Zwei Jahrzehnte lang gehörte sie dem Esslinger Gemeinderat an, doch ihr soziales Engagement reichte viel weiter. Im Alter von 91 Jahren ist Inge Hekler nun gestorben.
Wer an sie denkt, der denkt an eine vielfältig engagierte, vom Streben nach sozialer Gerechtigkeit beseelte, mitreißende und – wenn es sein musste – auch mal streitbare Frau, die viel für Esslingen und weit darüber hinaus geleistet hat. Mit 91 Jahren ist Inge Hekler nun gestorben. Viele werden nicht nur ihre zupackende und pragmatische Art vermissen, sondern auch ihre Herzlichkeit und ihren Humor.
Dem Esslinger Gemeinderat gehörte sie von 1980 bis 1999 an. Sie war stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und hat sich auch darüber hinaus vielfältig engagiert. Ihr Rat wurde ebenso geschätzt wie ihre verbindende Art. Inge Hekler hatte stets ein Herz für die Schwachen und Benachteiligten – im Gemeinderat wurde sie als „soziales Gewissen“ über alle Fraktionsgrenzen hinweg respektiert und geschätzt.
Ein Stück Zukunft für Menschen in Madagaskar
1987 hat Inge Hekler zusammen mit ihrem Mann, dem damaligen Mettinger Pfarrer Günter Hekler, und anderen engagierten Esslingern den Deutsch-Madagassischen Verein aus der Taufe gehoben, der bis heute Jugendlichen im Inselstaat vor der Südostküste Afrikas eine qualifizierte Berufsausbildung und damit eine Zukunft beschert. Noch im Gründungsjahr hatte der Verein eine erste Ausbildungswerkstatt auf Madagaskar eröffnet, die inzwischen zu stattlicher Größe angewachsen ist.
Doch egal, ob auf Madagaskar oder daheim in Esslingen – Inge Hekler gehörte zu jenen Menschen, denen das „Wir“ wichtiger ist als das „Ich“. Das haben viele Menschen gespürt, die ihr bis ins hohe Alter mit Respekt begegnet und freundschaftlich verbunden waren. Ihre Richtschnur hat sie vor Jahren auch denen empfohlen, die sich heute politisch betätigen: „Wer in der Gesellschaft verwurzelt ist und sich in unterschiedlichsten Bereichen engagiert, der kennt die Sorgen der Menschen und kann sie in der politischen Arbeit aufgreifen. Wenn man das beherzigt, wird das vom Wähler honoriert.“ Langjährige Weggefährten wissen: „Die Lücke, die Inge Hekler hinterlässt, ist groß.“