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Wussten Sie, dass es im vergangenen Jahr in Deutschland laut dem Statistikportal statista rund 550.000 Unternehmensgründer gab? Unternehmensgründer und Selbstständige sind häufig auf finanzielle Mittel angewiesen, um die Liquidität zu sichern und konkurrenzfähig zu sein. Trotzdem haben rund 15 Prozent der kleinen sowie mittleren Unternehmen keine ausreichenden Mittel zur Finanzierung nötiger Investitionen. Und: Laut statista war die Zahl der vergebenen Kredite von Banken an Unternehmen und Selbstständige in den vergangenen 25 Jahren nie höher!

Wer selber über geringe finanzielle Mittel verfügt, um Personalkosten zu decken oder Produktionsrohstoffe und Materialien anzuschaffen, der ist auf einen Firmenkredit angewiesen. Die Zahl der Filial- und Direktbanken, die einen Firmenkredit anbieten, ist riesig und es droht die Gefahr, sich blind auf ein Angebot einzulassen, das die ohnehin schwere finanzielle Lage weiterhin verschärft.

Deswegen gibt es gleich mehrere Dinge, auf die Sie im Vorfeld achten sollten, wenn Sie einen Firmenkredit aufnehmen möchten.

1. Persönliche Situation analysieren

Bevor Sie einen Firmenkredit aufnehmen, sollten Sie Ihre Ausgangslage analysieren und definieren, wie viel Kapital Sie für welches Vorhaben benötigen. Zudem stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln sich der geliehene Betrag zurückzahlen lässt. Eine realistische Analyse der eigenen Ausgangslage ist eine wichtige Bedingung dafür, den passenden Kredit zu finden, der auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Außerdem benötigen viele Banken bei der Vergabe von Firmenkrediten Sicherheiten, ohne die Kleinunternehmer nur schwer einen Kredit erhalten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Immobilien
  • Lebensversicherung
  • Maschinen
  • Wertpapier
  • Waren

Auch deswegen ist es wichtig, die eigenen Ressourcen auszuloten und sich einen genauen Überblick über die finanziellen Kapazitäten zu schaffen, da sich die Sicherheiten auf die Konditionen und die Kreditentscheidung seitens des Kreditinstituts auswirken.

2. Unterlagen raussuchen

Es bestehen keine einheitlichen Vorschriften, die für alle Kreditnehmer- und Anbieter gültig sind. Diese hängen von den Anforderungen des Kreditinstituts, der Kreditart sowie der Personengruppe ab. Fakt ist aber, dass Unternehmer beziehungsweise Selbstständige auf der Suche nach einem Firmenkredit einige Daten offenlegen müssen.

Wichtig dabei ist, dass diese Daten wahrheitsgemäß angegeben werden und transparent sind. Neben persönlichen Angaben, wie Kontoauszügen aus den letzten Monaten sowie Einkommenssteuernachweisen, erfragt die Banken immer Angaben der Schufa, um die Bonität des Kreditnehmers zu ermitteln. Bei Firmengründern benötigt der Kreditnehmer auch Finanzierungspläne, um eine nachvollziehbare Aufstellung der Pläne zu erhalten.

Deswegen sollten Kreditnehmer alle Unterlagen sorgfältig aufbewahren und fehlende Dokumente beschaffen, um den Prozess der Kreditanfrage zu beschleunigen.

3. Den passenden Firmenkredit finden

Die Analyse der eigenen Ausgangslage und die Beschaffung der nötigen Unterlagen sind zwei richtige Schritte im Prozess der Vorbereitung, die uns zum wichtigsten Aspekt der Kreditaufnahme führen – nämlich den passenden Firmenkredit zu finden.

Zuerst einmal stellt sich die Frage, ob Sie einen Kredit in einer Filialbank oder online aufnehmen. Mittlerweile gibt es ein riesiges, beinahe unübersichtliches Informationsangebot und es lohnt sich, Online-Vergleichsportale zu nutzen. Diese bieten den Vorteil, mehrere Firmenkredite in nur wenigen Sekunden nach den wichtigsten Kriterien zu vergleichen sowie die unterschiedlichen Kreditarten (Betriebsmittelkredit, Investitionskredit, Immobilienkredit etc.) zu kategorisieren.

Kreditanbieter unterscheiden sich je nach der Kreditsumme, Laufzeit, den Tilgungsmodalitäten, dem Jahreszins sowie dem Zeitraum, innerhalb dessen die Kreditsumme ausgezahlt wird. Wer im Vorfeld die persönlichen sowie finanziellen Anforderungen analysiert hat, der findet nicht nur schneller ein passendes Finanzierungsangebot, sondern spart womöglich auch bares Geld auf der Suche nach einem Firmenkredit.

4. Nach Alternativen umschauen

Natürlich kann es auch dazu kommen, dass der Firmenkredit bedingt durch eine private Situation keine Option mehr ist – oder auch, dass die Bank Ihr Kreditgesuch ablehnt. Gründe dafür sind zum Beispiel eine unzureichende Bonität, ein negativer Schufa-Score oder ein zu geringes oder unregelmäßiges Einkommen.

Unter diesen Umständen gibt es dennoch Anlaufstellen, die einen Versuch wert sind. Wenn der Kapitalbedarf gering ist, so können oftmals Freunde oder Familie aushelfen – auch hier wird empfohlen, einen schriftlichen Vertrag aufzusetzen, um Klarheiten zu schaffen und Grenzen zu definieren. In letzter Zeit erfreut sich das Crowdfunding zunehmender Beliebtheit. Hierbei wird das Kapital von Privatpersonen über Plattformen zur Verfügung gestellt. Auch Förderorganisationen geben Existenzgründern Firmenkredite zu günstigen Konditionen.

Fazit

Viele Unternehmer und Selbstständige sind auf einen Firmenkredit angewiesen, um das Fortbestehen des eigenen Unternehmens zu gewährleisten. Bevor Sie sich auf die Vielzahl der Kreditangebote stürzen, sollten Sie erstmal Ihre finanzielle Ausgangslage analysieren und eine realistische Prognose treffen, ob eine Rückzahlung möglich ist und mit welchen Mitteln.

Um einen Firmenkredit zu beantragen, benötigt der Kreditgeber neben persönlichen Angaben einige Unterlagen, um die Bonität zu ermitteln, die Sie bereithalten sollten. Im nächsten Schritt geht es um die Suche nach einem Kreditgeber. Online-Vergleichsportale helfen dabei, die Konditionen der Anbieter in wenigen Minuten zu vergleichen und einen passenden Firmenkredit zu finden. Auch wenn das Kreditgesuch abgelehnt wurde, gibt es noch zahlreiche Alternativen, um doch einen Kredit zu finden.

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