Johannes M. Fischer. Foto: Bulgrin - Bulgrin

In der Wochenkolumne „Rückspiegel“ fragt sich Johannes M. Fischer, warum das Silvesterfeuerwerk eine ganze Woche lang geht und findet eine verblüffende Antwort, die ihm helfen wird, sich vor der Hausarbeit zu drücken.

EsslingenSo begann sie, so schwoll die Woche ab Null Uhr am Mittwoch an und so setzte sie sich descrescendo bis gestern fort: Zisch-sch-sch-sch..... Peng! PENG!!! Es gehört zu den ungelösten Rätseln der Menschheit, warum sich Silvester nicht auf eine lautstarke halbe Stunde Spaß beschränken kann und der Rest ein wenig leiser daherkommt. Die Meinungen in der EZ-Lesegemeinde gehen übrigens in Sachen Böllerei weit auseinander. Sie reichen von „Silvester ohne Feuerwerk ist kein Silvester“ bis „nur verbranntes Geld“.

Deutlich subtiler versprühte der Landrat des Kreises Esslingen, Heinz Eininger, in dieser Woche sein Feuerwerk. Im Interview mit der Eßlinger Zeitung begründete er, warum es so wichtig ist, das 40 Jahre junge Landratsamt abzureißen, um es anschließend neu zu bauen (statt zu sanieren). Das Hauptargument: Die Abrissbirne sei wirtschaftlicher als der Kosmetiksalon.

Aber auch hier gehen die Meinungen in der Bevölkerung auseinander. In einer Sommerumfrage hielten drei Viertel der Befragten einen Abriss für falsch. Dazu Eininger: „Diese Umfrage wurde in ihrer Schlichtheit der Komplexität der Fragestellung nicht gerecht.“

Peng! Eine gute Antwort. Ich werde sie auswendig lernen. Und wenn es mal wieder darum geht, wer den Tisch abräumt, werde ich sie stellen: „Warum ich das nicht machen will, fragst du? Diese Frage wird in ihrer Schlichtheit der Komplexität der Fragestellung nicht gerecht.“ Ich bin mir sicher, ich werde nie wieder danach gefragt.

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