Designpreise hat er schon eingeheimst: Der neue Range Rover Evoque, ein kompaktes SUV der Premiumklasse. Foto: Copyright 2019/Nick Dimbleby - Copyright 2019/Nick Dimbleby

Range Rover hat sein kompaktes Premium-SUV-Modell Evoque überarbeitet und die zweite Generation auf den Markt gebracht.

EsslingenJa, die Zeiten ändern sich – auch bei Land Rover. Damit ist jetzt nicht der endlich (fast) vollzogene Brexit gemeint, sondern die Modellpalette des britischen Autoherstellers. Deutlich wurde dies schon 2011, als der kompakte Range Rover Evoque sein Debüt feierte. Das war schon ziemlich Lifestyle fürs Gelände, also nicht mehr so rustikal, wie früher, als man bei Land Rover gleich an den urigen Defender dachte. Noch deutlicher wurde der Wandel, als vor kurzem die zweite Generation des Evoque anrollte. Damit geht es jetzt noch nobler ins Gelände, beziehungsweise: Wer gar nicht Offroad im Sinn hat, kann das Premium-SUV auch ohne Allradantrieb haben. So oder so, mit dem Briten sind einem neugierige Blicke von Autointeressierten sicher.

Der neue Evoque, der ab 37 350 Euro erhältlich ist (150-PS-Diesel), baut auf der ebenso neuen Premium-Transversale-Architektur (PTA) von Jaguar Land Rover auf. Sie besteht nicht nur aus unterschiedlichen Materialien, sondern verschafft den Passagieren im Innenraum auch mehr Platz, obwohl die Länge mit 5,37 Metern gleich blieb.

Der nun längere Radstand führt jedoch zu 20 Millimetern mehr Knieraum im Fond und einem Zuwachs an Unterbringungsmöglichkeiten für die kleinen und größeren Dinge des Auto-Alltags. Das größere Handschuhfach und die Ablage in der Mittelkonsole nehmen Handtaschen, Tablets und Flaschen auf. Hinzu kommen Details wie 16-fach verstellbare Sitze oder ein System zur Ionisierung der Innenraumluft.

Großer Kofferraum

Auf satte 591 Liter (16 mehr als zuvor) ist das Volumen des Kofferraums gewachsen. Hinzu kommt eine breitere Laderaumöffnung, wodurch jetzt auch zusammengeklappte Kinderwagen oder andere sperrige Gegenstände bequemer in den Kofferraum passen. Für noch größere Transportaufgaben lässt sich die im Verhältnis 40:20:40 geteilte Rückbank umklappen. Dann bietet der Evoque 1383 Liter Laderaumvolumen.

Eine absolute Weltneuheit im Evoque hört auf den Namen ClearSight Ground View. Dahinter verbirgt sich eine Art Röntgenblick unter den vorderen Teil des Wagens. Denn dank Kamerabildern erhält der Fahrer auf dem oberen Touchscreen am Armaturenbrett einen 180-Grad-Blick unter den Vorderwagen. So verlieren enge Parklücken und hohe Bordsteine ebenso ihren Schrecken wie anspruchsvolles Gelände.

Ausgestattet ist der Wagen überdies mit einer Vielzahl an Assistenzsystemen für Straße und Gelände. Der Fahrer profitiert im neuen Evoque nicht allein von „Command Driving“, also der erhöhten und souveränen Sitzposition. Als erstes Modell seiner Klasse besitzt der Neuling auch den sogenannten ClearSight Smart View-Innenrückspiegel, der sich auf Knopfdruck in einen hochauflösenden Video-Bildschirm verwandelt. Falls Passagiere oder große Gegenstände die rückwärtige Sicht behindern, kann die Ansicht zum Bild der am Dach montierten, nach hinten gerichteten Kamera wechseln. In hoher Auflösung zeigt sie, was sich hinter dem Evoque befindet – und dies mit einem großen 50-Grad-Sichtfeld.

Der Evoque, der im Euro NCAP-Test die Maximalwertung von fünf Sternen für Crashsicherheit und Insassenschutz erhalten hat, ist in Kombination mit Automatik auch als 48-Volt-Mild-Hybrid verfügbar - eine Premiere für Land Rover insgesamt. Der Startergenerator hilft dabei beim Anfahren, verlängert die Start-Stopp-Phasen und erhöht den Rekuperationsanteil. Herzstück des Mild-Hybridantriebs ist ein am Motor montierter Riemen-Starter-Generator. Fährt der Mild-Hybrid-Evoque langsamer als 17 km/h und tritt der Fahrer das Bremspedal, wird der Verbrennungsmotor automatisch abgeschaltet. Beim erneuten Anfahren und danach wird die gespeicherte Energie genutzt, um den Motor beim Beschleunigen zu unterstützen und auf diese Weise Kraftstoff zu sparen. So wird der Verbrauch laut Land Rover um bis zu sechs Prozent gesenkt und der CO2-Ausstoß im Normverfahren für den schwächsten Diesel auf bestenfalls 143 g/km gedrückt. Nur dieser, also die Evoque-Basisversion, wird mit Front- statt Allradantrieb angeboten. Zur Wahl stehen drei Diesel mit 150, 180 und 240 PS sowie drei Benziner (ab 43600 Euro) mit 200, 250 und 300 PS.

Auch als Plug-in-Hybrid

Angekündigt hat Land Rover für den Evoque auch eine Plug-in-Hybrid-Version, die vermutlich noch im Frühjahr auf den Markt kommen wird. Ob auch wieder ein Dreitürer oder ein Cabriolet angeboten wird, ist noch unklar. Seit dem Marktstart bis einschließlich Dezember 2019 sind auf dem deutschen Markt insgesamt 46 487 Range Rover Evoque der zweiten Generation zugelassen worden.

Übrigens hat sich auch der urige Defender zum Lifestyle-Geländewagen gewandelt: Die Geländewagen-Ikone wird seit kurzem wieder produziert (in der Slowakei) und feiert im kommenden Frühjahr ihr Comeback – mit modernstem Outfit.

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