Dann vielleicht doch lieber gleich ins richtige Kasino Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jan Woitas

Hinter dem Hype um Gamestop steckt keine Substanz. Mit solider Geldanlage hat diese Börsenstory nichts zu tun, meint unser Finanzkorrespondent Hannes Breustedt.

Im Kindergarten geht das Heiße-Kartoffel-Spiel so: Wer den Ball – die heiße Kartoffel – in den Händen hält, wenn die Musik stoppt, verbrennt sich die Finger und ist raus. An der Börse geht es dieser Tage ähnlich zu. Die heißen Kartoffeln sind hier die Aktien von Gamestop oder AMC – doch wer nach Ende der Kursrallye auf ihnen sitzen bleibt, für den kann es schmerzhaft teuer werden. Der Unterschied zum Kindergarten besteht im Risiko – am Aktienmarkt geht es um hohe Einsätze und viel Geld.

Unternehmen ist grotesk überbewertet

Dass der Zock mit Aktien von Unternehmen wie Gamestop oder AMC mit solider Geldanlage nichts zu tun hat, müsste mittlerweile allen klar sein. Anleger, die sich nicht für Glücksspiel oder Sportwetten interessieren, sondern langfristig und kontinuierlich Vermögen aufbauen wollen, sollten einen großen Bogen drum machen.

Der Gamestop-Hype vor drei Jahren hat bereits eindrücklich gezeigt, dass hinter der Börsenstory keine Substanz steckt – das Unternehmen hat immer noch kein Erfolg versprechendes Geschäftsmodell und ist grotesk überbewertet. Die Rallye wird von spekulativen Motiven und der Hoffnung auf schnelle Kursgewinne angetrieben. Genauso schnell kann es auch wieder bergab gehen.

Situation ist heute anders als vor drei Jahren

Als die Gamestop-Manie 2021 erstmals Schlagzeilen machte, passte sie als abenteuerliche Randerscheinung ganz gut ins Gesamtbild eines überschwänglichen Finanzmarkts, der sich angesichts der Coronapandemie in einem exzentrischen Ausnahmezustand befand. Die Welt schwamm damals im billigen Geld der Notenbanken, an den Börsen hob die Liquiditätsflut alle Boote und leistete spekulativen Exzessen Vorschub. Heute ist die Situation eine andere.