Weil sie gegen das Kontaktverbot und die Abstandsregeln verstießen, bekamen Ingo (links) und Frank ein hohes Bußgeld aufgebrummt. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Keine Treffen in der Gruppe, weniger Schlaf- und Wärmeplätze und hohe Bußgelder – Menschen ohne festen Wohnsitz treffen die Corona-Auflagen besonders hart. Betroffene erzählen.

Stuttgart/Karlsruhe - Ingo und Frank verstehen es nicht. Die beiden Freunde hatten sich mit zwei Bekannten nachmittags auf einer Neckar-Bank getroffen. Quatschen, Rauchen, Bierchen trinken – das Übliche halt. „Aber schon mit Abstand“, betont Ingo. Dass der Polizeibus hielt und die Beamten sie kontrollierten, verstehen sie noch. Immerhin hätten sie sich nur zu zweit treffen dürfen. Aber sie hielten es für eine Verwarnung. „Wir zeigten unsere Ausweise und dachten, damit wäre es erledigt“, sagt Frank. Ein paar Wochen später flatterte dann aber der Bußgeldbescheid ins Haus Wartburg, einem Wohnheim in Bad Cannstatt: 528 Euro. Das ist mehr, als der monatlicher Hartz IV-Satz des 49-Jährigen beträgt. Und das Allerbeste: Sein Freund Ingo bekam für denselben Verstoß nur 328 Euro aufgebrummt. „Das kann mir keiner erklären!“ sagt Frank, der die Strafe nun in Raten von 15 Euro pro Monat abstottern muss.

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