Angesichts knapper Kassen bereitet sich der Ludwigsburger Innenstadtverein Luis auf kritische Fragen aus dem Gemeinderat vor. In Marbach führte Geldnot bereits zum vorläufigen Aus.
Jeder kennt sie: die eindrücklichen Fotos von sterbenden Innenstädten, in denen kleine Läden schließen und nur große Ketten überleben. In denen kaum etwas los ist, weil es an Abwechslung und Begegnungsmöglichkeiten fehlt. Der Ludwigsburger Innenstadtverein Luis kümmert sich in seiner jetzigen Form seit 2008 darum, dass es in Ludwigsburg anders ist und bleibt. Luis vertritt die Interessen der Innenstadt und der Inhaber von Geschäften, organisiert zwei Stadtfeste im Jahr und informiert über Aktionen, Events und Angebote ihrer Mitglieder.
Doch in Zeiten knapper Stadtkassen muss sich auch der Verein in Abstimmungen über Zuschüsse immer wieder der Frage stellen, was die Arbeit der Luis-Mitarbeiter der Innenstadt und den Bürgern eigentlich bringt. In anderen Städten zeigt sich die angespannte Haushaltslage schon jetzt: Marbach hat von Oktober an vorerst kein Citymanagement mehr. Und auch in Ludwigsburg reichten steigende Mitgliederzahlen – neuerdings sind es 400 – „manch einem Vertreter der Kommunalpolitik nicht aus“, schreibt Citymanager Markus Fischer in einer Pressemitteilung.
Citymanager wünscht sich Förderprogramme für Personalkosten
Die jetzige, dreijährige Förderung von 230.000 Euro läuft noch bis Ende 2026, dann wird erneut verhandelt. Um auf die berechtigten Fragen, was mit dem Geld passiere, reagieren zu können, habe der Verein deshalb mithilfe der Firma Goetze Armaturen eine wissenschaftliche Auswertung in Auftrag gegeben, berichtet Fischer. Dafür wurde die Arbeit von Luis mehrere Monate evaluiert und Mitglieder sowie 1200 Passanten befragt. „Damit können wir ein neutrales Ergebnis präsentieren“, sagt Fischer.
Die Ergebnisse wollen die Verantwortlichen bei einer öffentlichen Veranstaltung am 1. Oktober vorstellen. Dabei werden auch Landespolitiker und -politikerinnen erwartet. Denn während in Bayern zusätzliches Personal für das Stadtmarketing gefördert wird, gibt es solche Programme in Baden-Württemberg noch nicht. Citymanager Markus Fischer erhofft sich von dem Abend demnach auch, dass Luis zeigen kann: Die Innenstadt wird gestärkt, wenn sich vor Ort jemand darum kümmert. „Das effektivste wäre, wenn vom Land eine Förderung käme hinsichtlich der Personalkosten“, sagt er.