Foto: picture alliance / dpa/Ronald W - picture alliance / dpa/Ronald Wittek

Zwei Spieler der HSG Ostfildern sind innerhalb einer Woche Vater geworden. Deizisau und Wolfschlugen sind sich derweil über die Favoritenrolle im Derby nicht einig.

HandballDie Württembergliga-Handballer der HSG Ostfildern haben zwei ganz neue Fans: die neugeborenen Töchter von Nikolai Uhl und Dennis Saur. In die Schafhausäckerhalle in Plochingen werden viele euphorische gegnerische Drittliga-Fans des TuS Fürstenfeldbruck für Stimmung sorgen. Der TSV Neuhausen bekommt es in der Baden-Württemberg Oberliga bei der SG Köndringen/Teningen ebenfalls mit einer besonderen Fan-Atmosphäre zu tun.

Männer – 3. Liga

Der TV Plochingen empfängt am Samstag (20 Uhr) selbstbewusst den Tabellenführer TuS Fürstenfeldbruck. TVP-Trainer Michael Schwöbel sieht seit den vergangenen beiden Spielen (31:33 bei den Rhein-Neckar Löwen II und 37:37 beim SV Salamander Kornwestheim) einen „klaren Aufwärtstrend“ bei den Plochingern. „Wir schauen mal, ob Fürstenfeldbruck uns etwas anbietet. Es ist schon was möglich. Im Hinspiel haben wir gut mitgehalten und nur mit vier Toren verloren. Wir werden in voller Mannschaftsstärke volle Power dagegen und unser Tempo halten“, verspricht Schwöbel. Nichtsdestotrotz sei Fürstenfeldbruck „das Nonplusultra der Liga. Es herrscht eine totale Euphorie, das Team will unbedingt in die 2. Bundesliga“. Schwöbel rechnet daher auch damit, dass viele Fans aus Bayern anreisen werden.

Frauen – 3. Liga

Mit Rückenwind und gestärkt durch zwei gute Trainingswochen geht der TV Nellingen am Samstag (19.30 Uhr) ins Heimspiel gegen die TG Pforzheim. „Das ist ein wichtiges Spiel, für uns zählen nur die zwei Punkte“, macht TVN-Trainerin Veronika Goldammer deutlich. „Wir sind klar in der Pflicht, dieses Spiel zu gewinnen.“ Denn der TVN gewann das Hinspiel (30:27) und zudem geht es im unteren Tabellendrittel eng zu. Die TG hat als Achter 8:18 Zähler, der TVN ist Elfter und hat 7:19 Punkte. Ausfallen wird beim TVN Caroline Maier (krank). Janina Weiß kehrt von ihrem Auslandsaufenthalt zurück, sodass Goldammer nun mehr Varianten auf Links- und Rechtsaußen hat. Aufpassen müssen die Nellingerinnen auf die Ex-TVN-Spielerin Desiree Kolasinac, die laut Goldammer „als Vollstreckerin viele Akzente setzt“ und auf Milica Vlahovic. „Sie steuert als Kopf des Teams das Spiel und das Tempo“, sagt Goldammer. „Wir müssen die Pforzheimer 6-0-Abwehr in Bewegung bringen, um entsprechende Lücken zu finden.“

Für die Handballerinnen des TSV Wolfschlugen wird es am Samstag (18.30 Uhr) beim TV Möglingen „eher schwierig“ zu gewinnen, glaubt Wolfschlugens Teammanager Simon Vogel. Schließlich stehe der TV nur aufgrund der schlechten Hinrunde auf dem neunten Tabellenplatz. „Mittlerweile hat sich das Team zusammengerauft“, sagt Vogel, der dank Videostudium herausgefunden hat: „Die Abwehr ist die größte Schwachstelle der Möglingerinnen.“ Mit 404 Gegentoren haben die Gastgeberinnen die meisten Treffer der Liga kassiert. Da sieht Vogel den Vorteil bei den Wolfschlugenerinnen, auch wenn die Trainingswoche wegen Grippe etwas durchwachsen war. Fehlen wird Lenya Treusch, die ein Zweitspielrecht bei Zweitligist TG Nürtingen hat und daher mit diesem Team am Samstag bei Werder Bremen um den Klassenverbleib kämpfen wird.

Männer – BW Oberliga

Der TSV Neuhausen sieht sich wie schon in den vergangenen Wochen auch gegen die SG Köndringen/Teningen am Sonntag (17 Uhr) nicht als Favorit. Zu schwer wiegen die Ausfälle von Timo Durst und Hannes Grundler. „Wir sind aufgrund unseres aktuellen Kaders in der Außenseiterrolle“, sagt Neuhausens Außenspieler Daniel Roos. „Wir werden aber alles in unserer Macht stehende tun, um zu gewinnen.“ Die SG ist zwar nur Neunter, aber „unfassbar heimstark“, warnt Roos. „Die Mannschaft hat ein sehr spezielles Publikum, die Verbindung zwischen Fans und Team ist sehr stark, ganz besonders.“ Mit Maurice Bührer hat die SG außerdem den „besten Linkshänder der Liga – nach unserem Trainer Markus Locher vielleicht“, wie Roos schmunzelnd erklärt. Roman Fleisch konnte in der vergangenen Woche wieder mittrainieren und kommt womöglich zu seinem Comeback.

Männer – Württembergliga

Wenn der T SV Wolfschlugen am Samstag (19 Uhr) zum Derby beim TSV Deizisau antritt, ist alles offen. Die Gäste auf Tabellenplatz zwei haben genauso wie die Deizisauer auf dem vierten Platz bisher alle Spiele der Rückrunde gewonnen. „Es gibt keine Favoritenrolle“, sagt Wolfschlugens Trainer Veit Wager. „Es waren in den vergangenen Jahren immer Spiele auf Augenhöhe. Wenn Deizisau erstmal ins Rollen kommt, ist die Tormaschinerie kaum aufzuhalten.“ Die Flügelzange im Tempogegenstoß mit Yannick Taxis und Moritz Friedel sei ebenso stark wie der Rückraum. „Deizisau hat einen guten Mix, da kommt schon was auf uns zu“, sagt Wager. Arne Staiger vom Deizisauer Management ist nicht ganz einig mit Wager. „Das wird eine enge Geschichte, bei der Wolfschlugen der Favorit ist“, sagt Staiger. „Die Wolf-schlugener spielen konstanter als wir. Das ist ein bisschen unser Problem in dieser Saison: die Konstanz.“ Das vergangene Derby gegen die SG Hegensberg/Liebersbronn gewannen die Deizisauer zwar mit 32:28, aber Staiger sagt auch: „Dort haben wir nicht unbedingt gut gespielt, mit so einer Leistung bestehen wir gegen Wolfschlugen nicht. Die Jungs werden und müssen eine Schippe drauflegen.“ Neben der Tagesform sind für Staiger die entscheidenden Faktoren, wie das Torwartduell ausgehen wird und wie das Team die beiden Ex-Deizisauer Kreisläufer Simon Kosak und Samuel Stoll in den Griff bekommt. „So richtig unter Druck stehen wir aber nicht“, findet Staiger. „Ich sehe das mit Gelassenheit. Wolfschlugen ist für mich der Top-Favorit auf die Meisterschaft.“

Die HSG Ostfildern hat mit dem TV Gerhausen noch eine Rechnung offen. Das Hinspiel hatte die HSG knapp mit 28:27 gewonnen, aber der TV focht das Ergebnis an, da der HSG auf dem Spielberichtsbogen ein Formfehler unterlaufen war. Ein nicht auf dem Bogen eingetragener Spieler hatte gespielt. So wurde das Spiel am Grünen Tisch für Gerhausen gewertet. „Wir wollen Gerhausen zeigen, dass wir sportlich die bessere Mannschaft sind und Punkte nicht am Grünen Tisch, sondern auf dem Handballfeld verdient werden“, sagt HSG-Betreuer Matthias Dunz vor dem Kellerduell des Elften aus Ostfildern beim 13. am Samstag (20 Uhr). „Wir haben einen sehr gesunden Respekt vor Gerhausen“, sagt der Betreuer dennoch. Aufpassen müsse das Team auf Daniel Bux und die Brüder Jannis und Hauke Brinz. „Am besten spielen wir so wie gegen Unterensingen“, sagt Dunz. Mit 35:26 hatte die HSG am vergangenen Samstag beim SKV Unterensingen gewonnen. Nicht mitspielen wird der nach wie vor am Finger verletzte Tobias Grimm, Timo Flechsenhars Einsatz ist fraglich (Rückenprobleme). Zudem ist noch nicht klar, ob Dennis Saur mit nach Gerhausen kommt. Er ist am Freitagmorgen zum zweiten Mal Vater geworden und möchte womöglich lieber bei Frau und dem neugeborenen Töchterchen sein. Wieder mit dabei ist Nikolai Uhl. Der Torhüter fehlte vor einer Woche in Unterensingen, weil er ebenfalls Vater einer Tochter wurde, zum ersten Mal. „Wir haben gerade einen Babyboom“, lacht Dunz.

„Wenn man erstmal Pech hat, dann kommt es knüppeldick“, sagt Trainer Sinisa Mitranic und meint damit die Verletztensituation bei der SG Hegensberg/Liebersbronn vor dem Heimspiel am Samstag (20.15 Uhr) gegen die MTG Wangen. Lukas Wester-Ebbinghaus laboriert nach wie vor an seinem Nasenbeinbruch, Marc Wiederhöft ist am Daumen verletzt, Simon Hablizel ist am Donnerstag im Training umgeknickt und Wolfgang Zeh pausiert wegen Schulterproblemen. So wird es schwer für die SG auf dem 14. Tabellenplatz, gegen den Siebten aus Wangen zu bestehen. „Ich bin aber trotzdem immer optimistisch“, sagt Mitranic.

Frauen – Württembergliga

„Auf gar keinen Fall dürfen wir dieses Team unterschätzen“, warnt Kreisläuferin Maike Kienzlen ihre Mitspielerinnen vom TV Reichenbach vor der HSG Fridingen/Mühlheim. „Die HSG ist ein sehr heim- und nervenstarkes Team.“ Zu diesem muss der Tabellenerste aus Reichenbach am Samstag (18 Uhr). Die HSG auf Platz sechs gewann ihre vergangenen fünf Heimspiele, zudem behalten die Spielerinnen in engen Spielen die Nerven, wie beim 31:30-Sieg über den Zweiten TV Weilstetten. Das Hinspiel gewannen die Reichenbacherinnen knapp mit 21:20. „Da sieht man, dass die Spiele sehr von den Abwehrreihen geprägt sind“, sagt Kienzlen.

Die Handballerinnen des TSV Köngen haben am Sonntag (15 Uhr) den Tabellendritten TG Nürtingen II zu Gast.

Männer – Landesliga

Das Team Esslingen ist als Tabellenvierter der Staffel 2 vor der SpVgg Mössingen gewarnt. Denn die Gäste am Samstag (20 Uhr) sind zwar Neunter, es liegen aber nur fünf Punkte dazwischen. „Dass die Mössinger ein sehr unangenehmer Gegner sind, musste Denkendorf vergangenen Samstag erleben“, sagt Team-Spieler Benedikt Frohna. Der TSV holte nur ein 26:26-Unentschieden gegen die SpVgg. In der Abwehr sind die Gäste nicht so stark. „Der Angriff wird entscheidend sein“, sagt Frohna. „Wir müssen eine bessere Chancenverwertung hinbekommen.“ Unsicher sind die Einsätze von Torhüter Adriano Di Vincenzo und Jakob Guhl, beide knickten im Training um. Sicher ausfallen wird Christopher Frohna (Muskelverletzung).

Alec Farrell hofft, dass der TV Reichenbach die Lehren aus dem schlechten Auftritt beim 31:28 am vergangenen Sonntag bei BW Feldkirch gezogen hat. „Die Chancenverwertung muss besser werden“, fordert der TVR-Athletiktrainer vom Tabellenführer der Staffel 3 vor dem Spiel am Sonntag (17 Uhr) beim Neunten SG Herbrechtingen/Bolheim. „Wir haben es gegen Feldkirch gemerkt: Wenn man gegen einen vermeintlich schwachen Gegner nach zehn Minuten zehn Prozent nachlässt, dann wird so ein Spiel immer schwerer.“ Fabian Tonn fehlt dem TVR, ihn plagen schon länger Achillessehnenprobleme.

Frauen – Landesliga, Staffel 2

Bei der SG Hegensberg/Liebersbronn sieht es vor dem Heimspiel gegen das HT Uhingen/Holzhausen am Sonntag (17 Uhr) alles andere als rosig aus. „Verletzungs- und krankheitsbedingt war es keine gute Trainingswoche und wer auflaufen kann, ist fraglich“, sagt Trainer Frank Haas, der länger auf Torfrau Sina Boss verzichten muss, die sich in der vergangenen Woche eine Verletzung zuzog. „Für solch ein Kellerduell sind das alles andere als gute Voraussetzungen, zumal unser Gegner eine sehr robuste und körperlich präsente Mannschaft hat“, sagt Haas.

Bezirksliga

Der TV Altbach spielt am Sonntag (17 Uhr) bei der HSG Owen/Lenningen. „Beim Spitzenreiter hängen die Trauben natürlich sehr hoch, doch kampflos ergeben werden wir uns mit Sicherheit nicht“, sagt Co-Trainer Steffen Braun. „Wir haben bewiesen, dass wir für Überraschungen sorgen können, deshalb gehen wir auch hier optimistisch in dieses Spiel.“

Zur selben Zeit empfängt der T SV Wolfschlugen II den TB Neuffen. „Das wird mit Sicherheit ein Spiel auf Augenhöhe und wir brauchen wieder so eine klasse Abwehrleistung wie gegen Ebersbach“, sagt Wolfschlugens Spieler Yannik Elsässer.

Bezirksklasse

Der TV Plochingen II steht am Samstag (20 Uhr) vor einer schweren Aufgabe beim TSV Zizishausen II. Im Hinspiel gab es nach einer spannenden Partie ein 26:26-Unentschieden. Diesmal fehlen den Plochingern aber einige Verletzte. „Wir wollen den Tabellenführer nicht nur ärgern, sondern beide Punkte rauben“, sagt der Plochinger Trainer Tom Michler.

Die Aufgabe der HSG Ostfildern II wird nicht leichter. Es geht ebenfalls am Samstag (20 Uhr) zur HSG Leinfelden/Echterdingen. Mit vier Minuspunkten hat Leinfelden-Echterdingen die besten Aussichten aller Teams. Nur aufgrund weniger gespielter Spiele müssen sich die Gastgeber aktuell hinter Zizishausen (5 Minuspunkte) und Weilheim (6) anstellen. „Mit der zuletzt gezeigten Angriffsleistung wird es da schwer werden, auch diesmal zwei Punkte mitzunehmen“, fürchtet HSG-Spieler Timo Fritz.

Kreisliga A

Die SG Hegensberg/Liebersbronn II empfängt am Samstag (16.30 Uhr) das HT Uhingen/Holzhausen II. Mit einem Sieg würde die SG Rang drei festigen und könnte sich ausschließlich auf den Kampf um den Aufstieg konzentrieren.

Das will auch der TSV Neuhausen II. Dazu ist aber am Samstag (17 Uhr) ein Sieg beim starken Aufsteiger TSV Deizisau II nötig. Die Neuhausener hatten zuletzt gepatzt und sind unter Zugzwang.

Für den TSV Denkendorf II ist die Partie am Sonntag (13.15 Uhr) beim TSV Weilheim II eine Pflichtaufgabe. Mit einem Sieg könnten die Denkendorfer mit dem TSV Deizisau II gleichziehen und sich wieder mehr nach oben orientieren.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: