Der Stuttgarter Zoo verbuchte im vergangenen Jahr mit 1,83 Millionen Besuchern einen neuen Rekord – und die Wilhelma geht neue Wege, um weitere Gäste zu gewinnen. Eine digitale Kampagne richtet sich besonders an das ausländische Publikum.
Als größter zoologisch-botanischer Garten Deutschlands will die Wilhelma mehr Gäste aus dem Ausland anlocken. „Über eine geplante Kooperation mit einem externen Anbieter sollen künftig auch vermehrt ausländische Besucherinnen und Besucher angesprochen werden“, schreibt das Finanzministerium in einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Friedrich Haag. „Mit dem digitalen Anbieter GetYourGuide wurde eine digitale Kampagne ins Leben gerufen, die sich gezielt an ausländische Besucherinnen und Besucher (speziell aus Nordamerika) im Raum Stuttgart richtet, die die Wilhelma noch nicht kennen“, teilt Sprecher Birger Meierjohann mit. Die Touristen können die mit der Online-Kampagne beworbenen Tickets direkt bei der Plattform buchen. Der FPD-Landtagsabgeordnete Friedrich Haag begrüßt das geplante Werben um ausländisches Publikum. Das könne die internationale Attraktivität des Zoos erhöhen.
Zusätzliche Besucher über Stadterlebniskarten
Finanzstaatssekretärin Gisela Splett (Grüne) erklärt, dass die Wilhelma als Landesbetrieb möglichst hohe Deckungsbeträge anstrebe und dafür auch ein entsprechendes Besucheraufkommen benötige. Doch das lasse sich nicht beliebig steigern, da bei allen Aktivitäten das Tierwohl, die räumlichen Gegebenheiten und der gemeinnützige Zweck im Vordergrund stehe. Die Einrichtung versuche aber, durch Angebote wie die Stadterlebniskarte für Stuttgart und die Region (StuttCard) und die ErlebnisCard für die Region zusätzliche Besuchergruppen zu erschließen. Für die Vermarktungsgesellschaft Stuttgart Marketing ist die Wilhelma ihrer Sprecherin Andrea Gerlach zufolge „ein totales Highlight“, auch national und international. Im vergangenen Jahr wurde mit 1,83 Millionen Besuchern ein neuer Rekord erzielt.
Neben den beiden Angeboten sei die Wilhelma auch ein Anlaufpunkt bei der Stadtrundfahrt per Bus. „Die Wilhelma ist ein wichtiger Partner, nicht nur, weil sie die größten Besucherzahlen aufweist.“ Sie sei auch im Social-Media-Bereich ein wichtiger Faktor: Dort werden Instagram-Walks beworben, beispielsweise wenn der Christmas Garden geöffnet ist.
Zoo verzeichnet steten Rückgang seines Defizits
Das Finanzministerium legt zudem die wirtschaftliche Entwicklung der Wilhelma auf Nachfrage der FDP-Fraktion offen. So lag das Defizit 2020 noch bei 21,70 Millionen Euro, 2024 vorläufigen Zahlen zufolge bei insgesamt 13,96 Millionen Euro. Haag erklärt dazu: „Es ist erfreulich für den Landeshaushalt, dass die Zuschussbeträge gesenkt werden konnten. Das zeigt, dass die Wilhelma wirtschaftlich effizienter agiert.“