Der erhöhte Fahndungsdruck bei Einbrüchen zeitigt Erfolge. Doch es bleibt viel zu tun, um Wohnungen gegen Einbrüche zu schützen. Die Polizei gibt einige Ratschläge.
Ein erhöhter Fahndungsdruck zahlt sich aus, um Einbrecher dingfest zu machen. So hat die Polizei am Anfang dieses Monats vier jugendliche Einbrecher festgenommen, die in eine Schule in Leinfelden-Echterdingen eingedrungen waren. Untersucht wird nun, ob sie auch für weitere Einbrüche in Schulen in den vergangenen Wochen verantwortlich sind.
Dennoch gehen derartige Meldungen weiter: Allein am vergangenen Mittwoch wurde in sechs Wohnungen und Häuser im Kreis Esslingen eingebrochen, drei davon in Leinfelden-Echterdingen. Auch hier vermutet die Polizei dieselben Täter am Werk.
Leinfelden-Echterdingen hat einen Sieben-Punkte-Plan
Schulen sind öffentliche Einrichtungen. Da ist es auch Aufgabe der Kommunen, diese vor Diebstahl und vor Vandalismus zu sichern. Die Stadt Leinfelden-Echterdingen etwa hat dazu einen Sieben-Punkte-Plan entwickelt, von denen einige öffentlich genannt werden können: „Bargeld wird dort überhaupt nicht mehr aufbewahrt. Alle Spinde und Schränke bleiben offen, damit ersichtlich ist, dass sich Aufbrechen nicht lohnt. Rund um diese Einrichtungen herum wird die Beleuchtungssituation verbessert“, so Bürgermeister Carl-Gustav Kalbfell, unter anderem zuständig für das Ordnungsamt und für Schulen.
Doch auch jeder Einzelne kann etliches unternehmen, um Einbrüche in sein Haus oder in seine Wohnung zu erschweren, oder noch besser: zu verhindern. „Für die Einbrecher ist es wichtig, dass alles möglichst schnell geht. Leisten Fenster und Türen erheblichen Widerstand, geben die Ganoven ihr Vorhaben meist rasch auf. Schon durch einfache Maßnahmen kann jeder seine Wohnung oder sein Haus sicherer machen“, so die Polizei in einer aktuellen Mitteilung.
Eingänge und Türen müssen geschlossen bleiben
Der Polizeisprecher Christian Wörner gibt konkrete Tipps: „Auch bei kurzer Abwesenheit sollte die Haus- oder Wohnungstür abgeschlossen sein. Auch Balkon- und Terassentüren sollten abgeschlossen sein. Am Besten ist da noch eine zusätzliche mechanische Absicherung.“ Und die Schlüssel dazu sollten nie außerhalb der Wohnung versteckt sein. Wörner: „Die Einbrecher kennen jedes Versteck“. Rolläden sollten nur nachts heruntergelassen werden, nicht tagsüber, denn das signalisiert den Einbrechern die Abwesenheit der Bewohner. „Lassen Sie in ihrer Abwesenheit in verschiedenen Räumen das Licht brennen“, so Wörner. Er empfiehlt da eine Zeitschaltuhr. Und dann noch ein Hinweis für Bewohner von Mehrfamilienhäusern: „Der Hauseingang sollte auch tagsüber geschlossen bleiben, ebenso die Keller- und Bühnentüre. Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner drücken und achten Sie auf Fremde im Haus“.
Täter abschrecken, Hinweise gewinnen
Die Polizei selbst ist nun auch verstärkt hinter Einbrechern her, nennt dabei als Maßnahmen offene Präsenz, gezielte Streifen, Intensivierung der Fahndungsmaßnahmen auch mit zivilen Kräften, Kontrollen vor allem an Ausfallstraßen. Wörner: „So sollen potenzielle Täter abgeschreckt und Hinweise für die Aufklärung zurückliegender Einbrüche gewonnen werden. Die örtlichen Kräfte der Polizeireviere, der Verkehrs- und Kriminalpolizei werden durch die Polizeihundeführerstaffel und weitere Beamte unterstützt“.
Mehr Tipps gibt es etwa im Internet unter www.k-einbruch.de. Aber es gibt auch eine polizeiliche Beratungsstelle in Bernhausen. Dort können auch Termine für eine individuelle Beratung vereinbart werden. Und auf Wunsch kommt auch ein Fachberater zur Wohnung, um vor Ort eine maßgeschneiderte Lösung zu entwickeln. Das ist jeweils ein kostenloser Service.