Das Programm beim Stadtfest in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) bestreiten meist Vereine und kulturelle Institutionen. Lurchi ist zwei Mal präsent.
Oberbürgermeister Nico Lauxmann hatte Recht. Beim Fassanstich zum zweiten Kornwestheimer Stadtfest sagte der Schultes: „Dieses Fest ist Ausdruck dessen, was unsere Stadt ausmacht: Vielfalt, Lebensfreude und Gemeinschaft.“ Er betonte, gerade in schwierigen Zeiten, in denen das Miteinander manchmal herausfordernd sei, seien solche Anlässe wichtiger denn je. In der Tat: Drei Tage lang feierten die Bürger und Bürgerinnen der Stadt bunt, in großer Gelassenheit und gelöster Stimmung.
Zwischen den beiden Bühnen reihten sich Stände aneinander und luden ein: Vor allem zu Kulinarischem von Gyros und Kebab bis zu Pommes, Wurst und Waffeln. Das lockte alle Generationen an Kornwestheimern an, vom Kinderwagen und Kinderbuggy bis zu Rollator und Rollstuhl.
Lurchi ist ein beliebtes Fotomotiv
In der Salamanderstadt durfte Lurchi nicht fehlen. Zum einen saß die 1,40-Meter hohe Symbolfigur auf einer Bank, dort ließen sich Kinder mit dem Maskottchen fotografieren. Der zweite Lurchi war quicklebendig und überaus mobil. Im Kostüm des alerten Salamanders eilte ein Mitglied des SV Salamander durch die Gassen. Gestenreich machte der zweite Lurchi auf Nachfrage klar, dass er vor allem die Kleinen mit himmelblauen Luftballons beglückte, von denen man bald etliche über dem Festgewimmel sah.
Besondere Attraktionen boten die Bühnen, Höhepunkte waren hier wie beim letzten Mal schon die Bands, die in den Abendstunden für Stimmung sorgten und die Innenstadt rockten, wie Firma Holunder, JUUNS, und Good News. Die von Moderator Michael Meyle scherzhaft als „Kornfestheim“ betitelte Kommune kann aus einem reichen Fundus schöpfen: Die zahlreichen lokalen Vereine und kulturellen Institutionen bestritten einen großen Teil des Programms.
Fetziger Sound der Musikschulband
So kündigte Meyle die Band der Städtischen Musikschule an: „Pure Chaos“ spielten keinesfalls chaotisch, sondern puren Rock. Die junge Formation mit Elektrogitarren, zwei Leadsängerinnen und ihrem Lehrer Karol Obara sorgte für fetzigen Sound. Als „It’s my life“ über den Platz schmetterte, da sang mancher im Publikum mit. Sehr viel Beifall bekamen die Tanzgruppen des griechischen Elternvereins. Die Kinder, teils in bunten Trachten, trugen mit ihren rhythmischen Bewegungen zu den mal raschen, mal tragend-langsamen Melodien hellenisches Flair in den Nachmittag.
Noch ein Highlight made in Kornwestheim: der Auftritt von Schülerinnen und Schülern der Tanz- und Ballettschule von Natalie Biedermann. Sie schickte mehrere Gruppen auf die Bühne, und die entfalteten ein wahres Feuerwerk tänzerischer Darbietungen, Vorstellungen voller Anmut, Rhythmik und Artistik. Besonders hübsch eine Mädchengruppe, die einen Charleston tanzte, und eine „grüne“ Nummer, die den mit grünen Kleidern und Blumen kostümierten Mädchen Tempo und hohe Beweglichkeit abverlangte. Die Zuschauer applaudierten begeistert.
Auch die Stadt zeigte Engagement. Zum Beispiel mit einem Angebot für das Kinderschminken, wo sich bald eine kleine Schlange bildete. An einem anderen Stand informierte Vanessa Bilger, Quartiersmanagerin der Stabsstelle Soziales und Teilhabe, über Projekte, wobei sich vieles um das Thema Senioren und deren Probleme drehte. Kein großer Betrieb an diesem Infostand, dennoch haben manche Besucher Interesse gezeigt. „Die Stadt zeigt Präsenz“, so Bilger, sie kümmert sich.
Lob für die Stadt gab es von etlichen Besuchern, wie zum Beispiel Helga und Dieter. Die Kommune täte viel für Veranstaltungen dieser Art. „Und wir genießen auch die vielen kulinarischen Angebote.“ „Natürlich sind wir hier, weil wir grade großen Appetit haben“, meinte Dieter mit einem Schmunzeln.
Spielmobil für die Kinder
Ständig aktiv zwischen den Ständen und vor allem am Spielmobil für die Kinder war der Clown Tom Bolton. Gewandet in eine lila Lederhose, zeitweise bewaffnet mit einer aufgeblasenen Riesenbrezel, unterhielt er Groß und Klein. „Mir macht das eine Riesenfreude,“ erzählte der aus Ohio gebürtige Finanzwissenschaftler, der heute in Stuttgart lebt. Flexibilität und Wandlungsfähigkeit werden in seinem Metier großgeschrieben. Und wie war für ihn Kornwestheim? „Kinder und Erwachsene gemischt, das ist das ideale Publikum – so wie hier.“