Höhenflug Foto: Bulgrin - Bulgrin

Elf Tage lang Zwiebelfest stehen Esslingen bevor. Die Hocketse auf dem Marktplatz eröffnete am Freitag Peter Hauk. Der Landwirtschaftsminister ließ sich für den guten Zweck mit Zwiebeln aufwiegen.

EsslingenWer einen Schattenplatz unter den Lauben und noch dazu ein kühles Getränk ergattert hatte, konnte sich glücklich schätzen. Zumal er aus seiner Wohlfühl-Oase heraus Minister Peter Hauk beim Schwitzen zuschauen durfte, als er in der prallen Sonne mit Zwiebeln aufgewogen wurde. Hauk machte das nicht zum Spaß, sondern für den guten Zweck. Schließlich war der baden-württembergische Landwirtschaftsminister am Freitag extra nach Esslingen gereist, um das Zwiebelfest zu eröffnen.

Gerade noch hatte er etwas gegessen, um 120 Kilo der scharfen Knollen wert zu sein. Aufgerechnet in Geld erwirtschaftete Hauk mit seinem stolzen Gewicht 650 Euro, die als Spenden an soziale Einrichtungen in Esslingen fließen werden. Das ist Tradition – genauso wie das Zwiebelfest, das dieses Jahr zum 32. Mal stattfindet. Wie üblich wird die Hocketse ausgerichtet von der Zwiebelfest GmbH, zu der sich sieben Wirte zusammengeschlossen haben: das Hotel Rosenau, das Restaurant Staigers Bären, das Weinlokal Roter Hirsch, der Catering-Service Trautwein, die Gaststätte Zwiebel, das Restaurant Palmscher Bau und das Lokal Currles Culinarium. „Alle Speisen hier sind zwiebellastig“, warnte Frank Jehle, Sprecher der Wirte-GmbH, bei seiner Eröffnungsrede. In den urigen Lauben rund um den Marktplatz werden in den nächsten elf Tagen Zwiebelkuchen serviert, Kässpätzle mit Zwiebeln und Zwiebelrostbraten. Caipirinha, Mojito und Cuba Libre werden ebenso über den Tresen gehen wie Trollinger, Riesling und Grauburgunder aus Esslinger Weingärten. Trotz sengender Hitze drängten sich am Freitag die Gäste auf dem Stadtfest. Begrüßt wurden sie von der Historischen Bürgergarde mit einem Trommelkonzert auf den rot-grünen Schlaginstrumenten. Fast wäre nichts zu spüren gewesen von dem Streit zwischen den Wirten und der Stadt Esslingen darüber, wer künftig die Veranstaltung ausrichtet. Hätte Wirte­sprecher Gerd Trautwein in seine Laudatio nicht beiläufig den Dank eingestreut „an alle, die uns in Sachen Moral, Treue und Loyalität die Stange gehalten haben, damit es auch nächstes Jahr wieder ein Zwiebelfest gibt“.

Damit war der Abstecher ins lokalpolitische Gerangel schon wieder beendet, und die Landtagsabgeordneten Andrea Lindlohr (Grüne) und Andreas Deuschle (CDU) meisterten einmütig den Fassanstich. Nur der CDU-Minister Hauk konnte sich eine kleine koalitionspolitische Frotzelei nicht verkneifen: „Gut geschlagen, schlecht gehalten“, kommentierte er die Arbeit des Teams Lindlohr/Deuschle. Ungetrübt harmonische Töne schlug dagegen Till Odenwald von der Brauerei Dinkelacker an: Den Veranstaltern und Besuchern wünschte er, dass „das Wetter gut bleibt, das Bier kalt und die Stimmung friedlich“.

Das Zwiebelfest findet vom 3. bis 13. August auf dem Marktplatz statt. Geöffnet haben die Lauben von 11 bis 23 Uhr – außer freitags und samstags: Dann dürfen Nachtschwärmer bis 24 Uhr bleiben. Wer Dirndl oder Lederhosen ausführen möchte, bekommt dazu am 9. August Gelegenheit. Am 11. August steigt die Zwiebelfest-Party im Joe Pena’s. Und am 12. August werden die Gäste mit Sekt und Zwiebelbrötchen empfangen.

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