Die Laufgruppe Foto: oh

Eine Zehn-Kilometer-Laufrunde findet am Sonntag, 15. März, unter dem Motto „Lauf gegen Rassismus“ in Esslingen statt. Die Internationalen Wochen gegen Rassismus starten am Samstag.

Esslingen - Jede Woche und immer sonntags trifft sich die Laufgruppe #runcleanenergy rund um den Moderator Rafael Treite zu einer Sporteinheit. Der kommende Sonntag, 15. März, steht für die Sportler unter dem Motto „Lauf gegen Rassismus“. Alle Interessierten und Sportbegeisterten sind dazu eingeladen. Grund für diese Aktion sind für Treite Momente aus dem täglichen Leben gewesen. Wer wach durch den Alltag gehe, erlebe immer wieder Situationen, die bedauerlicherweise „Alltagsrassismus“ genannt werden können, erklärt der 49-Jährige. „Es müssen gar nicht die furchtbaren Anschläge von Halle oder von Hanau herhalten, es reicht schon das persönliche Erleben oder ein Gespräch mit Menschen, die davon betroffen sind“, sagt Treite, der hauptberuflich als Moderator tätig ist. Mit dem Lauf gegen Rassismus wolle die Gruppe ein Zeichen setzen und ein öffentliches Bewusstsein für dieses Problem schaffen.

Persönlicher Bezug

Am Sonntag lautet der Plan, eine Runde mit insgesamt zehn Kilometern am Neckar entlangzulaufen. „Es wird eine gemütliche Runde, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist“, sagt Treite. Die Strecke sei für junge und ältere Menschen geeignet, für schnelle und langsamere. Jeder könne so lange laufen wie er möchte. Vom Marktplatz führt die Tour in Richtung Postmichelbrunnen. Dann geht es weiter über die Pliensauvorstadt zur Vogelsangbrücke, zum Merkelpark und in Richtung Oberesslingen. „Der Wendepunkt ist dann hinter dem Eisstadion“, sagt er. Von dort gehe es wieder zurück zum Marktplatz. Für den „Lauf gegen Rassismus“ haben sich prominente Sportler angekündigt. Der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger wird daran teilnehmen, ebenso die Mitglieder der American Football Mannschaft Esslinger Racoons.

Treite erklärt, dass ihn die rassistischen Anschläge auch persönlich getroffen hätten. Er habe dazu einen ganz privaten Bezug. „Mein Großvater war als Gefangener in Auschwitz und hat überlebt. Mittlerweile ist er aber gestorben“, sagt Treite. Das ganze Thema habe ihn auch als Kind immer beschäftigt. Das Motto für den kommenden Sonntagslauf habe er den Stadtwerken Esslingen (SWE), die die Sonntags-Laufgruppe #runcleanenergy initiiert haben, vorgeschlagen. Die Verantwortlichen der SWE hätten nicht einen Moment gezögert und den „Lauf gegen Rassismus“ sofort unterstützt: „Die Stadtwerke haben uns sofort in der Umsetzung freie Hand gelassen.“

Internationale Wochen

Ab Montag, 16. März, starten weltweit die Internationalen Wochen gegen Rassismus, koordiniert von der Stiftung gegen Rassismus. Auch in Esslingen wird es in den kommenden Wochen Vorträge, Theaterstücke, Kundgebungen, Filme und Workshops zu der Aktion geben. Unter anderem das Jugend- und Kulturzentrum Komma bietet, überwiegend kostenfreie, Veranstaltungen dazu an. Für Samstag, 14. März, ab 12.30 hat die Antidiskriminierungsstelle Esslingen eine Kundgebung auf der Agnesbrücke unter dem Motto „Setze ein Zeichen gegen Rassismus“ organisiert.

Der Lauf beginnt um 10 Uhr am Marktplatz in Esslingen. Mehr Infos bei Rafael Treite unter rafaeltreite@icloud.com.

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