können in eine Wandnische geblasen werden, erläutert Görnhardt. „Hauptsächlich werden nachwachsende Rohstoffe jedoch als Matten oder Rollen geliefert und für die Dämmung von Dachflächen, Geschossdecken und Fassaden eingesetzt.“ Nicht jeder Rohstoff ist überall zu bekommen – mit Ausnahme von Produkten aus Holz und Hanffaser. In gängigen Baumärkten sind die kleinen Nischenprodukte kaum vertreten. Eine Bezugsquelle sind Naturbaustoffmärkte.


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