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Bauen & Wohnen12.04.2016

Handwerksarbeiten im Haushalt selbst erledigen

In vielen Fällen ist es gar nicht so schwer, die heimischen Gerätschaften wieder in Ordnung zu bringen, sollten diese einmal streiken. Kleinere Reparaturen im Haushalt können daher oftmals durchaus selbst vorgenommen werden, andererseits sollte es bei bestimmten Problemen, Defekten oder generellen Arbeitsbereichen doch lieber das Knowhow des Profis sein. Wann der Experte zurate gezogen werden muss und wann Hobbyhandwerker selbst Hand anlegen dürfen, soll im Folgenden geklärt werden.

Bei kleineren Handwerksarbeiten ist es manchmal kostengünstiger und gar nicht so schwer selbst Hand anzulegen. Foto: Kurhan
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1. Die Waschmaschine streikt – oft helfen schon wenige Handgriffe

Aus den unterschiedlichsten Gründen kann es vorkommen, dass die heimische Waschmaschine nicht mehr richtig funktioniert, die Wäsche einfach nicht sauber wird oder das Gerät seltsame Geräusche macht. Handelt es sich um einen Ausfall, so ist insbesondere bei Großfamilien die Sorge groß. Häufig auftretende Fehler, die sich durchaus selbst behandeln lassen, sind beispielsweise:

  • Maschine schleudert nicht mehr
  • Wasser läuft aus
  • Tür lässt sich nicht öffnen

Tatsächlich handelt es sich in diesen Fällen jedoch meist gar nicht um ein technisches Problem, sondern beispielsweise um einen verstopften Schlauch oder auch schlichtweg die falsche Bedienung. Viele Maschinen haben etwa Probleme damit, wenn die Trommel zu voll beladen ist und ein Auslaufen könnte aufgrund eines undichten Flusensiebes begünstigt werden. Ist das Sieb außerdem verstopft, so läuft das Wasser nicht mehr richtig ab, sodass die Tür automatisch verschlossen bleibt. In jedem Fall weiterhelfen kann zunächst das Handbuch, um mögliche Ursachen und Fehlerbehebungen zu finden. Andererseits kann es aber durchaus sein, dass unter Umständen eben doch ein echter technischer Defekt vorliegt. In diesem Fall sollten Hobbyhandwerker vorsichtig sein – denn zwar lässt sich jedes Problem mit dem passenden Werkzeug anpacken, manchmal sollte dies aber doch besser der Profi übernehmen. Wer die Reparatur der Waschmaschine trotzdem in die eigenen Hände nehmen möchte, sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass so womöglich die Garantie des Herstellers abläuft. Das gilt insbesondere dann, wenn elektrische Geräte geöffnet werden, zumal für Laien mitunter akute Lebensgefahr besteht. Mit dem passenden Knowhow sowie einer guten und verständlichen Anleitung können einige weniger gefährliche Handgriffe aber durchaus selbst erledigt werden, etwa das Entfernen der Frontblende, der Austausch der Pumpe oder auch die Reparatur eines defekten Türschlosses.

2. Wände ausbessern

Ist die Raufasertapete gerissen, soll das Muster gerettet werden oder müssen Bohrlöcher ausgebessert werden, so bedarf es dafür in der Regel nicht der Arbeit eines Profis. Auch handwerklich begabte Hausherren (und Damen) können diese kleinen Problemstellen in kürzester Zeit wieder restaurieren, ohne dabei direkt die komplette Wand überarbeiten zu müssen.

 

  • Bohrlöcher ausbessern

Benötigt werden Spachtel, Kelle, Füllmasse, Wasser und ein alter Schwamm. Sämtliche Bestandteile sind im Baumarkt erhältlich oder befinden sich ohnehin schon in den heimischen vier Wänden. Bevor gespachtelt wird, werden die Löcher zunächst glatt geklopft, sodass keine Beulen bleiben. Dann nur so viel Füllmaterial auf den Spachtel geben, wie das Loch groß ist. Diese möglichst passgenau in das Loch drücken und dabei vermeiden, dass die Masse auf der umliegenden Wand verteilt wird. Die Reparaturarbeit fällt umso weniger auf, je genau das Loch getroffen wird. Ein feuchter Schwamm kann im Nachhinein helfen, der Reparaturstelle noch etwas Struktur zu geben und sie so unauffälliger zu machen.

 

  • Gerissene Mustertapete flicken

Es passiert schnell, dass die Tapete an einer viel belasteten Stelle einreißt oder einfach nicht mehr schön aussieht. Hier helfen ein Cuttermesser, Wasser, ein Schwamm und Füllmasse, um die Unebenheit unter der Tapete auszugleichen. Zusätzlich werden noch Spachtel, Kleister und etwas Resttapete benötigt. Zunächst wird das Muster um das Loch herum ausgeschnitten, danach die Schnittstelle einweichen und vorsichtig abziehen. Nun wird das Loch in der Wand neu verspachtelt und aus der Resttapete ein genau passendes Stück herausgeschnitten, eingekleistert und wieder an die Wand geklebt.

 

3. Verstopftes Klo und blockierte Klospülung

Ist die Toilette verstopft, so staut sich das Wasser an und kann nicht abfließen. Tatsächlich hilft an dieser Stelle noch immer der klassische Pümpel (Saugglocke) am besten, er sorgt durch hohen Druck dafür, dass die Verstopfung schnell und einfach entfernt wird. Heutzutage ist er nur noch selten in Haushalten anzutreffen, im Gegensatz zu chemischen Reinigern ist er jedoch zweifellos die bessere und wirksamere Methode. Abseits dessen gibt es außerdem noch einige andere Hausmittel, falls ein Pümpel gerade nicht zur Hand ist. Ist die Verstopfung besonders hartnäckig oder steckt womöglich ein Gegenstand in der Toilette fest, so kann eine Abflussspirale weiterhelfen. Sie ist bis zu fünf Meter lang, wird durch die Toilette geschoben und ist mit einer Spitze am Ende versehen. Diese lässt sich mithilfe eines Griffs am anderen Ende drehen und bohrt sich so einen direkten Weg durch die Verstopfung.

Ein anderes Problem stellen blockierte Klospülungen dar, bei denen die Mechanik der Toilette einfach nicht mehr zu funktionieren scheint. Manch einer ruft hier vielleicht schon den Installateur, zunächst sollten jedoch wenigstens zwei Tests durchgeführt werden, um dem Problem auf die Spur zu kommen.

Zunächst gilt es den Schwimmer zu kontrollieren, der sich im Spülkasten befindet und dafür sorgt, dass der Wasserzulauf reguliert wird. An ihm befindet sich eine sogenannte Schwimmerstange, mit der das Zulaufventil verschlossen wird, wenn der Kasten vollgelaufen ist. Manchmal sitzt der Schwimmer nicht richtig, er berührt dann meist ungewollt die Kastenwand. In diesem Fall kann die Schwimmerstange leicht mit den Fingern gebogen werden, bis der Schwimmer wieder aufsteigt. Auch der Abzugshebel kann manchmal schwer bedienbar sein, Grund dafür sind meist Kalkablagerungen. Hilfreich ist an dieser Stelle eine Reinigung mit Weißweinessig, bei der die betroffenen Stellen saubergebürstet werden.

 

4. Staubsauger defekt oder schwach

Ein Staubsauger ist in jedem Haushalt unverzichtbar, damit Dreck schnell und einfach entfernt werden kann. Ist er defekt oder funktioniert nicht mehr mit voller Kraft, so kann dies entsprechend schnell für Ärger sorgen. Glücklicherweise sind Staubsauger im Allgemeinen jedoch sehr einfach gebaute Maschinen, sodass auch Hobbyhandwerker sie mit etwas Geschick wieder in Ordnung bringen können.

Zunächst sollte dafür in Erfahrung gebracht werden, wo genau das Problem liegt. Lässt er sich nicht einschalten, geht er immer wieder aus oder hat er keine Saufkraft mehr? Die meisten Probleme lassen sich bereits durch den Wechsel des Staubsaugerbeutels aus der Welt schaffen, manchmal ist jedoch auch der Schlauch verstopft. Um an die Verstopfung heranzukommen, bieten sich beispielsweise ein Besenstiel oder ein Kleiderbügel an. Bei letzterer Variante sollte allerdings darauf geachtet werden, dass der Draht den Schlauch nicht beschädigt. Das Problem könnte ebenfalls direkt in der Bürstenrolle liegen. Dort befinden sich Zahnriehmen, die mit der Antriebsachse und anderen beweglichen Teilen verbunden sind. Riecht es beim Saugen nach Gummi oder Plastik, so ist vermutlich einer der Zahnriemen aus seiner Verankerung gerutscht und muss ersetzt werden. Hilfreich ist außerdem ein regelmäßiges Säubern der Bürstenrolle, damit sie frei dreht. Auch die Lager können geschmiert werden, falls notwendig lassen sie sich aber auch genauso wie die gesamte Bürstenrolle ersetzen. Schwieriger wird es, wenn der Motor betroffen ist und tatsächlich einen Defekt hat. Zwar kann hier mit etwas Knowhow viel erreicht werden, wer jedoch unsicher in der Handhabung ist, kann so auch noch einen größeren Schaden anrichten – im Zweifelsfalls sollte also spätestens jetzt der Profi gerufen werden.

Wichtig: Soll der Kabelwickler ausgebaut werden, so gilt es besonders vorsichtig zu sein. Dieser steht auf Spannung und die Feder könnte einfach wegfliegen. Daher erst so viel Spannung wie möglich ablassen und den Kabelwickler erst danach öffnen.

 

5. Verkalkter Duschkopf

Ein vergleichsweise häufiges Problem vieler Haushalte ist der verkalkte Duschkopf, aus dem es irgendwann nur noch tröpfelt. Eine einfache, aber nichtsdestotrotz effektive Lösung ist es, die Löcher einfach mit einem Zahnstocher zu reinigen. Jedoch ist diese Form der Problembehandlung nur von kurzer Dauer, denn der Kalk wird auf diese Weise in den Duschkopf hineingeschoben.

Dauerhafter lässt sich das Problem lösen, indem der Duschkopf vollständig von seiner Halterung abgeschraubt wird. Dann vorsichtig entlang der Dichtung mit einem stumpfen Messer aufhebeln. Nun wird eine Mischung aus drei Teilen Weißweinessig und einem Teil Wasser bereitgestellt, in die beide Teile des Duschkopfs hineingelegt werden.Etwa 24 Stunden sollte das Essig benötigen, um den störenden Kalk am Duschkopf aufzulösen. Danach werden die Löcher nochmals mit dem Zahnstocher gereinigt, zum abschließenden Schrubben der Zwischenräume (sofern nötig) bietet sich eine alte Zahnbürste an. Zu guter Letzt noch einmal alle Teile mit kaltem Wasser abspülen, trocknen lassen und wieder zusammenbauen. Übrigens gilt diese Methode der Kalkentfernung natürlich nicht nur für den Duschkopf – auch an anderen Gerätschaften lässt sich Essigwasser für eine entsprechende Reinigung nutzen, sei es im Wasserkocher, der Kaffeemaschine oder in Fugen und Ritzen.

Es zeigt sich also: Nicht immer muss der Fachmann ran, vieles lässt sich mit etwas handwerklichem Geschick auch ganz leicht selbst wieder in Ordnung bringen. Jedoch sollten sich Hobby-Handwerker an dieser Stelle auch nicht überschätzen – wer wirklich keine Ahnung von der Materie hat, ist mit einem Profi meist besser beraten und riskiert nicht, dass im Nachhinein womöglich ein noch größerer Schaden entstanden. Das gilt vor allem für Geräte, die aufgrund ihrer Elektronik geöffnet werden müssen. Im eigenen Interesse ist der entsprechende Fachmann hier die bessere Wahl.

 


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