Deizisaus Nils Kühl (mit Ball) behauptet sich am Kreis gegen den Wolfschlugener Patrick Bauer. Foto: Herbert Rudel - Herbert Rudel

Nicht nur die Derbyniederlage gegen den TSV Deizisau muss der TSV Wolfschlugen verkraften: Kreisläufer Simon Kosak schließt sich zur neuen Saison dem TSV Heiningen an.

DeizisauOlaf Steinke, der Trainer des TSV Deizisau, konnte gar nicht mehr aufhören zu strahlen. So sehr hatte ihm gefallen, was er in den 60 Minuten zuvor von der Deizisauer Mannschaft im Württembergliga-Derby gegen den Tabellenzweiten TSV Wolfschlugen mitansehen durfte. „Wir haben ein exzellentes Spiel gemacht und die gesamte handballerische Bandbreite gezeigt“, lobte Steinke den Auftritt des von ihm betreuten Teams, das die Gäste aus Wolfschlugen zu keiner Minute des Spiels zur Entfaltung kommen ließ und am Ende hochverdient mit 34:28 (15:9) gewann. „Wenn wir so spielen, wird es für jeden Gegner schwer gegen uns.“

Aber auch die Wolfschlugener trugen einen gehörigen Teil dazu bei, dass den etwa 550 Zuschauern in der Hermann-Ertinger-Sporthalle in Deizisau das erwartet spannende Derby zwischen zwei Württembergliga-Topteams dieses Mal verwehrt blieb. Zu harmlos war der Auftritt der in Rot spielenden Gäste. Das sah auch Wolfschlugens Coach Veit Wager ein: „Wir haben von Anfang an keinen Fuß auf den Boden bekommen, hatten deutlich zu wenig Spannung und Energie drin, sind schlecht in die Zweikämpfe gekommen und hatten zudem eine eklatante Abschlussschwäche.“ So könne man kein Derby gewinnen. Sonderlich frustriert sei er deshalb jedoch nicht: „Es gibt so Tage, da kann man einwechseln, wen man will, aber niemand reicht an sein Leistungslimit heran.“

Ganz anders die Situation bei Wagers Gegenüber Steinke. Der Deizisauer Coach konnte quasi einwechseln, wen er wollte, beinahe jeder Spieler überzeugte. Und auch sonst funktionierte beim Gastgeber so gut wie alles. „Wie auch schon im Hinspiel, haben wir die Stärken des Gegners perfekt neutralisiert“, sagte Steinke, „mit dem entscheidenden Unterschied, dass wir dieses Mal auch unsere Chancen reingemacht haben.“ Im Oktober mussten sich die Deizisauer noch knapp mit 20:21 in Wolfschlugen geschlagen geben, hatten aber ganz offensichtlich die richtigen Lehren aus der Niederlage gezogen.

Deizisau wirkt von Beginn an motivierter

Von der ersten Minute an wirkte der diesjährige EZ-Pokal-Sieger aus Deizisau motivierter und überzeugte mit starker Manndeckung sowie Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Hinzu kam der überragende Torhüter Alin Gavril Ilii, der mehrmals klare Chancen der Gäste zunichte machte. Und so zogen die Deizisauer ab der 5. Minute (2:2) konstant Tor um Tor davon: Betrug der Vorsprung beim Stand von 9:4 (13.) bereits fünf Tore, waren es kurz vor der Pause dann sogar sechs (29.).

Auch nach dem Seitenwechsel fehlte von der großen Wolfschlugener Aufholjagd jede Spur. Stattdessen war die Deizisauer Tormaschine kaum aufzuhalten. Der starke Moritz Friedel, der acht Treffer zum überzeugenden Heimsieg beisteuerte, schraubte den Abstand zwischenzeitlich sogar auf neun Tore hoch (30:21; 53.). „Wir haben uns zu keiner Sekunde des Spiels aus dem Konzept bringen lassen, weshalb der Sieg in dieser Höhe vollkommen in Ordnung geht“, freute sich Steinke. Wager gratulierte artig: „Glückwunsch an Deizisau.“

Fest steht inzwischen, dass sich Wolfschlugens Kreisläufer Simon Kosak, der an alter Wirkungsstätte unauffällig agierte, zur neuen Saison dem derzeitigen Württembergliga-Tabellenführer TSV Heiningen anschließt. Das gaben die Heininger auf ihrer Webseite bekannt. Kosak wird dort auf zwei bekannte Gesichter aus Deizisauer Zeiten treffen: Patrick Kleefeld und Trainer Mike Wolz.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: