Dell (Kevin Hart, links) und Philip (Bryan Cranston) haben Spaß. Foto: Constantin - Constantin

Die französische Komödie „Ziemlich beste Freunde“ war in den Kinos ein Hit. Nun hat Hollywood diese Geschichte für sich entdeckt und unter dem Titel „Mein Bester & ich“ neu verfilmt.

EsslingenManche Filme sind so gut, dass man sie kaum besser machen kann. Doch das war für Hollywood noch nie ein Argument. Deshalb war auch ein Kino-Hit wie die französische Komödie „Ziemlich beste Freunde“ vor einem Remake nicht sicher. Weltweit hat dieser Film mehr als 420 Millionen Dollar eingespielt, die Hauptdarsteller Omar Sy und François Cluzet gelten als Idealbesetzung. Trotzdem hat Regisseur Neil Burger die alte Geschichte neu verfilmt. Die Kinowerbung preist Burgers neuen Film „Mein Bester & ich“ als „ziemlich bestes Remake aller Zeiten“ an. Tatsächlich gibt es viele schlechtere US-Neuverfilmungen. Trotzdem fragt man sich, was dieser Streifen Neues bietet.

Seit einem schweren Gleitschirmunfall sitzt der Milliardär Philip (Bryan Cranston) querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Vom Hals an abwärts kann er sich nicht mehr bewegen, für alles braucht er Beistand. Und weil Philip des Lebens überdrüssig ist, hält es keiner seiner Pfleger lange bei ihm aus. Die einzige, die unerschütterlich zu ihm hält, ist seine Assistentin Yvonne (Nicole Kidman). Als Philip wieder mal einen neuen Pfleger braucht und sich ausgerechnet für den mehrfach vorbestraften Dell (Kevin Hart) entscheidet, ist Yvonne schockiert. Denn der notorische Tunichtgut will den Job eigentlich gar nicht – er braucht nur eine Unterschrift, dass er sich vergeblich um den Job bemüht hat. Doch Philip findet den jungen Mann ganz amüsant, weil der ihm reichlich respektlos gegenübertritt und ganz anders ist als alle, die den Milliardär umgeben. Vor allem packt er Philip nicht wie alle anderen in Watte, sondern behandelt ihn wie jeden anderen – Behinderung hin oder her. Und tatsächlich blüht der Patient in Dells Gegenwart förmlich auf. So werden diese beiden so grundverschiedenen Männer schließlich ziemlich beste Freunde, die sich gegenseitig ihren Horizont erweitern.

„Unsere Entscheidung, ‚Ziemlich beste Freunde‘ neu zu verfilmen, entstand aus dem Wunsch heraus, noch tiefer in das Leben dieser außergewöhnlichen Menschen einzutauchen, auf denen der Originalfilm basiert“, erzählt Produzent Todd Black. „Wir wollten noch mehr über ihre Geschichten erfahren und waren überzeugt davon, dem Publikum eine neue Interpretation bieten zu können, die trotzdem die Brillanz der französischen Vorlage würdigt.“ Man braucht schon etwas Fantasie, um in „Mein Bester & ich“ die neue Interpretation der wahren Geschichte des Ex-Pommery-Geschäftsführers Philippe Pozzo di Borgo zu entdecken. Neil Burger hat sich weitestgehend an das Original gehalten, Überraschungen sind rar. „Breaking Bad“-Star Bryan Cranston macht seine Sache erwartungsgemäß gut, und weil Ulknudel Kevin Hart einen Gang zurückschaltet und sich nicht so überkandidelt wie sonst gibt, darf sich Neil Burgers Film zu den besseren Remakes zählen.

Hollywood hat den französischen Komödien-Hit „Ziemlich beste Freunde“ vor US-Kulisse neu verfilmt. „Mein Bester & ich“ ist unterhaltsam. Weshalb ausgerechnet diese Geschichte ein Remake gebraucht hat, erschließt sich nicht so recht.

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