Juan Bahamon hat im September die Leitung des Orchesters übernommen. Foto: Avanti/Ralf Poller

Das Benninger Weindörfle lockt seit 20 Jahren Gäste mit Wein, Musik und kulinarischen Köstlichkeiten – dieses Mal mit neuen Gesichtern.

Das Benninger Weindörfle ist, wie der Name schon sagt, klein und überschaubar. Zusammen mit der Kelter hat es den Vorteil, dass es wetterunabhängig die Gäste auch im Trockenen beherbergen kann. Doch das war am Sonntag nicht unbedingt nötig, denn die Veranstalter hatten Glück: Es war trocken und gar nicht so kalt. Unter dem Schutz der Sommerlinde saßen die Gäste an Biertischgarnituren bei einem Viertele guten Wein, ausgeschenkt von den Marbacher Weingärtnern und der Felsengartenkellerei Besigheim.

Die Menschen genießen das Miteinander in der kleinen Gemeinde und das strahlt auch das Fest aus, das der Musikverein seit rund zwanzig Jahren zum Beginn des Herbstes organisiert. Gestartet ist es am Sonntag mit dem Gottesdienst, bei dem Pfarrer Simon Englert eine Predigt zur großen Weinlese hielt und sich die Kelter mit zahlreichen Zuhörenden füllte.

Neuer Dirigent wird vorgestellt

Natürlich geht es beim Weindörfle schon vormittags betont musikalisch zu, wenn das Orchester zum Frühschoppenkonzert einlädt. Mit diesem Auftritt wurde dem Publikum gleich der neue Dirigent vorgestellt. Juan Bahamon, der aus dem Raum Stuttgart zu den Proben nach Benningen fährt, hat sich gegenüber seinen Mitbewerbern durchgesetzt und seit September die Leitung des Benninger Orchesters übernommen. Bekannt war er den Mitspielenden aber schon seit Längerem. Bahamon hat in der Vergangenheit des Öfteren bei den Musikgalas als Schlagzeuger und Percussionist ausgeholfen.

Beim Benniger Weindörfle kommt man gerne zusammen. Foto: Avanti/Ralf Poller

Aber auch der Nachmittag ist beim Benninger Weindörfle voller Melodien und einsatzfreudiger Mitglieder. Da gestalteten vor allem die Jüngsten – also das Vororchester und danach das Jugendorchester, das vorübergehend von Tanja Wilhelm dirigiert wird – das instrumentale Programm in der Kelter. Kaffee- und Grillwurstduft mischte sich im Raum mit dem Geruch von Linsen und Saiten oder Fleischbrot. Gerichte, die von zahlreichen Helfenden des Vereins angeboten werden.

Junge Musiker überzeugen Publikum

Am frühen Nachmittag war dann schließlich zuerst das Vororchester am Werk. Die Zehn- bis Zwölfjährigen werden von der Saxofonistin und Vorständin Daniela Fischer dirigiert. „Diese Instrumentalisten hier sind noch nicht sehr lange dabei, können aber schon richtig gute Musik machen“, kündigte Fischer das Spiel der Jüngsten an und schraubte kurzerhand die Erwartungen hoch, als ein Stück „Aus der Neuen Welt“ von Dvořák ertönte. Starker Beifall war den jungen Musikern jedenfalls sicher.

Die Marbacher Weingärtner und die Felsengartenkellerei Besigheim schenkten Wein aus. Foto: Avanti/Ralf Poller

Als sie den Hey-Song intonierten, kam gleich zu Beginn des rhythmusbetonten Stückes Leo Friedel am Schlagzeug groß raus. Er hielt nicht nur exakt die pulsierende Schlagzahl, sondern setzte mit markanten Schlägen auch den Schlusspunkt bei dem Stück. Kurz darauf brillierte das Vororchester mit einer zarten Performance des Stücks „Sakura“. Posaune und Xylophon waren hierbei die akustischen „Hingucker“.